Weihnachtsmärkte in Münster
Verkürzter Budenzauber schmerzt Händler

Münster -

Fünf Weihnachtsmärkte öffnen am Montag (27. November) in der münsterischen Innenstadt ihre Buden. Rund 300 Stände insgesamt laden in der Innenstadt zum Bummeln ein. Momentan sind die Standbetreiber dabei, ihre Buden auf den passenden Platz zu rücken, einzurichten und für die glänzenden Wochen auszuschmücken.

Mittwoch, 22.11.2017, 12:00 Uhr aktualisiert: 22.11.2017, 12:30 Uhr
Am 27. November wird eröffnet: Die Buden für den Platz vor der Lambertikirche wurden schon geliefert.
Am 27. November wird eröffnet: Die Buden für den Platz vor der Lambertikirche wurden schon geliefert. Foto: Matthias Ahlke

Das Baugerüst am Stadthaus 1 wurde für den Markt verschoben, um auf dem Syndikatplatz genug Raum für die Stände zu schaffen. Auch an der Überwasserkirche rechnet Organisator Volker Schneider in diesem Jahr nicht damit, dass wie im letzten Jahr kurz nach Beginn des Marktes alle noch einmal aufrücken mussten. Damals wurde kurzfristig der Turm der Überwasserkirche weiträumig abgesperrt, in diesem Jahr steht ein Gerüst am Turm. Schneider sieht keine Überraschungen auf sich zukommen: „Bis jetzt sieht es gut aus.“

Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster

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  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Aufbau des Weihnachtsmarkts in Münster Foto: Matthias Ahlke

Giebelhüüskesmarkt an der Überwasserkirche

Zum neunten Mal veranstalten Fred Menting und Volker Schneider den Giebelhüüskesmarkt an der Überwasserkirche, der 25 Stände beherbergt – von denen einer in diesem Jahr mit Kunsthandwerk neu belegt sein wird. Ihren damaligen Zehn-Jahres-Vertrag haben die Organisatoren bereits verlängert. Erst vor drei Jahren hätten sie auf eigene Kosten auf dem Platz eine neue Kanalisation verlegt, erklärt Schneider. Der Innenausbauer, der seit 18 Jahren im Weihnachtsmarktgeschäft tätig ist und bundesweit Hütten auf- und abbaut, freut sich, dass ihnen bereits für den Giebelhüüskesmarkt eine Vertragsverlängerung vorliegen würde. Damit hat das Organisationsduo jetzt noch sieben Märkte vor sich.

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Marktbetreiber bedauern kurze Laufzeit

Volker Schneider bedauert wie die anderen Marktbetreiber, dass den Händlern in diesem Jahr aufgrund der kurzen Vorweihnachtszeit eine Woche fehlen würde. „Manchen tut das richtig weh“, sagt der Organisator. Außerdem schließt der Markt an der Überwasserkirche wie der auf dem Lambertikirchplatz noch früher als die drei anderen Märkte.

Während für Volker Schneider der 22. Dezember (Donnerstag) als Ende des diesjährigen Giebelhüüskesmarktes im Kalender steht, ist auf dem Lambertikirchplatz nach Angaben von Bernd Kleimann bereits am 21. Dezember Schluss.

Münsters schönster Weihnachtsmarkt ist...

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  • Rund 1,5 Millionen Menschen werden auch in diesem Jahr wieder zu den münsterischen Weihnachtsmärkten erwartet. So sehr sie sich auf den ersten Blick ähneln, so stark unterscheiden sie sich, wenn man genauer hinschaut. Redakteure unserer Zeitung haben sich auf den Weg gemacht, die Märkte im Rathausinnenhof, vor der Lamberti-Kirche, am Kiepenkerl, an der Überwasserkirche und im Aegidiimarkt besucht – und danach ihren ganz persönlichen Lieblingsweihnachtsmarkt gekürt.

    Foto: Oliver Werner
  • Weihnachten

    für Genießer

    Kulinarisches & Co. am Kiepenkerl

    Münsters schnellstes Dreigänge-Menü ist der Klassiker im Kiepenkerlviertel. „Ein drin, ein draußen“, heißt die kleine kulinarische Raffinesse. Ein Stückchen Mettwurst liegt in dem Mini-Holzschuh, der als Schnapspinnchen dient, eines hängt darüber. Dann wird über die kleine Wurst im Holsken wahlweise Kräuterkorn oder Pflaumenlikör gegossen. „Das Ganze im Mund schön sämig kauen, trinken – und dann die zweite Wurst zum Nachtisch“, rät Tim Broeker, dessen Vater die Tradition vor 31 Jahren begründet hatte.

