Kampagne „Voll ist out“
Betrunken gepostet, nüchtern geschämt

Münster -

Die städtische Präventionskampagne „Voll ist out“ will mit der aktuellen Botschaft „Betrunken gepostet, nüchtern geschämt“ feierfreundliche Jugendliche über neue Kommunikationswege erreichen.

Mittwoch, 15.11.2017, 19:00 Uhr
Die aktuelle Kampagne „Voll ist out“ präsentierten Drogenberater Georg Piepel und Jugendamtsleiterin Anna Pohl.
Die aktuelle Kampagne „Voll ist out“ präsentierten Drogenberater Georg Piepel und Jugendamtsleiterin Anna Pohl. Foto: hpe

Immer weniger Jugendliche müssen mit einem Vollrausch in Münsters Krankenhäuser eingeliefert werden. In einer zunehmend gesundheitsbewussteren Gesellschaft trinken laut Statistik knapp 40 Prozent der unter 18-Jährigen überhaupt keinen Alkohol. Dennoch kein Grund, das Thema Prävention zu den Akten zu legen, sagt Jugendamtsleiterin Anna Pohl.

Am Mittwoch gab sie den Startschuss für die aktuelle Kampagne „Voll ist out“. Erstmals sind die städtischen Suchtberater mit einem Video-Clip auf YouTube, Instagram und der eigenen Webseite präsent. Eine Minute lang sieht man, wie sich junge Menschen auf einer Party immer mehr betrinken und ihre anscheinend krassesten Smartphone-Selfies ins Netz stellen. Pohl: „Der Peinlichkeitsfaktor steigt mit dem Alkoholpegel und stößt bei den Followern auf Häme. Mit diesen Botschaften stoßen wir hoffentlich auf eine hohe Akzeptanz bei jungen Menschen.“

In den Wochen vor Rosenmontag wird der Spot auch in den Kinos laufen, zeitgleich setzt „Voll ist out“ auf bewährte Aktionen. Mehrere Teams besuchen die närrischen Partys und begleiten die Karnevalsumzüge. Ziel sei es nicht, mit erhobenem Zeigefinger den Alkohol zu verteufeln. „Das wäre auch verlogen“, so Pohl.

Die Kampagne will zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit dem Alkohol“ motivieren. Plakataktionen wie „Betrunken gepostet, nüchtern geschämt“, sollen unterstützen. Bewährt hat sich das Erste-Hilfe-Angebot für Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Eltern und Jugendliche bekommen auf Wunsch eine Beratung von Suchtexperten. Knapp 60 Fälle pro Jahr werden in Münster bekannt. Und beim Rosenmontagszug wird es erstmals an der Engelstraße eine „familienfreundliche Zone“ geben, in der Alkohol und Zigaretten tabu sind.

 

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