„Wilsberg: Straße der Tränen“
So wird die neue Wilsberg-Folge am Samstag

Münster -

Schnelle Urteile, eine digitale Hetzjagd - der neue Wilsberg-Fall im ZDF beleuchtet die Nachteile der sozialen Medien. In der Offline-Welt gibt es dafür zahlreiche Vorbilder. Der 55. Fall aus Münster aber verpasst eine Chance.

Freitag, 10.11.2017, 11:45 Uhr aktualisiert: 10.11.2017, 11:48 Uhr
„Wilsberg: Straße der Tränen“: So wird die neue Wilsberg-Folge am Samstag
Foto: ZDF/Bernd Spauke

Es geschah im März 2012 in Emden: Nach dem Tod der elfjährigen Lena stand ein 17-Jähriger für viele voreilig als Täter fest. Die Polizei hatte den jungen Mann zum Verhör gebracht. Von der Festnahme kursierten Videos im Internet. Er stand unter dringendem Tatverdacht.

Wie sich später herausstellte, war er unschuldig. Doch die Stimmung war längst in Hass umgeschlagen. Ein Mob belagerte die Polizeiwache und rief zur Lynch-Justiz auf. Die Polizei sollte den perversen Kindermörder herausgeben. Die Jagd auf ihn hatte begonnen.

Wilsberg-Folge: Straße der Tränen

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  • Peter und Susanne Boll (Philipp Moog und Regula Grauwiller) erfahren von Kriminalkommissar Overbeck (Roland Jankowsky, re.), dass im Netz bereits über das Verschwinden ihrer Tochter spekuliert wird.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Anna Springer (Rita Russek) und ihr Assistent Overbeck (Roland Jankowsky) verfolgen die aktuellen Geschehnisse auf einem Tablet.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Wilsberg (Leonard Lansink, li.), Alex (Ina Paule Klink) und Ekki (Oliver Korittke) überlegen, wie sie die Online-Community von „Wo ist Emelie“ dazu bewegen können, sich aktiv an der Suche nach der entführten Schülerin zu beteiligen.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Computer-Nerd Julius van Bebber (Timon Ballenberger) verfolgt alles, was unter dem Hashtag „Wo ist Emelie“ gepostet wird.

    Foto: ZDF/Thomas Kost
  • Dustin Jörgereit (Rick Okon, l.), DJane Sandy (Jytte-Merle Böhrnsen) und Markus Appeldorn (Anton Rubtsov) haben eine Holzhütte im Wald entdeckt. Hält der Entführer sein Opfer hier versteckt?

    Foto: ZDF/Guido Engels
  • Um sich im Wald zu orientieren, vertraut Overbeck (Roland Jankowsky) voll auf die Ansagen seines Navigationsgerätes.

    Foto: ZDF/Guido Engels
  • Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex (Ina Paule Klink) fragen sich, ob ihr Freund Ekki undercover als Barkeeper überzeugen wird.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Overbeck (Roland Jankowsky, li.) lässt sich von Julius van Bebber (Timon Ballenberger) zum Handy der vermissten Schülerin führen.

    Foto: ZDF/Guido Engels
  • Dustin Jörgereit (Rick Okon) ist fest entschlossen, den Mörder zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Ekki (Oliver Korittke) gibt sich als Barkeeper aus, um im Club „Ground Control“ undercover zu ermitteln.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Dustin Jörgereit (Rick Okon) und DJane Sandy (Jytte-Merle Böhrnsen) gehören zu den Freiwilligen, die sich im Club „Ground Control“ treffen, um nach der entführten Schülerin zu suchen.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Ekki (Oliver Korittke, li.) gibt sich als Barkeeper aus, um im Club „Ground Control“ undercover zu ermitteln. Doch Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex (Ina Paule Klink) sind skeptisch, ob die Tarnung hält. Ekki Talkötter (Oliver Korittke), Georg Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) im Club „Ground Control“.

    Foto: ZDF/ Bernd Spauke
  • Wilsberg (Leonard Lansink) sucht Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) zuhause auf. Kann die ehemalige Profilerin helfen, den Fall aufzuklären?

    Foto: ZDF/Thomas Kost
  • Die schwere Erkrankung ihres Mannes Hein (Wolfgang Rüter) war für Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) der Grund, ihren Beruf als Profilerin aufzugeben. Trotzdem hofft Wilsberg (Leonard Lansink) auf ihre Unterstützung.

    Foto: ZDF/Thomas Kost
  • Die ehemalige Profilerin Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) hat damals von dem Serienmörder, der nun erneut ein Mädchen entführt hat, ein Täterprofil erstellt. Wilsberg (Leonard Lansink) hofft auf ihre Unterstützung.

    Foto: ZDF/Thomas Kost
  • Dustin Jörgereit (Rick Okon, rl.) konfrontiert Ekki (Oliver Korittke, l.) mit dem Vorwurf, etwas mit dem Verschwinden der Schülerin zu tun zu haben.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • DJane Sandy (Jytte-Merle Böhrnsen) bemerkt, dass im Netz ein neues Video von der entführten Schülerin aufgetaucht ist. Markus Appeldorn (Anton Rubtsov, l.) und Ekki (Oliver Korittke) schauen ihr gespannt über die Schalter.

