Weltgebetstag bei Stadt-Kolpingwerken
Schlechte Nachrichten aus dem Partnerland Burundi

Münster-Kinderhaus -

Zum Weltgebetstag des Internationalen Kolpingwerkes trafen sich rund 80 Mitglieder der sieben Kolpingfamilien von Münster in der Kirche St. Josef. Der indische Pfarrer Kiran Pentareddy feierte mit ihnen die Heilige Messe. Er ist auch der Präses der Kolpingfamilie. Nach dem Abendessen hielt der 1. Vorsitzende der Kolpingfamilie Kinderhaus einen Vortrag über das zentralafrikanische Land Burundi, dessen Kolpingwerk in diesem Jahr das Partnerland ist.

Sonntag, 29.10.2017, 23:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2017, 18:26 Uhr
Zum Weltgebetstag trafen sich die Kolpingfamilien zu einem Gottesdienst in der Kinderhauser Pfarrkirche St. Josef.
Zum Weltgebetstag trafen sich die Kolpingfamilien zu einem Gottesdienst in der Kinderhauser Pfarrkirche St. Josef. Foto: Reinhold Kringel

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde Burundi, so berichtete Helmut Molkenbuhr, im Rahmen der Aufteilung Afrikas unter den europäischen Großmächten Deutschland zugeschlagen. Parallel begann die Missionierung. Der Anteil der Katholiken im heutigen Burundi liegt daher noch bei 65 Prozent.

Die wechselvolle Geschichte des kleinen Landes mit rund zehn Millionen Einwohnern ist geprägt von zahlreichen gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Volksstämmen. 85 Prozent zählen sich zu den Hutu und 14 Prozent zu den Tutsi. Zwischen beiden Volksgruppen gab es mehrere blutige Auseinandersetzungen mit unzähligen Toten, berichtete der Referent. Nach Verhandlungen unter der Leitung von Nelson Mandela und Julius Nyerere kam es 2000 zum Friedensvertrag von Arasha. Nach einer Übergangsregierung wurde 2005 Pierre Nkurunziza zum Präsidenten gewählt. Laut Verfassung durfte er 2015 nicht erneut kandidieren, was er aber doch tat. Die Wahlen wurden von Beobachtern als nicht frei und nicht glaubwürdig beurteilt. Wieder brachen Unruhen aus und 260 000 Menschen flohen in die umliegenden Länder, laut Bericht des Hochkommissars der Vereinten Nationen.

Aufgrund der instabilen Lage wurde die Entwicklungshilfe vieler Länder eingefroren, nur soziale und kirchliche Organisationen, darunter auch Kolping International, investierten noch in gezielte Projekte, sagte Helmut Molkenbuhr.

Der Referent verlas zum Abschluss ein Grußwort des Kolpingwerks Burundi, in dem es alle Mitglieder der Kolpingfamilie auffordert, die Nachhaltigkeit der Gemeinschaft zu sichern.

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