PSD-Bürgerprojekt: Verein Frauen und neue Medien
Digitale Turnübungen

Münster -

Sie sind zwar im Rentenalter, aber zählen noch längst nicht zum alten Eisen. Denn beim Verein Frauen und neue Medien lernen die Seniorinnen auch digital mit der Zeit zu gehen.

Freitag, 27.10.2017, 08:00 Uhr
Kursleiterin Nathalie Türich (r.) beantwortet Ingeborg Lüerßen, Ferdinande Hagedorn, Irmgard Holderer, Anni Möller-Benndorf und Marianne Abel (v.l.) Fragen rund um Tablets und Smartphones.
Kursleiterin Nathalie Türich (r.) beantwortet Ingeborg Lüerßen, Ferdinande Hagedorn, Irmgard Holderer, Anni Möller-Benndorf und Marianne Abel (v.l.) Fragen rund um Tablets und Smartphones. Foto: Björn Meyer

Wenn sich Ingeborg Lüerßen, Ferdinande Hagedorn, Irmgard Holderer, Anni Möller-Benndorf und Marianne Abel einmal im Monat treffen, dann geht es um Clouds, Fotoverwaltung, SD-Karten, WLAN-Lücken oder die besten Einstellungen für Google Maps. "Wir haben viel Spaß zusammen", sagt Ferdinande Hagedorn mit einem Lächeln auf den Lippen.

Digitale Welt erklärt

Sie ist mit 69 Jahren mit Abstand die Jüngste des Quintetts, dass sich von Kursleiterin Nathalie Türich beim gemeinnützigen Verein "Frauen und neue Medien" die digitale Welt erklären lässt.

Kompetent und fair

"Das diesjährige PSD-Bürgerprojekt war für uns ja regelrecht prädestiniert", sagt Türich, Mitbegründerin des Vereins, der seit 1998 rund 9000 Frauen geschult hat. Früher nur auf PCs, heute in mehreren Kursen auch auf Tablets und Smartphones.

Der Verein hat es mit seiner Bewerbung in die Finalrunde unter die letzten 16 geschafft. Kein Wunder, immerhin lautet das Thema in diesem Jahr "kompetent und fair in der digitalen Welt."

Smartphone als Zauberkasten

"Das ist einfach ein Zauberkasten", sagt Ingeborg Lüer­ßen während sie auf ihr Smartphone zeigt. Sie feiert Anfang kommenden Jahres ihren 90. Geburtstag.

Die ehemalige Lehrerin Marianne Abel, heute 79, kommt schon seit 19 Jahren zum Verein. Damals noch, um sich für ihre Arbeit Kenntnisse am PC anzueignen.

Ich habe hier alles gelernt, Word, Excel, Power Point.

Marianne Abel

Einfache Kommunikation

Heute kommen die Damen, um nicht abgehängt zu werden und mittels ihrer digitalen Helferlein Kontakt zu Freunden und Angehörigen zu halten. "Ich habe neun Enkelkinder, eines davon ist gerade in Indien. Mit dem Smartphone kann ich ganz einfach mit ihm kommunizieren", sagt Marianne Abel.

Kleine Hausaufgaben für die Praxis

Dass die Damen sich professionelle Hilfe gesucht haben, hält Nathalie Türich für wichtig.

Häufig funktioniert Das Erklären unter Angehörigen nicht so gut.

Nathalie Türich

In den maximal fünf Teilnehmerinnen fassenden Kursen des Vereins werde dagegen auf den Stand jeder Einzelnen genau eingegangen. Zusätzlich regen kleine Hausaufgaben dazu an, das Gerät auch nach dem Kurs praktisch zu nutzen.

"Das hält geistig rege", sagt Anni Möller-Benndorf (76) und Nathalie Türich merkt im Bezug auf andere Angebote für Seniorinnen an: "Das sind quasi digitale Turnstunden."

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5248744?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker