Masterplan 2050 vorgestellt
Münster will Klimaschutz-Vorreiter werden

Münster -

Bis 2050 will Münster den Energieverbrauch um die Hälfte reduzieren. Wie das klappen kann, steht im „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“. Am Donnerstagabend wurde er der Öffentlichkeit präsentiert.

Samstag, 11.11.2017, 09:00 Uhr
Diskutierten am Donnerstagabend über den „Masterplan Klimaschutz 2050“ (v.l.): Dr. Dirk Wernicke (Stadtwerke), Lothar Eisenmann (Institut für Energie- und Umweltforschung), Stadtrat Matthias Peck, Stefan Wiesmann (Wohn- und Stadtbau) und Prof. Martin Robert Lühder (Fachhochschule Münster).
Diskutierten am Donnerstagabend über den „Masterplan Klimaschutz 2050“ (v.l.): Dr. Dirk Wernicke (Stadtwerke), Lothar Eisenmann (Institut für Energie- und Umweltforschung), Stadtrat Matthias Peck, Stefan Wiesmann (Wohn- und Stadtbau) und Prof. Martin Robert Lühder (Fachhochschule Münster). Foto: Matthias Ahlke

Münster hat sich Großes vorgenommen: Bis zum Jahr 2050 sollen der Treibhausgas-Ausstoß um 95 Prozent, der Endenergieverbrauch um 50 Prozent reduziert werden. Was getan werden muss, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, und welche Herausforderungen dabei auf die Stadt zukommen, darüber informiert der mehr als 200 Seiten starke „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“, der am Donnerstagabend vor mehr als 200 Interessierten im Vincke-Haus am Domplatz vorgestellt wurde.

Gleich zu Beginn stellte Stadtrat Matthias Peck klar, das auf die Stadt eine „Mammutaufgabe“ zukomme. Doch es gebe keine Alternative: „Wir sind in der Pflicht, aber auch in der Lage, Antworten zu finden“, so Peck. Und weiter: „Ein umfassender Strukturwandel ist ökologisch notwendig, sozial geboten und ökonomisch sinnvoll.“ Und dabei seien alle Bürger gefordert.

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Duschen statt Baden

Diese Einschätzung spiegelt der Masterplan wider, für dessen Umsetzung das Gutachterbüro „Jung Stadtkonzepte“ ein umfangreiches Handlungsprogramm erarbeitet hat. So soll die Sanierung von Gebäuden unter hohen energetischen Standards vorangetrieben werden. Fossile Brenn- und Kraftstoffe sollen durch sektorübergreifende Versorgungskonzepte ersetzt werden. Der Plan empfiehlt zudem, Fahrrädern, öffentlichen Verkehrsmitteln und klimaneutralen Sharing-Konzepten mehr Platz einzuräumen. Zugleich soll jeder Bürger in die Klimaschutz-Bemühungen eingebunden werden, indem er – auf freiwilliger Basis, wie es heißt – seinen Lebensstil überdenkt. Das Konzept nennt eine Reihe von Beispielen: öfter frisch einkaufen und weniger einfrieren, Duschen statt Baden, Wäsche nicht elektronisch trocknen, häufiger auf erwärmte Lebensmittel verzichten, bewusst die Nutzung elektronischer Geräte verringern. Der Plan betont allerdings, dass „eine Stadt ihren Bürgern keine Vorgaben im Hinblick auf ihre Lebensentwürfe und Lebensziele machen“ kann.

Diskussion

Auf die Präsentation des Masterplans folgte eine Diskussionsrunde. Stadtrat Peck betonte, dass es Münster wohl nicht schaffen werde, den CO-Ausstoß – wie zu Anfang des Jahrzehnts geplant – bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. „Aber 29 Prozent haben wir immerhin schon erreicht.“ Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, sagte, dass er sein Unternehmen als „Motor“ sehe, um den Klimaschutz in Münster voranzubringen. Stefan Wiesmann von der Wohn- und Stadtbau bezeichnet es als nicht leicht, Eigentümergesellschaften von energetischen Sanierungsmaßnahmen zu überzeugen. Hier wolle sein Unternehmen als Vorbild für private Eigentümer agieren. Peck betonte, dass nach solchen Sanierungen viel Energie eingespart werde: „Am Schiller-Gymnasium ist der Energieverbrauch heute 80 Prozent niedriger.“

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