Familienstreit: Ehefrau angegriffen
43-Jähriger gesteht Messerangriff

Münster -

(Aktualisiert) Ein 43-Jähriger hat am Freitag vor dem Landgericht eine grausame Bluttat gestanden. Im Mai hatte er seine Frau in Münster-Roxel mit einem Messer attackiert.

Freitag, 27.10.2017, 11:18 Uhr aktualisiert: 27.10.2017, 17:09 Uhr
Der Angeklagte (l., hier mit seinem Anwalt) gestand den Angriff auf seine Ehefrau.
Der Angeklagte (l., hier mit seinem Anwalt) gestand den Angriff auf seine Ehefrau. Foto: Oliver Werner

Ein 43-jähriger Familienvater hat am Freitag vor dem Landgericht eine brutale Messerattacke auf seine Frau gestanden. „Der Angriff tut mir leid, ich bereue ihn sehr“, beteuerte der Mann in einer Erklärung, die sein Anwalt zum Prozessauftakt verlas. Der 43-jährige Albaner ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Am 3. Mai 2017 war er bei einem Ehestreit in der gemeinsamen Wohnung in Roxel mit einem Messer auf seine Frau losgegangen. Sie überlebte schwer verletzt.

Mit gesenktem Kopf verfolgte der 43-Jährige am Freitagmorgen die Verlesung der Anklageschrift. „Wir waren eine ordentliche Familie“, beteuerte der Angeklagte, räumte jedoch gleichzeitig ein, dass die Ehe nicht harmonisch verlaufen sei. Immer wieder sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, dabei habe er seine Frau auch geschlagen.

Anlass für den Streit am 3. Mai sei die Frage gewesen, ob die gemeinsame Tochter das Geld, das sie verdient, in die Familienkasse einbringen soll oder behalten darf. Die Diskussion eskalierte immer mehr, die Frau habe ihn als „elenden Hund“ beschimpft. Als sie in die Küche ging, um die Polizei zu rufen, schlug er ihr das Telefon aus der Hand, griff nach einem Messer, das auf dem Küchentisch lag, und stach mehrmals auf sie ein. Schließlich blieb das Messer im Hals der Frau stecken. „Daraufhin flüchtete ich“, so der Angeklagte in seiner Erklärung. Der Frau gelang es, das Messer aus dem Hals zu ziehen. Der Mann stellte sich später der Polizei.

Das Paar, das 1996 in Albanien heiratete, hat zwei Kinder. 2015 kam die Familie nach Deutschland. „Ich wollte, dass unsere Kinder auf eine gute Schule gehen“, so der Angeklagte. Die Familie stellte einen Asylantrag, der abgelehnt wurde. Zur verfügten Abschiebung kam es jedoch nicht.

Seit seiner Festnahme befindet sich der Familienvater in der Justizvollzugsanstalt Dortmund. In der Haftzelle schrieb er einen Brief an seine Familie, der beschlagnahmt und am Freitag von der Vorsitzenden Richterin vorgelesen wurde. „Ich flehe dich an, verzeihe mir“, heißt es darin an die Adresse seiner Frau. „Ihr seid Tag und Nacht meine Gedanken, ich kann nicht ohne euch.“ Als die Richterin diese Zeilen vortrug, brach der 43-Jährige auf der Anklagebank in Tränen aus.

Der Prozess wird am 13. November fortgesetzt.

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