Einsatz für wohnungslose Menschen
Bernd Mülbrecht erhält Silvesterorden

Münster -

22 Jahre hat Bernd Mülbrecht das Haus der Wohnungslosenhilfe an der „kleinen“ Bahnhofstraße geleitet. Am Sonntag erhält der 66-Jährige für seinen Einsatz den päpstlichen Silvesterorden.

Freitag, 17.11.2017, 10:00 Uhr
Bernd Mülbrecht (66) wird am Sonntag der Silvesterorden verliehen.
Bernd Mülbrecht (66) wird am Sonntag der Silvesterorden verliehen. Foto: pbm

„Auf meine Privilegien werde ich wohl verzichten“, sagt Bernd Mülbrecht mit einem Augenzwinkern. Er plane nicht mit einem Pferd die Stufen zum Petersdom hinaufzureiten, sich eine Silvester-Uniform schneidern und ein Silvester-Schwert schmieden zu lassen. All das ist dem ­66-Jährigen ab Sonntag erlaubt. Denn dann wird Mülbrecht, der 22 Jahre das Haus der Wohnungslosenhilfe (HdW) geleitet hat, der päpstliche Silvesterorden verliehen.

Fast 40 Jahre im Einsatz

Sein fast 40-jähriger Einsatz für wohnungslose Menschen in Münster und sein Engagement für neu zugewanderte Bürger der Europäischen Union sind es, die Papst Franziskus veranlasst haben, Mülbrecht den Silvesterorden zu verleihen. Es ist die höchste Auszeichnung des Heiligen Vaters, die er an katholische Laien vergibt. Verliehen wird ihm der Orden im Anschluss an die Vesper um 15 Uhr im St.-Paulus-Dom in Münster.

Durch Zufall kam Mülbrecht 1977 in den Kontakt mit der Wohnungslosenhilfe. Als ausgebildeter Sozialarbeiter auf Jobsuche entdeckte er zufällig das Schild „Christophorushaus. Bischof-Hermann-Stiftung“. „Ich wusste überhaupt nicht, was sich dahinter verbarg, bin hineingegangen und habe gefragt, ob sie jemanden suchen. Bis heute bin ich geblieben“, sagt er lachend.

Silvesterorden

Mit dem Orden des Heiligen Papstes Silvester, kurz Silvesterorden, werden Laien für ihr besonderes Engagement rund um Kirche und Ehrenamt geehrt. Verbunden damit ist die Ernennung zum „Ritter des Ordens vom Heiligen Papst Silvester“. Der fünfthöchste Orden für Verdienste von Laien in der römisch-katholischen Kirche besteht aus einem goldenen, weißemaillierten Malteserkreuz mit dem Bild Papst Silvesters. Auf der Rückseite ist das Papstwappen.

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Neben der Arbeit im Christophorushaus kümmerte sich Mülbrecht in den 1980er-Jahren um die Einrichtung von Übernachtungsstellen für Wohnungslose an der Wolbecker- und der Hafenstraße. Der münsterische Rat beschloss, die Obdachlosenhilfe in der Stadt zu verbessern und richtete 1994 das Haus der Wohnungslosenhilfe ein. Mülbrecht wurde mit dessen Leitung betraut, führte gut zwei Jahrzehnte lang ein Team aus 33 Festangestellten und mehreren Ehrenamtlichen.

„Ich war immer ein Praktiker vor Ort“

Doch hinter der Verwaltungsarbeit versteckt hat er sich nie: „Ich war immer ein Praktiker vor Ort“, sagt er. Viel habe er durch die Begegnungen mit den wohnungslosen Menschen gelernt. Deren Lebensfreude fasziniere ihn bis heute. „Je mehr man sich mit existenziellen Fragen beschäftigt, desto intensiver werden diese Begegnungen. Das ist sehr bereichernd“, sagt Bernd Mülbrecht. Außerdem: „Im Haus der Wohnungslosenhilfe haben wir Menschen aus 40, 50, manchmal 60 Nationen. Das spiegelt wider, wie sich die Gesellschaft in unserem Land zusammensetzt.“

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