Jamaika-Koalition in Berlin
Sondieren mit grünen Themen

Münster -

Maria Klein-Schmeink, münsterische Bundestagsabgeordnete der Grünen, hat zwar nicht selbst mit am Tisch gesessen, als sich am Mittwoch die potenziellen Koalitionspartner einer Jamaika-Koalition in Berlin erstmals beschnupperten. Von beteiligten Parteifreunden weiß sie aber aus erster Hand: „Die Atmosphäre war gut.“

Freitag, 20.10.2017, 12:00 Uhr
Maria Klein-Schmeink 
Maria Klein-Schmeink  Foto: Grüne

Die gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion bereitet in einer Arbeitsgruppe die Sondierungen für ihr Fachgebiet vor – und da gebe es Themen, die die Grünen unbedingt in einen möglichen Koalitionsvertrag einbringen wollen, erklärt Klein-Schmeink: Eine gerechte Finanzierung des Gesundheitswesens und die Bürgerversicherung sind wichtige Punkte.

Erwartungen der Münsteraner an eine mögliche Jamaika-Koalition

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  • Dicke Bretter werden, da sind sich alle einig, ab heute zu bohren sein, wenn die Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition beginnen. Unser Redakteur Björn Meyer hat sich in Münster umgehört, was sich Politiker, aber vor allem die Bürger von einer schwarz-gelb-grünen Regierung erwarten würden.

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  • »Ich würde mir mehr bezahlbaren Wohnraum und Maßnahmen für die sozialen Bereiche wünschen, mit der FDP aber wohl schwierig.« – Rita Kemper (71)

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  • »Mehr Anerkennung für den Gesundheitssektor. Das Verhältnis zwischen Aufwand der Ausbildung und den Perspektiven stimmt nicht.« – Vera Schlüter (Logopädin)

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  • »Mit zwei Kindern ist Bildung für uns ein großes Thema. Es macht keinen Sinn, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht.« – Martin (41) und Ulrike Senß (40)

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  • »Ich erwarte mir, dass die Parteien der AfD keine Chance geben. Von der zuletzt formulierten Obergrenze war ich enttäuscht.« – Sam Tu (23)

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  • »Ich würde mir deutlich mehr Dialog mit Russland wünschen, denn die Russen sind uns viel näher als es die Amerikaner sind.« – Manfred Viehweg (68)

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  • »Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen, damit die Menschen bewusster fahren. Bei unseren Nachbarn geht das ja auch.« – Anne Deway (22)

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  • »Ich erwarte mehr soziale Gerechtigkeit. Dazu gehört aber auch, dass nicht alles gerettet werden muss, was nicht zukunftsträchtig ist.« – Sabine Schubert (49)

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  • »Die Digitalisierung der Verwaltung wäre aus meiner Sicht wichtig. So wie es derzeit läuft, geht das einfach alles viel zu langsam.« – Alexander Heil (25)

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  • »Die Vielfalt durch eine mögliche Jamaika-Koalition wäre gut. Ich erwarte durch die unterschiedlichen Ansätze der Parteien Vorteile.« – Franz Strickmann (78)

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  • »Ich wünsche mir ein Mehr für den Mittelstand und ein Mehr für den Einzelnen. Das Geld muss dafür besser verteilt werden.« – Alexander Gieseler (40)

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„Wir wollen in einer Regierung gestalten und stehen für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Wahrung der Bürgerrechte“, betont Klein-Schmeink. Ob sie womöglich selbst in ihrem Fachgebiet Gesundheitspolitik in einer Regierung eine Rolle spielen könnte? „Personalien sind im Moment kein Thema“, sagt Klein-Schmeink.

Für sie ist der Ausgang der Sondierungsgespräche „völlig offen“, ebenso wie die Frage, wie lange sich die Verhandlungen hinziehen könnten.

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Am Dienstag (24. Oktober) konstituiert sich der neu gewählte Bundestag. Für Maria Klein-Schmeink ist es die dritte Legislaturperiode.

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