Entwurf für Osmo-Gelände
Urbanes Quartier am Stadthafen

Münster -

Auf dem früheren Osmo-Gelände am Hafen sollen etwa 450 Wohnungen, aber auch kleine Läden, Gastronomie und Büros entstehen. Oberbürgermeister Lewe sagt, dass dort auch bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Samstag, 25.11.2017, 13:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2017, 13:47 Uhr
Entwurf für Osmo-Gelände: Urbanes Quartier am Stadthafen
  Foto: Planungsentwurf

Die Mauer muss weg. Das hässliche Ding an der Schillerstraße schneidet „Klein Muffi“ seit Jahrzehnten vom Hafen ab. Schluss damit! Der neue städtebauliche Entwurf für das Neuhafen-Projekt auf dem früheren Osmo-Gelände, der unter der Federführung des neuen Stadtbaurates Robin Denstorff entstanden ist, bricht die unüberwindbare Barriere auf. „So können die Bewohner des Herz-Jesu-Viertels auf dem kürzesten Weg den Kreativkai erreichen“, sagt Denstorff. Ziel des neuen Masterplans ist es, vielseitige Wegeverbindungen durch das gesamte Quartier zu schaffen.

Sorge in sozialen Netzwerken

Mit großem Interesse hat der überraschte Planungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung das neue städtebauliche Konzept aufgenommen. Groß war bereits am Freitag danach die Sorge in den sozialen Netzwerken, dass sich nur reiche Münsteraner das Leben im Neuhafen erlauben können.

Das Osmo-Gelände

Das ehemalige Osmo-Gelände, über dessen Anschlussnutzung seit Jahren diskutiert wird, teilt sich auf in vier Bereiche:

► Den westlichen Teil möchte der Coppenrath-Verlag als Erweiterungsfläche nutzen.

► Auf dem nördlichen Teil (in Richtung Schillerstraße) möchte das Investorenduo Deilmann/Kresing ein Wohnquartier errichten.

► Der östliche Teil dient der Expansion des Kuhrschen Speichers.

► Der Süden mit der attraktiven Wasserkante geht an die LVM-Versicherung.

...

Oberbürgermeister Markus Lewe entgegnet vehement, dass „auf dem alten Osmo-Gelände dringend benötigter und bezahlbarer Wohnraum entsteht“. Auch Denstorff spricht unter anderem von „bezahlbarem und gefördertem Wohnraum“. Nach Informationen unserer Zeitung ist eine Quote mit dem Investorenduo Deilmann/Kresing bislang nicht vertraglich festgelegt. Sie soll aber bei 30 Prozent liegen, heißt es.

Nutzung als überdachter Markt denkbar

Nach Jahren hatte die Stadt endlich den dicken Knoten gemeinsam mit den beiden Projektträgern und mit der Zustimmung der benachbarten Investoren Kuhr, LVM und Coppenrath durchschlagen können. Die inzwischen wackeligen Osmo-Hallen, für die eine generelle Abrissgenehmigung erteilt ist, werden verschwinden. Der LVM, plant an der Wasserseite damit im Frühjahr 2018 zu beginnen.

Nach dem jetzt vorliegenden Entwurf wird das Neuhafen-Projekt – wie berichtet – den Bau von etwa 450 Wohnungen ermöglichen. Mit durchschnittlich vier bis sechs Geschossen und einzelnen höheren Gebäuden soll ein urbanes Quartier entstehen. Büros, Gastronomie, kleinere Läden, Kindergarten und Hotel sollen neben kulturellen Einrichtungen einziehen.

Die zur Wasserfläche überkragende Halle soll rekonstruiert werden. Im Inneren denkt der LVM an eine Nutzung als überdachter Markt.

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Bis im Hafen gebaut wird, werden sicherlich noch zwei Jahre vergehen. „Der Rahmen ist gesetzt“, sagt Denstorff. Jetzt geht es in die weitere Planung und Debatte. 

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