Wirtschaftsplan der Abfallwirtschaftsbetriebe
Müllabfuhr in Münster wird nicht teurer

Münster -

Die Müllgebühren bleiben zumindest bis Ende 2019 stabil, weil die städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe Prozesse bei der Entsorgung optimierten und so Kosten senken konnten. Gleichzeitig gingen die Erlöse nach oben, weil Münster mehr Einwohner und damit Gebührenzahler hat. Zudem konnten am Markt für Altpapier und Schrott höhere Einnahmen erzielt wurden.

Mittwoch, 22.11.2017, 07:00 Uhr
Erhebliche Einsparungen durch Optimierung in den Anlagen und höhere Erlöse bei der Papier- und Schrotvermarktung sorgen für zufriedene Gesichter bei (v.l.) AWM-Chef Patrick Hasenkamp, Stadtrat Matthias Peck und Christian Wedding (AWM)
Erhebliche Einsparungen durch Optimierung in den Anlagen und höhere Erlöse bei der Papier- und Schrottvermarktung sorgen für zufriedene Gesichter bei (v.l.) AWM-Chef Patrick Hasenkamp, Stadtrat Matthias Peck und Christian Wedding (AWM). Foto: hpe

In Zeiten, in denen alles regelmäßig teurer wird, ist es eine gute Botschaft: Die seit 2010 geltenden Gebühren für die Müllabfuhr in Münster werden zumindest bis Ende 2019 nicht erhöht.

„Wir sind zwar von Kostensteigerungen nicht verschont geblieben, konnten sie aber durch Mehreinnahmen und Einsparungen ausgleichen“, so Stadtrat Matthias Peck am Dienstag bei der Vorlage des Wirtschaftsplans 2018 der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM).

Mehr Tonnen, mehr Einnahmen

Die Umsatzerlöse werden 2018 von rund 52 auf 54 Millionen Euro steigen. Weil Münster wächst, werden rund 310 000 Euro mehr an Behältergebühren eingenommen. Altpapier ist gefragt, deshalb steigen auch die Erlöse aus der Vermarktung 2018 um rund 650 000 Euro auf knapp drei Millionen Euro, und beim Verkauf von eingesammeltem Schrott und Altmetall rechnen die AWM mit 300 000 Euro an zusätzlichen Erlösen. Stabil bleiben die Gebühren nach Meinung der AWM auch, weil sie vor zwei Jahren die Restabfall-Behandlungsanlage von Remondis wieder in die kommunale Hand zurückgenommen haben. Der gesamte Anlagenverbund ist optimiert. Das erzielt laut AWM deutliche Einsprungen.

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Mehrkosten durch Lohnerhöhungen

Trotz der höheren Einnahmen bleiben unter dem Strich im Vergleich zu 2017 Mehrkosten von rund 766 000 Euro, weil Löhne und Gehälter um 3,9 Prozent ansteigen und mehr Geld in die Bauunterhaltung gesteckt werden müsse. Auf die Gebühren habe das keine Auswirkungen, weil die Mehrausgaben aus Gebührenüberschüssen gedeckt werden könnten.

AWM-Chef Patrick Hasenkamp rechnet künftig mit weiteren rund 1,7 Millionen Euro Einsparungen im Jahr durch den Einsatz der neuen Technik bei der Verwertung von Bio- und Grünabfällen. Die Anlage am Entsorgungszentrum Coerde ging im Januar ans Netz.

Mülltrennung schont Umwelt

Durch die getrennte Erfassung und Verwertung der Abfälle werden laut Peck jährlich rund 80 000 Tonnen weniger Kohlenstoffmonoxid in die Luft geblasen. Und wer als Bürger Abfall trenne und bestenfalls vermeide, produziere weniger Restabfall. „Das spart Gebühren und schont die Umwelt“, so Peck.

Die durchschnittlichen Kosten eines Vier-Personen-Haushaltes in Münster für die Müllentsorgung liegen laut AWM monatlich bei knapp 20 Euro. Konstant bleiben 2018 übrigens auch die Straßenreinigungsgebühren.

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