Gymnasial-Pläne
Das soll sich bei der Rückkehr von „G8“ zu „G9“ ändern

Münster -

Das „Turbo-Abitur“ mit verkürzter Schullaufbahn steht zur Diskussion. Die Landesregierung hat sich unlängst für eine Rückkehr von der G8-Schullaufbahn zurück zum G9-System ausgesprochen. Nun lud das Landesschulministerium die Gymnasialleiter aus dem Regierungsbezirk zu einer internen Dienstbesprechung nach Recklinghausen ein.

Dienstag, 28.11.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.11.2017, 07:04 Uhr
Eltern- und Schüler-Initiativen haben viel Druck gemacht, damit die Schülerlaufbahn an Gymnasien von Klasse fünf an wieder neun statt acht Jahre beträgt. Planen können Schulen aber erst, wenn die gesetzliche Grundlage geschaffen wurde.
Eltern- und Schüler-Initiativen haben viel Druck gemacht, damit die Schülerlaufbahn an Gymnasien von Klasse fünf an wieder neun statt acht Jahre beträgt. Planen können Schulen aber erst, wenn die gesetzliche Grundlage geschaffen wurde. Foto: dpa

„Die Eckdaten der Leitentscheidung“, so hieß es bei der Bezirksregierung, sollten dargelegt werden. Den über 100 Rektoren wurde erklärt, dass ein Tag mit sechs Stunden Unterricht, also Halbtagsunterricht, für die Stufen fünf bis zehn wieder möglich sein soll, wie nach der Veranstaltung von mehreren Lehrern zu erfahren war.

Sechs Stunden Schule am Tag

Eine Entlastung der Kinder bei Schulstunden und Lernmenge könne erreicht werden, wenn eine wöchentliche Unterrichtszeit von 30 Stunden möglich ist. Verteilt auf die fünf Wochentage hieße das: sechs Stunden Schule am Tag. Werden diese 30 Wochenstunden mit der Anzahl der Schuljahre von Klasse fünf bis Klasse zehn multipliziert, ergibt sich die Summe von 180. Im Modell des Ministeriums liegt der Leitwert für die Regellaufbahn zwischen 180 und 188 Stunden.

Die wöchentliche Belastung wird niedriger, obwohl die Gesamtstunden mehr werden.

Jürgen Sape

Im G 8-System waren es zwar „nur“ 163 Unterrichtsstunden, aber nicht auf sechs, sondern auf fünf Jahre verteilt. „Die wöchentliche Belastung wird niedriger, obwohl die Gesamtstunden mehr werden“, sagte Jürgen Sape, stellvertretender Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, zu den Plänen des Ministeriums.

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Falls eine Schule weiterhin das G8-Systems bevorzuge, solle nur einmal die Schulkonferenz entscheiden können. Der Schulträger könne dagegen lediglich ein Veto einlegen, war nach der Besprechung auch von anderen Rektoren zu hören. „Es sollen nicht zwei der drei gleichberechtigt in der Schulkonferenz vertretenen Gruppen – Schüler, Lehrer und Eltern – die dritte überstimmen können“, so Sape weiter. Deshalb müsste die Entscheidung für G8 mit zwei Dritteln plus einer Stimme fallen. Bei einer späteren Entscheidung für G8 könne diese nur noch der Schulträger durchsetzen.

Halbtagsunterricht sei stark im Kommen

„Es ist klar geworden, dass der Halbtagsunterricht stark im Kommen ist“, sagte Ralf Brameier, Rektor des Pascal-Gymnasiums. Er wies zugleich darauf hin, dass – zumindest am „Pascal – von Seiten der Eltern schon jetzt „eine Nachfrage nach mehr Übermittagbetreuung“ bestehe. Bisher biete das Gymnasium sie für die Stufen fünf bis sieben an. „Für die Stufen acht bis zehn würden wir das in der Zukunft auch schaffen.“ Der „Elternwunsch“ tendiere zu einem „Höchstmaß an Flexibilität“.

Schulamt plant weitere Umfrage

Am Ratsgymnasium bestehe „die Tendenz, dass eine Rückkehr zu G9 gewünscht wird“, gab Schulleiter Hendrik Snethkamp auf Anfrage ein Stimmungsbild wider. „Sowohl bei den Schülern als auch bei Lehrern und Eltern.“ In den Schulgremien würde das Thema „von G8 zu G9“ derzeit diskutiert.

Das Schulamt wird ab Anfang des Jahres eine weitere Umfrage zur bereits im Juni durchgeführten zu Schulwahlkriterien unternehmen. Gefragt sind diesmal Eltern jetziger Dritt- und Viertklässler. Es gehe darum, ob sie das G8- oder das G9-System bevorzugen. „Wir wollen den Schulen damit eine Orientierungshilfe geben“, so Schulamtsleiter Klaus Ehling.

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