„Wunschkinder“ hat Premiere am Borchert-Theater
Konflikt der Generationen

Münster -

Das Kind ist flügge und will sein Leben doch nicht so recht in die Hand nehmen: Die Eltern des 19-jährigen Marc sind ratlos. Statt sich um seine Zukunft zu kümmern, zieht ihr Sohn ein Faulenzer-Dasein vor. Seine neue Freundin Selma allerdings absolviert eine Ausbildung, holt ihren Abschluss nach und pflegt ihre Mutter – ein guter Einfluss also. Dann aber wird Selma schwanger und der Konflikt gerät ins Rollen.

Dienstag, 28.11.2017, 17:33 Uhr
Ungewollt finden sich Marc (Johannes Langer) und Selma (Rosana Cleve) in der Elternrolle wieder.
Ungewollt finden sich Marc (Johannes Langer) und Selma (Rosana Cleve) in der Elternrolle wieder. Foto: Silvia Drobny

Mit „Wunschkinder“ inszeniert Regisseurin Kathrin Sievers ein Stück aus der Feder von Lutz Hübner und Sarah Nemitz: jenem Duo, das bereits das Kultstück „Frau Müller muss weg“ schrieb. Morgen feiert Sievers‘ Version des Eltern-Kind-Spektakels am Wolfgang-Borchert-Theater Premiere.

„Wunschkinder“ zu inszenieren, habe sie selbst vorgeschlagen, berichtet die Regisseurin. „In Hübners und Nemitz‘ Stücken geht es immer um Problematiken, in denen die Menschen sich wiederfinden können.“ Dabei porträtiere das Ensemble die Figuren auf realistisch-psychologische Weise, nie überzeichnet, dafür mit Raum für Identifikationsfläche. Letztlich seien ihre Beweggründe nachvollziehbar, sagt Sievers. Jeder, der selbst Kinder habe, kenne das: „Man ist besorgt, hat Schuldgefühle und fragt sich: Tue ich zu viel oder zu wenig?“

Dabei tut sich manche Sackgasse vor den Figuren auf, ihre Beziehungen sind stets im Wandel. Und so entstehen auf Sievers‘ Simultanbühne immer neue Figureninstallationen, um die zwischenmenschlichen Geflechte zu veranschaulichen.

Schlussendlich bleibt vor allem der Eindruck vieler „Wunschkinder“: jenes, das gewollt ist, jenes, das es nicht ist, und jenes, dessen Eltern es sich eigentlich ganz anders gewünscht hätten. Lachen und Weinen, Komik und Tragik lägen da nah beieinander, ist Sievers sicher. „Wie im echten Leben eben.“

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Die Premiere am Donnerstag, 30. November, ist ausverkauft. Nächste Aufführungen: 1., 2., 9., und 10. Dezember, immer um 20 Uhr. Tickets unter ' 400 19.   | wolfgang-borchert-theater.de

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