Verein zur Förderung eines Jüdischen Friedhofs gegründet
Über 400 Grabsteine

Münster -

Die kulturelle, wissenschaftliche, instandhaltende und denkmalpflegerische Förderung des alten Jüdischen Friedhofs in Münster ist das Ziel einer neuen Institution: Im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Münster wurde nun der „Verein zur Förderung des Jüdischen Friedhofs an der Einsteinstraße Münster“ gegründet.

Montag, 27.11.2017, 22:00 Uhr
Nahmen an der Gründungsversammlung für den Verein teil (v.l.): Gisela Möllenhoff, Hiltrud Geburek, Karin Reismann, Sharon Fehr, Marie-Theres Wacker, Rita Schlautmann-Overmeyer und Ludger Hiepel. Nicht auf dem Bild sind die weiteren Gründungsmitglieder Dr. Karina Gräfin von und zu Hoensbroech und Ruth Frankenthal.
Nahmen an der Gründungsversammlung für den Verein teil (v.l.): Gisela Möllenhoff, Hiltrud Geburek, Karin Reismann, Sharon Fehr, Marie-Theres Wacker, Rita Schlautmann-Overmeyer und Ludger Hiepel. Nicht auf dem Bild sind die weiteren Gründungsmitglieder Dr. Karina Gräfin von und zu Hoensbroech und Ruth Frankenthal. Foto: Verein "Jüdischer Friedhof Einsteinstr.

Insbesondere durch die Pflege der Internet-Domain www.juedischer-friedhof-muenster.de mit ihrer wissenschaftlichen Dokumentation des Friedhofs soll dieser Zweck verfolgt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Dokumentation wurde seit 2012 in einem Projekt am Seminar für Exegese des Alten Testaments der Katholisch-Theologischen Fakultät erarbeitet und mit einem Festakt im März 2015 im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Münster freigeschaltet.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Marie-Theres Wacker haben der Theologe Ludger Hiepel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar, und andere Mitarbeiter die über 400 Grabsteine, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, für die virtuelle Präsentation bearbeitet. Über einen interaktiven Plan oder eine Personensuche können auf der Internetseite einzelne Gräber angewählt werden. Auf den jeweiligen Personenseiten werden dann Fotos der Grabsteine, die Inschriften in Transkription und Überset-zung aus dem Hebräischen angezeigt. Zudem wurden auf den Seiten auch Artikel und Fotos aus dem biografischen Lexikon „Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945“ eingestellt, das Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer verfasst haben.

Der Jüdische Friedhof Münster sei dadurch dauerhaft zu einem Ort der Geschichte, einer Erinnerungsstätte aus Stein für die nachfolgenden Generationen in Westfalen sowie für das Jüdische Leben in Münster geworden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dort wird der Verstorbenen gedacht und ihr Leben erzählt.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Sharon Fehr, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Münster, Prof. Marie-Theres Wacker und Ludger Hiepel, die in der Gründungsversammlung zum Vorstand gewählt wurden, auch Bürgermeisterin Karin Reismann, Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer sowie weitere Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Auf der Internetseite sollen in Kürze weitere Informationen zum Verein und zur Mitgliedschaft bereitgestellt werden. 

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