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Susanne Boll (Regula Grauwiller) und Peter Boll (Philipp Moog) fühlen sich von der Presse in die Enge getrieben. Doch kann ihnen die Öffentlichkeit dabei helfen, ihre Tochter zurückzubekommen?

    Foto: ZDF/Bernd Spauke
  • Am Horsthauser Landweg – auch „Straße der Tränen“ genannt – sind in der Vergangenheit Schülerinnen nach einem Discobesuch entführt und drei Tage später ermordet worden. Kann Wilsberg (Leonard Lansink) den Serienmörder dieses Mal rechtzeitig ermitteln?

    Foto: ZDF/Bernd Spauke

Eine Steilvorlage für jeden Krimiautoren. Wer also im 55. Fall für den ZDF-Ermittler Georg Wilsberg ungläubig dem Geschehen in Münster folgt, finden in Emden eine reale Vorlage. Ja, eine Hetzjagd über das Internet ist möglich und keine billige Fiktion.

Allerdings verschenkt das Team um die Drehbuchautoren Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer sowie Regisseur Dominic Müller eine große Chance. Die Folge „Wilsberg: Straße der Tränen“ an diesem Samstag (20.15 Uhr) kommt als pädagogischer Weltverbesserer daher und insgesamt ein wenig hölzern.

Klassische Polizeiarbeit und digitale Hetzjagd

Dabei fängt der Krimi spannend an. Wilsberg-Freund Ekki (Oliver Korittke) nimmt in der Nacht eine Anhalterin mit. Als die junge Frau anschließend verschwindet, gerät der Finanzbeamte in Verdacht. Er stellt sich der Polizei und gerät dabei ins Visier des Internet-Mobs.

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Es folgt die klassische Polizeiarbeit durch Kommissarin Anna Springer (Rita Russek), die der digitalen Hetzjagd vermeintlich ständig hinterherhinkt. Ihr Assisstent Overbeck (Roland Jankowsky) schwingt sich auf der Suche nach Emelie als der große Digitalversteher auf und blamiert sich dabei - wie gewohnt - bis auf die Knochen.

Unglaubwürdige Umsetzung

Die Geschichte um den Konflikt zwischen Offline- und Online-Welt verkommt dabei allerdings unnötig zum Mahnstück. Kein Fan der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. braucht den erhobenen Zeigefinger von Kommissarin Springer, wenn es um voreilige Verurteilungen geht.

Die Geschichte hätte mit etwas mehr Spannung und besseren Dialogen zwischen den Hauptdarstellern Leonard Lansink, Oliver Korittke, Ina Paule Klink und Rita Russek nach dem Vorbild aus Emden großes Potenzial. Auch die Nebenrollen sind mit Nina Petri als Polizei-Psychologin mit Burnout, Philipp Moog und Regula Grauwiller als Ehepaar in Trennung sowie Rick Okon als Unruhestifter toll besetzt.

Alle Figuren aber leiden aber unter der unglaubwürdigen Umsetzung. Wilsberg-Fans lieben den Krimi aus Münster nicht für seine Thriller-Elemente. Der schrullige Buchhändler und Privatermittler steht für überspannte Krimikomödien.

Zu viel Klamauk und fremde Orte

Die Drehbuchautoren hätten diese Story ruhig mit etwas weniger Klamauk mehr für sich sprechen lassen können. Nach dem Motto: Wer einen Witz erklären muss, hat beim Erzählen schlicht die Pointe versaut.

Und auch die im Plot versteckten Hinweise auf Münsters ehemaligen Weltklasse-Reiter Hendrik Snoek sind nur etwas für Feinschmecker. Der Olympia-Reiter wird 1976 Opfer einer Entführung. Gefunden wird er lebend in einem Hohlraum einer Autobahnbrücke der A45 im Sauerland. Eine Autobahnbrücke spielt auch in diesem Wilsberg eine Rolle.

Nur wie im Drehbuch vorgegeben gibt es die so nicht am Autobahnkreuz Münster-Süd. Auch Nicht-Münsterländer werden da bei den Bildern eher ans Mittelgebirge denken und sich die das flache Land gewohnten Augen reiben.

Sendetermin

Das ZDR zeigt die neue „Wilsberg“-Folge „Straße der Tränen“ am Samstag, 11. November, um 20.15 Uhr.

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Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten

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  • Thomas Kost, der Set-Fotograf bei Wilsberg-Dreharbeiten, im Kreise der Kollegen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Oktober 2017 war das Drehteam mit dem Standbild-Fotografen Thomas Kost wieder in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gedreht - und natürlich auch fotografiert - wurde im stadtbekannten Antiquariat in der Frauenstraße in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gedreht wurde parallel für die beiden Wilsberg-Folgen "Mörderische Rendite" und "Müll ist immer".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Es folgen weitere Impressionen vom Set und dem Einsatz des Fotografen....

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Set-Fotograf Thomas Kost bei Wilsberg-Dreharbeiten Foto: Gunnar A. Pier

 

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