Wie Banken ihre Kunden schützen wollen
Wenn die letzte Rettung scheitert

Münster -

Sie wollen helfen, doch nicht immer wird ihre Hilfe angenommen. Banken treffen bei ihren Kunden, die Opfer von Trickbetrügereien werden, offenbar häufig auf taube Ohren.

Dienstag, 21.11.2017, 07:00 Uhr
 
  Foto: dpa

Am Bankschalter ist die letzte Chance, die potenziellen Opfer vor ihrem Unheil zu bewahren. Doch häufig genug scheitert die finale Rettung. Warum?

„Unsere Mitarbeiter sind auf die Situation vorbereitet“, sagt Michael Brinkmann von der Vereinigten Volksbank Münster. Über verschiedene Kanäle werde transportiert, dass eine gewisse Skepsis angebracht sei, gerade wenn ältere Menschen höhere Geldbeträge abholen wollten. Dabei sei das selbstverständlich nicht ganz unproblematisch, immerhin gehe es um das Geld der Kunden, und denen könne man nicht vorschreiben, was sie damit zu machen hätten.

Doch auch die Sparkasse Münsterland Ost, die Commerzbank und die PSD-Bank bestätigen, dass sie ihre Angestellten anhalten, nachzufragen. „Die Mitarbeiter achten verstärkt auf ältere ­Menschen, die unangekündigt größere Geldbeträge abheben wollen, und suchen in diesen Fällen das Gespräch mit dem Kunden“, teilt etwa die Commerzbank mit. Bei der PSD-Bank sei erst kürzlich ein Betrugsfall dank eines kritisch nachfragenden Beraters aufgefallen, bestätigt die Bank.

Doch Brinkmann, Leiter des Volksbank-Vorstandsstabs in Münster, sagt auch: „Die Verbrecher sind uns häufig einen Schritt voraus.“ Er gibt ein Beispiel: „Früher haben sich die Kriminellen vor allem introvertierte Leute gesucht, mittlerweile werden aber die Selbstbewussten zum Opfer. Und da haben wir schlechte Karten.“

Denn obwohl man die Kunden ganz konkret und, so Brinkmann, „mit Engelszungen“ auf Verdachts­momente hinweise, würden diese die Hilfe häufig genug von sich weisen. Und dann nütze eben auch alle Vorsicht der Angestellten nichts mehr.

Das bestätigt auch die Polizei. Für sie ist daher ein anderer Aspekt der Prävention entscheidend: „Sprechen Sie darüber“, gibt eine Sprecherin den Menschen mit auf den Weg. Angehörige und Freunde sollten gerade der älteren Generation klarmachen, dass von vertrauten Menschen weder Geld am Telefon gefordert werde, noch die Notwendigkeit bestehe, unbekannten Menschen schnell Geld auszuhändigen. „Ziehen sie eine Vertrauensperson, kommen Sie zur Ruhe und wählen Sie die 110.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5302514?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker