Bilder und Druckgrafiken von Udo Achterholt im Franz-Hitze-Haus
Harmonische Ganzheit

Münster -

Schnörkelige Ornamente, statisch angeordnet in Reih und Glied: Was aussieht wie eine detailverliebt gestaltete Musterung, ist der Abdruck eines Küchenpapiers. Die Idee, künstlerisch mit Küchenrollen zu experimentieren, kam Udo Achterholt urplötzlich. Mit dem Papiertuch wischte er überschüssige Farbe weg – und wurde so auf die Musterung aufmerksam. „Ein Zufallsprodukt also“, sagt der Künstler. „Das sind kleine Schritte, die sich beim Experimentieren ergeben.“

Montag, 27.11.2017, 17:33 Uhr
Udo Achterholt lebt und arbeitet auf Haus Stapel bei Havixbeck. Aktuell sind seine Werke im Franz-Hitze-Haus ausgestellt. Geprägt durch grafische Einflüsse, bilden seine Bilder stets eine harmonische Ganzheit.
Udo Achterholt lebt und arbeitet auf Haus Stapel bei Havixbeck. Aktuell sind seine Werke im Franz-Hitze-Haus ausgestellt. Geprägt durch grafische Einflüsse, bilden seine Bilder stets eine harmonische Ganzheit. Foto: Sehr

Derzeit sind Achterholts Bilder in der Akademie Franz Hitze Haus ausgestellt. Das Metier des gebürtigen Münsteraners ist der Druck. Die Wechselbeziehung zwischen Druck und Malerei, die seine Werke prägt, wird deutlich, wenn der 65-Jährige grafische, gedruckte Elemente aufgreift und sie malerisch weiterentwickelt. So entstehen Kunstwerke, die auf die Gleichwertigkeit beider Techniken hinweisen.

Achterholts vielfältiges Repertoire der druckgrafischen Techniken reicht vom Sieb-, Hoch- und Flachdruck bis zum Holzschnitt. Oft kombiniert er die Arbeitsweisen, trägt Farbe gerollt und gespachtelt auf und fügt collageartig vermeintlich fremde Elemente wie etwa Straßenpläne ein, die sich doch mühelos in die Ganzheit des Werks einfügen. „Meine Bilder besitzen immer etwas Konstruiertes“, erläutert er. „Meist finden sich eine zen-trale grafische Form und mehrere kleine Elemente, die sie ausbalancieren.“

So entstehen Spannungsfelder, die letztlich – nicht zuletzt dank der fein nuancierten Farbkombinationen – eine harmonische Komposition ergeben. Er arbeite nie mit „reinen Farben“, sagt der Künstler. Stattdessen sind die Farbtöne mit Schwarz und Weiß durchmischt, wirken so beinahe milchig. Achterholts Bilder sind nicht aufdringlich, sie entfalten ihre Wirkung mit Bedacht.

Ein fertiges Bild hat er zu Beginn des Schaffensprozesses nicht vor Augen. „Aber im Laufe von 35 Jahren hat sich eine gewisse Bildsprache entwickelt“, sagt er. Wie ein roter Faden zieht sich dieses dem Künstler eigene Idiom durch sein Werk. Die Ausstellung bildet einen Querschnitt seiner Arbeiten der vergangenen zehn Jahre ab – eine Einladung, die Intensität der Symbiose von Druck und Malerei zu erleben.

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„Udo Achterholt – Bilder und Druckgrafik“, bis 10. Dezember im Franz-Hitze-Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50; Mo-Sa 8-20 Uhr, So 9-14 Uhr

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