Der Butterpreis und seine Auswirkungen
„Zocken mit Lebensmitteln“

Münster -

Bis zu 100 Prozent war der Preis für Butter zwischenzeitlich geklettert. Ein Problem vor allem für diejenigen, die viel Butter verbrauchen: Bäckereien.

Donnerstag, 16.11.2017, 09:00 Uhr
Bis zu 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war der Butterpreis in den vergangenen Monaten gestiegen. Zuletzt ist der Preis wieder etwas gesunken.
Bis zu 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war der Butterpreis in den vergangenen Monaten gestiegen. Zuletzt ist der Preis wieder etwas gesunken. Foto: Colourbox dpa

Wer sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen möchte, der muss seit Monaten drastisch gestiegene Preise für das Streichfett bezahlen. Für den Verbraucher hat das aber nicht nur Folgen beim Butterkauf, sondern auch beim Erwerb von Brot, Brötchen und Süßgebäck.

Sechsstellige Kostensteigerung

„Wir verbrauchen bei uns rund 32 000 Kilogramm Butter jährlich“, rechnet Georg Krimphove, Obermeister der Bäcker-Gilde Münster, im Bezug auf seine Geschäfte vor. In dieser Größenordnung mache der gestiegene Butterpreis eine sechsstellige Kostensteigerung aus. „Das tat schon weh“, sagt Krimp­hove rückblickend. Bis zu 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Preis im Sommer gestiegen. Als Folge habe man auch an der Preisschraube für die Produkte drehen müssen, für die viel Butter verwendet werde.

"Das tat schon weh"

Georg Krimphove

„Wir erleben das in den vergangenen Jahren immer wieder, dass die Preise einzelner Zutaten durch die Decke gehen“, sagt Krimphove und nennt exemplarisch Kürbiskerne, Mandeln und jetzt eben die Butter. „Das ist Zocken mit Lebensmitteln“, verweist Krimphove darauf, dass der globalisierte Markt ähnlich einer Börse funktioniere. „Das geht dann solange, bis die merken, dass der Bedarf sinkt“, prophezeit er.

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Und das könnte auch bei Butter bald der Fall werden – jedenfalls in Deutschland. Denn nicht alle Bäcker hätten so reagiert, wie der Obermeister. Außerhalb von Münster, so habe er gehört, seien einige von Butter auf Margarine gewechselt. „Das geht natürlich gar nicht, wenn ich die Qualität halten möchte“, hält Krimphove wenig von der Verwendung billigerer Fette.

Keine Bedrohung für die Existenz

Als existenzbedrohend sieht Krimphove den Butterpreis für die hiesigen Bäckereien übrigens nicht. Nicht nur, weil der Preis zuletzt wieder etwas gesunken sei, auch weil die Butter eben nur eine, wenn auch elementare Zutat sei. „Wer deswegen pleite geht, bei dem muss schon vorher etwas schiefgelaufen sein“, meint Krimphove. Alle Zutaten zusammengenommen würden diese in seinen Geschäften rund 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Mindestens doppelt so hoch seien im Vergleich die steigenden Aufwendungen für das Personal. „Wobei ich klar sagen muss, dass unsere Leute das auch verdient haben.“

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