    Das Weihnachtsdorf unter dem Kiepenkerl-Denkmal ist der kleinste, aber dank des westfälischen und weihnachtlichen Ambientes auch einer der schönsten Weihnachtsmärkte. Genießer und Gourmets kommen an den knapp 20 Buden auf ihre Kosten. Die knusprige Bratwurst am Stand vom Kleinen Kiepenkerl ist ein Geheimtipp, die Pommes mittendrin sind original holländische Frietjes. An mehreren Buden duftet Grünkohl. Glühwein, Eierpunsch oder Lumumba schmecken an jedem Stand, vor dem Großen Kiepenkerl gibt es Punsch mit Mandeln und Rosinen, aber auch Glühbier mit Apfelfruchtsaft.

    Weihnachten geht im Kiepenkerlviertel durch den Magen. Wie wäre es mit einer herzhaften Wurst im Spieker des Hofladens Renfert-Deitermann aus Gittrup und vom Tiroler Standl von Rita Westhoff? Fellmützen, Engel und Sterne lassen es weihnachten Für Glitzer sorgen bunte indische Armreifen in 30 Farben. Für viele Frauen fühlt sich der Stand von Andreas Schäfer wie Weihnachten an.

    Ralf Repöhler

    Foto: Oliver Werner
  • Glückspilze

    für Zuhause

    Spitzbudenzauber vor Lamberti

    Das Weihnachtsdorf im Schatten von Lamberti ist klein und fein – und bedient viele Wunschzettel. Das macht den Lichtermarkt aber auch für mich so sympathisch. 30 Buden stehen mitten auf dem Kirchplatz auf einem Drubbel. Der Lichtermarkt ist meistens der erste Weihnachtsmarkt, der in Münster aufgebaut wird und der erste, der aber auch wieder schließt. Eigentlich hätte dieser Markt am Prinzipalmarkt mit seinen hübschen Spitzbuden den Namen Giebelhüüskesmarkt verdient, aber dieser Name ist vergeben.

    Der Lichtermarkt zwischen Prinzipalmarkt und Lambertikirche ist bald 30 Jahre alt – und trotzdem wird er nicht langweilig. Mein erster Weihnachtsmarktbummel führt meistens zur Lambertikirche. Zum Glück hat sich hier kein Ballermann-Dorf angesiedelt. Natürlich werden auf dem Markt Bratwurst, Glühwein, Räuberfleisch, Waffeln, Stollen und Mandeln angeboten – aber viele der Buden in Enzianblau werden auch von Handwerkern „bewohnt“. Das macht halt den Lichtermarkt aus. Vor allem kurz nach der täglichen Öffnung um 11 Uhr ist und bleibt dieser Budenzauber ein kleiner Geheimtipp. Dann ist es in den breiten Gängen noch schön leer. Und außerdem kennen inzwischen viele der Weihnachtsmarkthändler ihre Kunden persönlich. Mandel-Erna Theiling, Wurst-Frank Wegner oder Glühwein-Giovanni Süss nehmen sich Zeit für ein Schwätzchen. Das macht die Gemütlichkeit aus.  

    Gabriele Hillmoth

    Foto: Oliver Werner
  • Geheimtipp

    für Bequeme

    Rundum glücklich im Aegidiimarkt

    Der Weihnachtsmarkt im Aegidiimarkt ist vermutlich der einzige, für den an dieser Stelle eine Lanze gebrochen werden muss. Kaum jemand im Redaktionskreis mochte für ihn in die Schranken treten. Wohl­an!

    Über die leicht bestoßene Baukunst aus den 70ern lässt sich streiten – aber im Vergleich zur glattgebügelten Gegenwartsarchitektur hatte die Moderne damals noch ein Gesicht! Als Schauplatz gepflegten Budenzaubers bietet der Markt mit seinen Durchgängen, Winkeln und Terrassen eine charaktervolle Kulisse.

    Das Innenhof-Flair ist jedenfalls intensiver als am Rathaus, überdies ist die Anordnung der grünen Häuschen ungleich gefälliger. Und die große Weihnachtspyramide mit dem sauber intonierten Glockenspiel ist ein Münster-typischer Hingucker.

    Man wundert sich, wie viel Platz der Aegidiimarkt bietet: Zwischen den Buden gibt es einen ebenso anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Rundlauf, vorne an den großen Futterkrippen ist hingegen genug Platz für die Stammtischrunde.

    Das Weihnachts-Sortiment ist vollständig: Was hier feilgeboten wird, würde andernorts als weihnachtliches Komplettpaket durchgehen. Spezialitäten: Christbaumschmuck und Kneifzangen aus feinster Schokolade.

    Der Aegidii-Weihnachtsmarkt ist übrigens auch für Bewegungsmuffel ideal: Als einziger seiner Art verfügt er über eine Tiefgarage und über ein Café mit Buden-Panorama. Und über direkten Anschluss ans Landesmuseum . . .  

    Lukas Speckmann

    Foto: Oliver Werner
  • Der Weihnachtsmarkt

    für unterwegs

    Budenzauber mit Regenschutz direkt am Rathaus

    Zugegeben, ich bin kein Experte für Weihnachtsmärkte. Mein besonderer Bezug zum Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof beruht deshalb auch nicht auf die spezifische Zusammensetzung des vorweihnachtlichen Budenzaubers.

