94. Jahrestag zur Gründung der Türkei
Stadtspitze bleibt Empfang fern

Münster -

Den 94. Jahrestag der Gründung der Republik Türkei durch Atatürk feierte das Konsulat in Münster am Freitagabend mit dem Empfang im Rathausfestsaal.

Sonntag, 29.10.2017, 19:04 Uhr aktualisiert: 30.10.2017, 11:07 Uhr
Zum Empfang des türkischen Konsulates im Rathausfestsaal kamen speziell Vertreter türkischer und türkisch-deutscher Vereine sowie von einigen öffentlichen Einrichtungen. Von der Stadt allerdings – fast – niemand.
Zum Empfang des türkischen Konsulates im Rathausfestsaal kamen speziell Vertreter türkischer und türkisch-deutscher Vereine sowie von einigen öffentlichen Einrichtungen. Von der Stadt allerdings – fast – niemand. Foto: klm

Eine Büste des Staatsgründers Kemal Atatürk steht auf der Bühne, ebenso nebeneinander die Flaggen der Türkei und Deutschlands. Generalkonsulin Pinar Gülün Kayseri spricht im Laufe des Abends vom „starken zwischenmenschlichen Band“, das die deutsch-türkischen Beziehungen präge. Sie stellt aber auch fest, dass die Stadt keine offiziellen Vertreter zum Empfang geschickt hat.

Ich hätte mir auch eine Teilnahme der Vertreter und Bürgermeister dieser Stadt gewünscht.

Pinar Gülün Kayseri

Den 94. Jahrestag der Gründung der Republik Türkei durch Atatürk feierte das Konsulat in Münster am Freitagabend mit dem Empfang im Rathausfestsaal. In ihrer Rede dankt Kayseri „jenen Behörden, Politikern, Bürgern, Freuden, die gerade in schwierigen Zeiten“, so sagt sie, „das gegenseitige Verständnis suchen und sich persönlich als Brückenbauer einsetzen“. Auch dankt sie der Stadt Münster für „die große Ehre, diesen bedeutenden Festsaal“ nutzen zu können. Aber: „Ich hätte mir auch eine Teilnahme der Vertreter und Bürgermeister dieser Stadt gewünscht.“

Bewusst gegen Teilnahme entschieden?

Als offensichtlich einziger Ratspolitiker ist Richard Halberstadt (CDU) anwesend, auch Mitglied des Integrationsrates. Er sei einer individuellen Einladung gefolgt, wie er auf Anfrage erklärt. Womöglich haben sich Stadt und Parteien bewusst gegen eine Teilnahme entschieden, um eine kritische Haltung angesichts der Diskussion um Menschenrechte und Demokratieverständnis in der Türkei zu zeigen.

"Land im Ausnahmezustand"

Münsters Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch ist gekommen und der Landrat des Kreises Warendorf, Dr. Olaf Gericke. Ebenso Soldaten höherer Ränge des 1. Deutsch-Niederländischen Korps mehrerer Nationen. Ferner türkische Geschäftsleute sowie türkische und türkisch-deutsche Vereine auch aus anderen Regionen des Bezirkes Münster-Detmold, in dem das Konsulat für etwa 140.000 Landsleute zuständig ist.

"Zukunftsorientierte Zusammenarbeit" gefordert

Kayseri bezeichnet die Türkei als ein „Land im Ausnahmezustand“ und betont, dass die Türkei Terrorismus jeder Art und Bedrohungen für „Sicherheit und soziale Struktur“ bekämpfe. Die Türkei wolle an ihren „Grundrechten und Grundwerten festhalten“. Sie bezeichnet Meinungsfreiheit als „hohen Wert“. Von Deutschland erwarte die Türkei aber auch eine „zukunftsorientierte Zusammenarbeit“. Kooperation, so sagt sie sei „keine Einbahnstraße“, findet sie.

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