"Park and ride" ab Coesfelder Kreuz
Adventsparken startet als Pilotprojekt in Münster

Münster -

Münster setzt auf ein neues Park-and-ride-Angebot, um den Parkdruck an den Adventssamstagen abzumildern. Besucher aus dem Umland sollen kostengünstig am Coesfelder Kreuz parken und dann mit Shuttle-Bussen in die Innenstadt fahren.

Dienstag, 21.11.2017, 15:47 Uhr aktualisiert: 21.11.2017, 19:47 Uhr
Um den alljährlichen Verkehrskollaps zur Vorweihnachtszeit in Münster zu vermeiden, sollen Besucher mit einem neu entwickelten Shuttle-Angebot zum Weihnachtsbummel in die Innenstadt fahren.
Um den alljährlichen Verkehrskollaps zur Vorweihnachtszeit in Münster zu vermeiden, sollen Besucher mit einem neu entwickelten Shuttle-Angebot zum Weihnachtsbummel in die Innenstadt fahren. Foto: Helmut P. Etzkorn

Die Formel, die sich Münster-Besucher an den fünf Samstagen im Dezember merken sollten, ist einfach: neun Minuten, fünf Personen, sechs Euro. Heißt: In neun Minuten bringen Shuttle-Busse die Autofahrer vom Uni-Parkhaus am Coesfelder Kreuz bis zum Aegidiimarkt oder Bült. Fünf Personen können über ein Ticket mitfahren, abgegolten ist die Busfahrt bereits über die sechs Euro, die das Parken des Autos maximal kostet.

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Die „Initiative Starke Innenstadt Münster“ (ISI), Stadt und Stadtwerke, Münster Marketing sowie die Universität wollen vor allem Besucher aus dem Umland mit dem am Dienstag vorgestellten Park-and-ride-Angebot an den Adventssamstagen zum Weihnachtsbummel in die Innenstadt locken. Dazu kommt der Samstag vor Silvester, in dem Münster erfahrungsgemäß aus allen Nähten platzt.

Erster Adventssamstag in Münster

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  • Der große Ansturm blieb aus. Foto: Oliver Werner
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  • Der große Ansturm blieb aus. Foto: Oliver Werner

Ohne privaten Autoverkehr geht's nicht

„Für den Handel ist die Mobilität ein zentrales Thema“, sagte ISI-Sprecher Tobias Viehoff. Die Kaufleute hätten sich auf die Fahnen geschrieben, die Erreichbarkeit Münsters über den öffentlichen Personennahverkehr, aber auch mit Privat-Pkw zu verbessern. Denn, so betonte Viehoff: „Eine Stadt wie Münster kann nicht ohne den privaten Autoverkehr.“

Auf der Suche nach generellen Verkehrslösungen

Insofern gilt das gesponserte Adventsparken im eigentlich an den Wochenenden geschlossenen Uni-Parkhaus am Coesfelder Kreuz als ein Pilotprojekt, bei dem relevante Partner wie die Stadtwerke und die Stadt Münster im Boot sind. Stadtbaurat Robin Denstorff sprach dann auch von einer „smarten Lösung, die bei guter Akzeptanz auch an anderen Stellen der Stadt angeboten werden kann“. Denstorff ist auf der Suche nach generellen Verkehrslösungen angesichts der Pendlerströme.

Fünfminütiger Bustakt

Der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, Dr. Henning Müller-Tengelmann, macht keinen Hehl daraus, dass der beste Park-and-ride-Verkehr mit Bus und Bahn im Heimatort beginne. Wer an den Dezember-Samstagen mit dem Auto nach Münster fahre, treffe beim Parken am Coesfelder Kreuz auf einen nur fünfminütigen Bustakt – „ähnlich wie der schnelle Takt von U-Bahnen in anderen Großstädten“.

40. 000 Euro lässt sich die ISI das Adventsparken am Coesfelder Kreuz kosten. „Wir wollen das über zwei Jahre ausprobieren und mit zusätzlichen Angeboten weitere Verbesserungen erzielen“, so Viehoff.

Kommentar: Umdenken

Die langen Schlangen jeden Samstag auf der Pferdegasse in Richtung Domplatz oder vor der Arkaden-Tiefgarage belegen eines: Münster-Besucher wollen mit dem Auto am liebsten bis in die Geschäfte fahren. Dafür sprechen auch die freien Park-and-ride-Parkplätze an der Weseler Straße oder am Albersloher Weg. Trotzdem ist die Initiative, an den Samstagen im Dezember das Uni-Parkhaus am Coesfelder Kreuz zu öffnen und über Busse mit dem Zentrum zu verbinden, angesichts des drohenden Verkehrsinfarkts einen Versuch wert. Am Ende muss jeder Autofahrer für sich entscheiden, ob er lieber 20 Minuten vor einer Tiefgaragen-Einfahrt wartet oder den kostengünstigen Umweg mit dem Shuttle-Bus nimmt. Allerdings: Ohne ein Umdenken in den Köpfen aller muss Münster die so dringend erforderlichen neuen Mobilitätskonzepte gar nicht erst konkretisieren. Ralf Repöhler

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