Bloß nicht durchdrehen
Tischfußball ist mehr als nur ein Kneipenspiel

Münster -

Acht Mannschaften spielen aus Münster in den Ligen des Deutschen Tischfußballverbandes (DTFB). Anders als beim „Kickern“ in der Kneipe gibt es beim Tischfußball strenge Regeln. Tisch bewegen? Verboten. Den Ball mit der Hand bewegen? Verboten. Die Männchen durchdrehen lassen? Absolut verboten!

Dienstag, 28.11.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 28.11.2017, 08:46 Uhr
Tischfußball im Vereinsheim der „Schovelkoten“: Obwohl in einer ehemaligen Kneipe gespielt wird, hat das Spiel nicht viel mit dem „Kickern“ unter Freunden zu tun. Christian Serpé (l.) und Luca Brauser (2.v.r.) spielen auch in den Ligen des Deutschen Tischfußballverbandes.
Tischfußball im Vereinsheim der „Schovelkoten“: Obwohl in einer ehemaligen Kneipe gespielt wird, hat das Spiel nicht viel mit dem „Kickern“ unter Freunden zu tun. Christian Serpé (l.) und Luca Brauser (2.v.r.) spielen auch in den Ligen des Deutschen Tischfußballverbandes. Foto: anf

Ein kurzer Blick, eine schnelle Handbewegung, dann ein lautes Krachen: Schon hat Christian Serpé den Ball im Tor versenkt. Die weiße Plastikkugel kommt unter dem Spielfeld wieder zum Vorschein – und wird vom Rand in die Mitte gerollt.

Christian Serpé hat als Student den münsterischen Tischfußballverein „Schovelkoten“ mitbegründet. Auch in der Tischfußball-Riege des Hochschulsports der Uni Münster ist er aktiv. Mittlerweile nicht mehr als Student, sondern als Dozent. Doch auch als solcher durfte er am Wochenende wieder bei den Universitätsmeisterschaften mitmischen.

Universitätsmeisterschaften

„Als Sieger vom letzten Jahr richten wir die Meisterschaften aus“, erklärte Serpé im Vorfeld. Das Team der Uni Münster – viele von ihnen spielen auch bei den „Schovelkoten“ – sind zwei Mal in Folge Universitätsmeister geworden.

In diesem Jahr reichte es nicht zu Platz eins, wie Danny Stumpe am Montag mitteilte. Er ist bei den „Schovelkoten“ für die Pressearbeit zuständig und stand am Wochenende auch selbst am Kickertisch. Das Team habe sich im entscheidenden Spiel gegen die Uni Oldenburg geschlagen geben müssen. „Im Spiel um Platz drei konnten wir dann nachlegen“, so Stumpe.

Neuer Teilnahmerekord

14 Mannschaften aus ganz Deutschland waren zu den Universitätsmeisterschaften im Tischfußball angereist. „Das ist ein neuer Teilnahmerekord,“ erklärte Stumpe. Die Veranstaltung erhalte von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch, so der Student.

Und davon profitiert auch der Verein „Schovelkoten“. Der Name, der aus der Masematte stammt und so viel bedeutet wie „Böse Jungs“, sei bei der Gründung durch Zufall entstanden, erinnert sich Christian Serpé. Knapp elf Jahre gibt es den Verein mittlerweile, dabei habe es laut Serpé auch schon mehrere Umzüge gegeben.

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Mittlerweile haben die „Schovelkoten“ – bei denen auch Frauen immer willkommen sind – ein Vereinsheim in der Scharnhorststraße. Eine ehemalige Kneipe wurde mit fünf Kickertischen ausgestattet. „Das hat am Anfang ganz schön viel Geld gekostet“, sagt Serpé. Doch mittlerweile könne sich der Verein gut durch die Mitgliedsbeiträge der etwa 50 Aktiven finanzieren.

Neben den Vereinsabenden treffen sich auch zweimal pro Woche die Studenten des Hochschulsports in den Räumen. Je ein Vereinsspieler leitet die Gruppe, bringt den Studenten Tricks bei und zeigt ihnen Techniken, um aus beinahe jedem Winkel das Tor zu treffen.

An diesem Abend ist Luca Brauser als „Trainer“ im Vereinsheim. Auch er ist noch Student, seit einem Jahr spielt er aber fest bei den „Schovelkoten“. Den Hochschulsportlern bringt er an diesem Abend das Stellungsspiel bei – also wie man die Stangen am besten hält, wenn der Gegner den Ball hat.

Strenge Regeln beim Tischfußball

Wie fast alle im Verein kennt er das „Kickern“ aus Kneipen. Damit habe der Vereinssport aber nicht viel zu tun, sagt Christian Serpé. Acht Mannschaften spielen aus Münster in den Ligen des Deutschen Tischfußballverbandes (DTFB). Anders als beim „Kickern“ in der Kneipe gibt es beim Tischfußball strenge Regeln. Tisch bewegen? Verboten. Den Ball mit der Hand bewegen? Verboten. Die Stange – und somit die Männchen – durchdrehen lassen? Absolut verboten!

Für Christian Serpé und Luca Brauser hat der Sport aber einen besonderen Reiz: „Man steht seinem Gegner so nah gegenüber und bekommt die Emotionen sofort mit.“ 

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