Mi., 25.10.2017

Schlaun-Gymnasium Acht Jahre lernen auf der Baustelle

Das Schlaun-Gymnasium an der Sonnenstraße ist seit vielen Jahren stark sanierungsbedürftig. Die Aula ist wegen Einsturzgefahr gesperrt. Nun kommt in die Diskussion um die Zukunft der Schule Bewegung.

Das Schlaun-Gymnasium an der Sonnenstraße ist seit vielen Jahren stark sanierungsbedürftig. Die Aula ist wegen Einsturzgefahr gesperrt. Nun kommt in die Diskussion um die Zukunft der Schule Bewegung. Foto: kal

Münster - 

Das Schlaun-Gymnasium ist seit vielen Jahren stark sanierungsbedürftig. Jetzt kommt Bewegung in die Debatte um die Zukunft der Schule.

Von Karin Völker

In die jahrzehntelange Diskussion um die Zukunft des Schlaun-Gymnasiums kommt Bewegung. Die Stadtverwaltung arbeitet an Vorschlägen für die überfällige Sanierung beziehungsweise für einen Neubau, die demnächst dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden sollen.

Mögliche Optionen

Wie der Leiter des Schlaun-Gymnasiums, Dr. Lothar Jansen, bestätigt, werden mehrere Varianten erwogen. Auch die Schulpolitiker der Ratsfraktionen wurden von den Plänen jetzt unterrichtet. Danach soll sowohl eine Sanierung des Gebäudes an der Sonnenstraße als auch ein Teilabriss und Neubau der dreizügigen Schule an dieser Stelle rund 30 Millionen Euro kosten. Beide Varianten plant die Stadt bei laufendem Schulbetrieb. Bei Schulpolitikern stieß vor allem die in beiden Fällen veranschlagte Bauzeit von rund acht Jahren auf große Skepsis. Danach wäre die Schule für eine komplette Gymnasiasten-Generation Baustelle – und damit un­attraktiv, wie es aus Ratskreisen heißt.

Im Gespräch ist auch eine temporäre Verlagerung der Schule in ein Containergebäude auf der städtischen Immobilie Hörsterplatz – oder gar ein Neubau an dieser Stelle, wie Schulleiter Jansen erklärt. Letzteres wäre seine Wunschvorstellung. Das bisherige Gelände könnte die Stadt dann anderweitig nutzen oder vermarkten.

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Verlagerung nach Gremmendorf?

Diskutiert wird aber auch eine komplette Verlagerung des Schlaun-Gymnasiums nach Gremmendorf. Dort entsteht auf dem ehemaligen Kasernengelände ein neues Wohngebiet, schon jetzt kommen viele Schlaun-Schüler von dort. „Es sind nur rund 25 Prozent“, präzisiert Jansen, der der Idee wenig Positives abgewinnt. Viele Schüler des Schlaun-Gymnasiums kämen auch aus dem Norden Münsters, etwa aus Gelmer.

Bis ein Neubau an einem anderen Ort realisiert wäre, würden aber ohnehin viele Jahre ins Land gehen – wie an der jetzt entstehenden Gesamtschule Münster-Ost zu sehen ist.

Sorge um mangelnde Nachfrage 

Schulleiter Jansen be­zweifelt aber auch, ob ein Schlaun-Gymnasium in Gremmendorf dauerhaft genügend Schüler anziehen könnte. „In den Stadtteilen gibt es immer Wellen in der Bevölkerungsentwicklung.“ Das zeige sich derzeit auch in Gievenbeck, wo das aus der Innenstadt dorthin ­verlagerte Stein-Gymnasium mittlerweile rück­läufige Anmeldzahlen verzeichne. In Gremmendorf wäre auch die Konkurrenz durch das ­Wolbecker Gymnasium um Schüler aus dem Südosten Münsters groß.

So kompliziert die Planung, so vielfältig die ­Optionen – unzweifelhaft ist für die Stadt, dass die ­Kapazitäten des Schlaun- ­Gymnasiums, das einst zur Schließung vorgeschlagen wurde, weiterhin gebraucht werden. Steigende Schüler­zahlen und die wahr­scheinlich bevorstehende Rückkehr der Gymnasien zu einer neunjährigen Schulzeit lassen künftig auch den Platz an den münsterischen Gymnasien eng werden.



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