Das Ende eines Kleingarten-Streits
Walnussbaum soll am Samstag fallen

Münster -

Gartenpächterin Ghada Hodroj kämpft bis zur letzten Minute um den Erhalt eines über 50 Jahre alten Walnussbaums und hat Umweltschützer auf ihrer Seite. Am Samstag soll eine Spezialfirma das Riesen-Exemplar fällen.

Freitag, 17.11.2017, 11:00 Uhr
Störender Walnussbaum
Störender Walnussbaum in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang am Heumannsweg in Münster-Gremmendorf. Foto: Matthias Ahlke

Der Kampf um einen über 50 Jahre alten Walnussbaum scheint verloren. Am Samstag (18. November) soll eine Spezialfirma anrücken und das rund 20 Meter hohe Exemplar in der Kleingartenanlage Sonnenaufgang am Heumannsweg in Gremmendorf fällen. Garten-Pächterin Ghada Hodroj, die die Parzelle vor wenigen Jahren so übernommen hatte, ist untröstlich: „Der Baum ist doch gesund. Ich hänge daran.“

Lange Zeit hat sie auf einen Kompromiss hingearbeitet, das Kappen einiger Äste angeboten. Andere Gartenbesucher und Naturschützer hatten sie in diesem Ansinnen unterstützt. Nicht zuletzt hatte auch der Vorsitzende des Stadt- und Bezirksverbandes Münster der Kleingärtner darauf verwiesen, dass der Erhalt alter Bäume aus Umweltschutz-Gesichtspunkten hohe Priorität habe. Allerdings gehört die Gremmendorfer Anlage nicht zu dem münsterischen Verband, sondern der Deutschen Bahn.

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Das Votum des Kleingartenvorstandes ist eindeutig, nachdem es schriftliche Beschwerden von anderen Gartenbesitzern gegeben habe, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende Peter Schmidt. Eine immense Schattenbildung und Probleme für den Gemüseanbau auch in den Nachbargärten werden als Gründe genannt. Laut Bundeskleingartengesetz seien Walnussbäume und andere hochstämmige Bäume nicht in Schrebergärten zulässig. Die Gartenordnung, die Gleiches besage, „hat jeder Pächter zu Beginn unterschrieben“, verweist Schmidt auf klare rechtliche Verhältnisse. In den vergangenen Jahren sei der Baum nur stillschweigend geduldet worden, da es keine Beschwerden gegeben habe.

Die Kosten für die Baumbeseitigung übernimmt die Deutsche Bahnlandwirtschaft in Essen. Ermessensspielräume möchte man allerdings nicht ausschöpfen – auch um keinen Präzedenzfall zu schaffen. „Schließlich haben wir rund 10.000 Pächter“, heißt es.

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