    Nein, ganz profane und dienstliche Gründe haben den Ausschlag gegeben, warum ich vorzugsweise diesen Weihnachtsmarkt direkt in der City kennen und lieben gelernt habe.

    Seit Jahr und Tag besuche ich regelmäßig die Sitzungssäle im Stadtweinhaus auf. Da ich ebenso gewohnheitsmäßig mein Fahrrad in den Ständern bei Karstadt abstelle, führt mich der kürzeste Weg immer am Stadthaus I vorbei, weiter zur Chillida-Skulptur und dann zum Durchgang zwischen dem Petzhold-Seiteneingang und dem historischen Rathaus.

    Im Dezember ist dieser Weg gleichbedeutend mit einem Gang über Münsters größten Weihnachtsmarkt. Manchmal drubbelt es sich am Glühweinstand gegenüber vom Stadtcafé ganz gewaltig. Aber niemals wäre ich bereit, deswegen einen Umweg zu machen und am Stadthausturm vorbeizugehen.

    Längst kenne ich auch die Zeiten, in denen es möglich ist, bei Köhne einen Zwischenstopp einzulegen und eine Bratwurst zu essen. Direkt an der Chillida-Skulptur gibt es Stände mit ausgefallenem Spielzeug.

    Dort habe ich mir schon so manche Inspiration für Geschenke geholt (und natürlich auch Spielzeug gekauft). Und noch etwas ist mir aufgefallen: Bei Regen kann man schnell eine Überdachung finden und sich dort unterstellen. Sehr praktisch!   

    Klaus Baumeister

    Foto: Oliver Werner
  • Der Markt

    der Kindheit

    Romantik im Schatten von Überwasser

    Weihnachten, das ist das Fest der Kindheitserinnerungen: Bescherung, Geschenke – und Weihnachtsmärkte ohne Glühwein-Orgien und Kitsch aus China.

    Auf dem Weihnachtsmarkt an der Überwasserkirche gibt es zwar Glühwein und auch so manchen Kitsch, dennoch ist er der schönste von Münster – wegen der prächtigen Kulisse, die nicht auf eine frühe Dämmerung angewiesen ist. Der Kirchturm von Überwasser kann sich auch am helllichten Tag sehen lassen. Wird es dann irgendwann doch dunkel, dann ist der „Giebelhüüskenmarkt“ an Romantik kaum zu überbieten.

    Der intelligente Aufbau der Hütten – eng an der Außenwand der Kirche, die Sicht auf Straßen und Autos verstellend – erweckt den Eindruck, mit einer Zeitmaschine in eine längst vergangene Zeit gereist zu sein, vor 150 Jahren oder noch weiter zurück, als das Glockengeläut noch nicht von Smartphone-Gebimmel gestört wurde.

    Die Illusion ist brüchig, zerplatzt so schnell, wie sie gekommen ist. Und doch gibt es Augenblicke, wo man sich hier wirklich wie in der „guten, alten Zeit“ wähnt, wie sie in so vielen Gemälden und Erzählungen vergangener Jahrhunderte beschworen wurde.

    In jenen Momenten, wo es im Schatten von Überwasser wirklich ruhig ist (es gibt sie!), höchstens die Glocken läuten oder der Bäcker am Flammkuchenstand an der Ofentür rappelt, wird die Vermutung zur Gewissheit, dass es im Advent in Münster keinen schöneren Ort gibt als den Giebelhüüskenmarkt.

    Martin Kalitschke

    Foto: Oliver Werner

30 Stände am Lambertikirchplatz

30 Stände finden hier – wie jedes Jahr – einen Platz. Bernd Kleimann, der die Organisation in den Händen hält, berichtet von einem Wechsel auf dem Lichtermarkt, der durch seine blauen Buden mit weißem Dach glänzt. Wobei bei einer Renovierung der Stände der blaue Farbton genau vorgegeben wird.

Zwei Wechsel verzeichnet Jörg Lamskemper von der Werbegemeinschaft Kiepenkerl-Viertel im Weihnachtsdorf. 19 Buden stehen beim kleinsten Weihnachtsmarkt Münsters rund um die Weihnachtstanne, darunter ein neuer Anbieter mit Weihnachtsschmuck aus Berlin sowie einer mit Kiepenkerl- und Münster-Accessoires.

Zum Thema

Die Stände am Kiepenkerl, im Rathausinnenhof und im Aegidiimarkt öffnen zwischen dem 27. November (Montag) und dem 23. Dezember (Samstag), die Märkte an der Überwasserkirche (22.12.) und auf dem Lambertikirchplatz (21.12.) werden bereits früher abgebaut. Der Budenzauber ist sonntags bis donnerstags von 11 bis 20 Uhr sowie freitags und samstags von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

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