Do., 19.10.2017

Bettina Wulff als Stadthelm-Botschafterin in Münster „Gut behütet“ mit dem Rad unterwegs

Begeisterte Radfahrerin – und zwar „gut behütet“: Bettina Wulff fährt mit Helm und freut sich auf ihren Münster-Besuch am Freitag.

Begeisterte Radfahrerin – und zwar „gut behütet“: Bettina Wulff fährt mit Helm und freut sich auf ihren Münster-Besuch am Freitag. Foto: Markus Hauschild

Münster - 

Bettina Wulff, ehemalige First Lady, besucht am Freitag die Frührehabilitation im Clemenshospital. Sie wirbt für das Tragen von Fahrradhelmen.

Von Martina Döbbe

Am Freitag kommt sie mit dem Zug nach ­Münster. Bettina Wulff hat volles Programm an dem Tag – und keine Zeit, die Westfalenmetropole auf dem Rad zu erkunden. Sonst aber ­hätte sie auf jeden Fall ihren Fahrradhelm dabei. Deutschlands ehemalige First Lady ist begeisterte Radfahrerin – und fühlt sich deshalb in ihrem Ehrenamt als Botschafterin des Stadthelms pudelwohl. Im Gespräch mit unserer Redakteurin Martina Döbbe erzählt sie, was diese Aufgabe für sie bedeutet – und warum sie überhaupt nach Münster kommt.

Frau Wulff, Sie sind Botschafterin für den Stadthelm. Was heißt das?

Bettina Wulff: Der Stadthelm ist ja ein gemeinsames Projekt des Bundesverbandes der Kinderneurologiehilfe und Abus. Ziel ist, immer wieder deutlich zu machen, wie wichtig es ist, im Straßenverkehr oder auch in der Freizeit einen Fahrradhelm zu tragen, um den Kopf zu schützen.

Was im Klartext heißt: Sie fahren auch nur mit Helm?

Bettina Wulff: Ich bin ganz ehrlich, das war nicht immer so . . . Ich kenne ja auch die Vorbehalte mit ­zerdrückter Frisur und zerzausten Haaren, wenn man den Helm absetzt. Seitdem ich mich aber intensiv und jetzt auch als Botschafterin mit diesem Thema auseinandersetze, kann ich mit Fug und Recht sagen, ja, ich fahre nur noch mit Helm. Und ich fahre wirklich sehr viel Fahrrad. Um etwas zu erledigen, aber auch mit der ganzen Familie am Wochenende.

Können Sie Ihre Kinder auch überzeugen?

Bettina Wulff: Mit zunehmendem Alter, sprich Richtung Pubertät, wird das schon schwieriger. Unser jüngerer Sohn hatte vor zwei Jahren einen Unfall, als er mit seinem Rad in die Bordsteinrinne geraten und schwer gestürzt ist. Der Helm hat Schlimmeres verhindert.

Was machen Sie bei Ihrem Besuch in Münster?

Bettina Wulff: Frau Wietholt, die ja Vorsitzende der Kinderneurologiehilfe auf Bundesebene und auch in Münster ist, hat diese Veranstaltung organisiert, um mir einen Blick hinter die Kulissen der Frührehabilitation für Kinder und Jugendliche nach Schädel-Hirn-Verletzungen im Clemenshospital zu ermöglichen. Als Botschafterin liegt es mir am Herzen, dieses manchmal doch sperrige Thema immer wieder in der Öffentlichkeit aufzugreifen. Klinikbesuche, Gespräche mit Betroffenen, mit ihren Familien, mit Ärzten und Therapeuten sind Voraussetzung, um die Botschaft nach außen besser und plakativ vertreten zu können. Es ist mir wichtig, im Thema zu bleiben – und zwar nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis. Kontakt und Austausch gehören dazu, und das mache ich mit großer Freude.

Was gehört noch zu den Aufgaben der Botschafterin des Stadthelms?

Bettina Wulff: Zusammen mit dem Bundesverband müssen wir uns auch um das Thema Geld kümmern. Die Akutversorgung nach einem Unfall oder Sturz ist gut geregelt, aber die Zeit danach, vor allem das Leben nach der Reha, die Rückkehr in den Alltag, muss noch verbessert werden. Kinder verändern sich oft vom Verhalten nach einer solch schweren Kopfverletzung, auch wenn man es ihnen vielleicht nicht mehr ansieht. Hier gilt es, mit Kostenträgern, zum Beispiel den Krankenkassen, Wege zu finden, um Familien entsprechend zu unterstützen und zu begleiten. Auch die Politik ist gefragt, diesen Bereich anzupacken und möglicherweise durch entsprechende Unterstützung den Weg zu ebnen.

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Gibt es etwas, das Ihnen persönlich wichtig ist?

Bettina Wulff: Mir fällt auf, wie unsicher viele Kinder im Verkehr auf dem Rad unterwegs sind. Bei der Fahrradprüfung in der vierten Klasse unseres Sohnes war ich als Streckenposten dabei und habe wirklich festgestellt, dass die Kinder zwar einen tollen Helm und ein tolles Fahrrad haben. Das Radfahren selbst aber schien manchen schwer zu fallen. Da würde ich mir wünschen, dass auch die Eltern aktiv werden und vielleicht nicht nur mit dem Auto die Kinder von A nach B kutschieren, sondern den Spaß am Radfahren und damit dann auch mehr Training und Sicherheit vermitteln.



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