Brand auf dem Send
Feuer in historischem Karussell

Münster -

Vermutlich durch Brandstiftung ist das historische Kinderkarussell auf dem Send in der Nacht zum Donnerstag in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte durch ein schnelles Eingreifen den Totalverlust des 80 Jahre alten Fahrgeschäftes verhindern.

Sonntag, 26.11.2017, 18:22 Uhr
Schaustellerin Ursula Arning-Konopczynski blickt auf ihr historisches Kinderkarussell, das durch einen Brand auf dem Send in der Nacht zum Donnerstag schwer beschädigt wurde.
Schaustellerin Ursula Arning-Konopczynski blickt auf ihr historisches Kinderkarussell, das durch einen Brand auf dem Send in der Nacht zum Donnerstag schwer beschädigt wurde. Foto: hpe/Feuerwehr

Das historische „Kindersportkarussell“ der Nienberger Schaustellerfamilie Arning-Konopczynski ist in der Nacht zum Donnerstag durch einen Brand auf dem Send schwer beschädigt worden. Die Flammen zerstörten die Rundleinlandwand, Markisen, den sogenannten „Himmel“, Lichtleisten, Holzbögen und Tragpfosten. Am Kassenhäuschen sind die Plastik­rollladen aufgrund der enormen Hitzeentwicklung geschmolzen. Auch einige der handgefertigten Holzautos aus dem Jahr 1937 sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Allerdings rollen sie zum Glück noch. Verkokelte Sitzflächen müssen ausgetauscht werden.

„Das ist eine Tragödie im 80. Jahr dieses Schmuckstücks. Generationen von Kindern in Münster haben hier auf dem Send oder beim Weihnachtsmarkt in der Stadt ihre Runden gedreht und Spaß gehabt“, meint die sichtlich betroffene Ursula Arning-Konopczynski am Donnerstagmorgen beim Anblick ihres Fahrgeschäfts. Es ist nicht das erste Feuer für die Schaustellerfamilie. 1986 gab es in Emsdetten einen Brandanschlag auf das Karussell. Auch damals war die Feuerwehr fix und verhinderte einen Totalverlust.

Um 2.50 Uhr erhellten am Donnerstag Flammen den Send, die gesamte Außenplane stand in Flammen. Mitarbeiter der gegenüberliegenden Losbude, die ihren Campingwagen hinter ihrem Stand hatten, entdeckten den Brand und alarmierten die Feuerwehr. Die rückte mit 19 Leuten an. Durch ihr schnelles Eingreifen konnte ein Überspringen der Flammen auf den Technikwagen verhindert werden. Auch Antrieb und Schwungrad, quasi das Herz des Karussells, blieben intakt. Neun der insgesamt 14 Autos haben nur Rußschäden „Ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Weihnachtsmarkt alles restauriert bekommen und wieder an den Start gehen können“, hofft die Schaustellerin. Danach sind vier Monate Winterpause, ehe das Karussell wieder auf Reisen gehen soll.

Die Kripo war noch in der Brandnacht vor Ort und schließt einen technischen Defekt aus. Damit bleibt als Ursache nur Brandstiftung. Hinweise auf mögliche Täter gibt es bislang nicht.

Gutachter schauen sich nun den Schaden an, dann soll das Fahrgeschäft noch im Laufe des Freitags demontiert und in die Halle der Schausteller nach Nienberge trans portiert werden. Die Höhe des Sachschadens dürfte bei mindestens 50 000 Euro liegen.

Für Schaustellerchef Fritz Heitmann ist ein „historisches Zeitzeichen unserer Sendgeschichte“ arg be­schädigt worden. Allerdings könnten auch Nachtwachen oder zusätzliche Absper­rungen Brandstiftungen nicht zu verhindern. Den Besuchern bietet sich ein trauriges Bild im Herzen des Sends. Einige werfen einen Blick durch die ­Absperrung und reagieren bestürzt. Schausteller-Kol­legen betonen ihr Mit­gefühl. Es sei erbärmlich, so die Existenz einer Familie aufs Spiel zu setzen. „Unfassbar“ und „Sauerei“ ist zu hören.

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