Schutzkonzept gegen Grenzverletzungen wird erarbeitet
Miteinander sprachfähig werden

Münster -

Acht Pfarreien in Münster haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, um ein Präventions-Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt zu erarbeiten.

Dienstag, 28.11.2017, 10:00 Uhr
Gemeinsam geht es leichter:  Acht Pfarreien im Stadtdekanat Münster haben sich zusammengeschlossen, um sich bei der Erarbeitung der institutionellen Schutzkonzepte zu unterstützen.
Gemeinsam geht es leichter:  Acht Pfarreien im Stadtdekanat Münster haben sich zusammengeschlossen, um sich bei der Erarbeitung der institutionellen Schutzkonzepte zu unterstützen. Foto: Bischöfliche Pressestelle

Gemeinsam geht es leichter: Das haben sich acht Pfarreien im Stadtdekanat Münster beim Thema Präventionsarbeit gegen grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt gedacht. Sie haben begonnen, ein sogenanntes institutionelles Schutzkonzept (ISK) zu erstellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums Münster.

Praxisorientiert vorgehen

„Ziel ist es, gemeinsam mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln“, erklärt Doris Eberhardt. Als Präventionsfachkraft berät und begleitet sie die Pfarreien in der Region Münster/Warendorf bei der Erstellung eines ISK.

Wie gelingt es, Vorhandenes zu nutzen, Schwachstellen zu verbessern und praxisorientiert vorzugehen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten viele Haupt- und Ehrenamtliche zu Beginn des Prozesses, weiß Eberhardt. Beteiligt sind die Pfarreien St. Petronilla Handorf, St. Joseph Münster-Süd, St. Franziskus, St. Lamberti, St. Clemens Hiltrup-Amelsbüren, St. Nikolaus, Heilig Kreuz sowie St. Marien und St. Josef.

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Ihre Vertreter wollen die Antworten nicht alleine suchen. Bei regelmäßigen Treffen besprechen sie die einzelnen Schritte bis zum ISK und entwickeln einheitliche Standards. Die Theorie mit Leben zu füllen, ist parallel dazu Aufgabe der jeweiligen Projektgruppen in den Pfarreien. „Dabei ist der Weg das Ziel“, betont Eberhardt, denn Unsicherheiten im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt kennen viele Menschen aus ihrem Alltag.

ISK soll im Alltag greifen

Die Projektgruppen der Pfarreien, die aus Vertretern von Kirchenvorstand, Pfarreirat, Seelsorgeteam, Kindergarten und Jugendarbeit bestehen, definieren zunächst die Bereiche, in denen das ISK im Alltag greifen soll. Wichtig sei, sagt Eberhardt, die Bedarfe für Kinder, Jugendliche, Haupt- und Ehrenamtliche zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. Während beispielsweise die Pfarrei St. Mauritz bereits mitten im Prozess ist, stehen die acht Pfarreien noch am Anfang. „Wir haben 26 Gruppen unserer Pfarrei angeschrieben, die regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, und Vertreter zu einem ersten Treffen eingeladen“, berichtet Pfarrer Jürgen Streuer aus Handorf. Die Rückmeldungen seien beeindruckend: Lediglich eine Gruppe wolle das Thema anderweitig aufgreifen, alle anderen hätten zugesagt. „Bei uns geht es ab kommender Woche los“, sagt Streuer erfreut.

Fünf weitere Treffen geplant

Auch Stadtdechant Jörg Hagemann freut sich über das Engagement der Pfarreien und baut auf die Zukunft: „Ein Institutionelles Schutzkonzept kann in den Pfarreien nur wirksam sein, wenn es angenommen wird und so zu einer Haltungsänderung beim Thema Grenzverletzungen und Grenzüberschreitungen führt.“

Fünf Mal wollen sich die Vertreter der acht Pfarreien bis Ende 2018 treffen, dann sollen die Schutzkonzepte veröffentlicht werden. Wichtig sei, eine möglichst hohe Transparenz auf allen Ebenen zu schaffen, erklärt Eber­hardt. „Nur so können wir beim Thema Prävention miteinander sprachfähig werden und das Konzept auch im Alltag umsetzen.“

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