Amateurbühne zeigt „Christine und der Kleiderschrank“ als faszinierende Familienunterhaltung
Abenteuer hinter dem Dimensionstor

Münster -

Wenn es Nacht wird, erwacht nicht nur das Spielzeug unbemerkt zum Leben, sondern auch sein größter Widersacher.

Freitag, 17.11.2017, 12:08 Uhr
Mit viel Liebe hat Münsters Amateurbühne das von Jörg Müller selbst geschriebene Märchen auf die Bühne des Pfarrer-Eltrop-Heims an der Wolbecker Straße gebracht.
Mit viel Liebe hat Münsters Amateurbühne das von Jörg Müller selbst geschriebene Märchen auf die Bühne des Pfarrer-Eltrop-Heims an der Wolbecker Straße gebracht. Foto: Wolfgang A. Müller

Wenn es Nacht wird, erwacht nicht nur das Spielzeug unbemerkt zum Leben, sondern auch sein größter Widersacher. Der Zauberer Zodiak geht dann auf Raubzug durch die Kinderzimmer und verschleppt Plüsch- und Spielfiguren ins Märchenreich. Das lässt sich das Mädchen Christine nicht bieten. Hinter den Türen ihres Kleiderschranks nimmt sie, begleitet von den Stoffgesellen Wauz und Brumm, die Verfolgung auf.

Die jungen Zuschauer im Publikum der Amateurbühne-Ost verharrten derweil lieber gebannt auf ihren Sitzen. Ein entsetztes „Nein!“ beantwortete die rhetorische Frage des drolligen, fellohrigen Brumm, ob sie den Gefährten durch das Dimensionstor folgen wollten. Zu groß war wohl doch der Respekt vor dem bösen Zodiak und seiner wahrhaft diabolischen Ausstrahlung.

Im traditionell groß ausgestatteten Märchenstück der Amateurbühne wimmelt es derweil vor allerlei schrägen, auch liebenswürdigen und vertrauten Charakteren. Im Zauberwald, den Christine durchqueren muss, um eine Waffe gegen den Zauberer zu erlangen, steht nicht nur ein stilles Männlein, sondern gleich ein Ehepaar mit roten, weiß getupften Hüten. Frau Pilz, die Christine gern helfen würde, ächzt über ihren phlegmatischen Gatten: „Wie habe ich es nur so lange mit dir ausgehalten?“ „Ganz einfach: Wir sind hier festgewachsen“, schnarcht der nur unter seiner Krempe hervor. Sieben Zwerge, die ihren Text häppchenweise im Team sprechen (wie die Neffen von Donald Duck) und ein Hit-verdächtiges Lied zum Lob der Arbeit singen, werden als Pfadfinder durch das labyrinthische Gehölz herbeigerufen. Im funkelnden Sternenreich, wo die zickige schwarze und die gemütliche weiße Hexe sich bekriegen, schwirren „Kometen“ mit goldenen Capes herum. Verpeilte Aushilfsbösewichte wie Kobold Kasimir würzen das Geschehen.

Sacht modernisiert hat Regisseurin Jenny Koban das Stück, das das frühere Vereinsmitglied Jörg Müller schon vor 18 Jahren eigens für die Amateurbühne schrieb, um möglichst viele der Hobby-Theatermacher einzubinden. Zwei mal 40 Darsteller und Dutzende Akteure hinter den Kulissen werfen sich bei der üppigen Inszenierung ins Zeug. Auch der flotte Soundtrack wurde vom Ensemble selbst produziert. Entstanden ist sehr spaßige, faszinierende Familienunterhaltung.

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Aufführungen: Samstag und Sonntag (18. und 19. November) sowie 25. und 26. November, 2., 9., 10. und 16. Dezember. Karten: ' 6 09 09 70 oder online.   | amateurbuehne.de

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