„Storno“ 2017
Trio greift bei Themen in die Vollen: Weltgeschehen sauber seziert

Münster -

Thomas Philipzen ist sauer, weil Jamaika gescheitert ist. Dabei hatten sie es doch schon im Programm. Harald Funke kann nicht verstehen, dass keiner mit seiner „Angie“ koalieren will, und Jochen Rüther bringt Martin Schulz in Erinnerung, jenen „Heiland aus Würselen“, den Erzengel Gabriel einst verkündet hatte. Mit dieser Eröffnungsszene sind die Weichen gestellt für „Storno“, den jährlichen Jahresrückblick, der am Montag im Landeshaus Premiere hatte.

Dienstag, 28.11.2017, 18:56 Uhr
Bewährte Formation: Thomas Philipzen (l.) gibt sich bei der Premiere gewohnt quirlig. Jochen Rüther (M.) schätzt den Gestus des Elder Statesman, und Harald Funke glänzt mal wieder mit eindrucksvollen Grimassen.
Bewährte Formation: Thomas Philipzen (l.) gibt sich bei der Premiere gewohnt quirlig. Jochen Rüther (M.) schätzt den Gestus des Elder Statesman, und Harald Funke glänzt mal wieder mit eindrucksvollen Grimassen. Foto: jas

Nachdem die großen Parteien abgehandelt sind, kommen die kleinen dran. Zu Christian Lindners Frisur fällt ihnen ein „Wahlkampftransplantationsgesetz“ ein, Anton Hofreiter von den Grünen lassen sie quotentechnisch als unisex durchgehen, und Sarah Wagenknecht mutet ihnen aufgrund der Omnipräsenz in Talkshows wie ein Bildschirmschoner an.

Von der AfD kommen sie auf Sachsen, jenes Bundesland, in dem die Partei ihr bestes Ergebnis erzielt hat, obwohl es im Vergleich zu den anderen eigentlich „chronisch unterfremdet“ sei.

Auch keine Scheu vor Kalauern

Es ist die bewährte Formation, die die drei hier reiten. Philipzen gibt sich quirlig und von allem schnell begeistert, während Rüther im Gestus eines Elder Statesman stets zur Besonnenheit mahnt. Funke, der Kugelblitz unter den Kabarettisten, steuert seine cholerischen Anfälle bei und geizt dabei nicht mit eindrucksvollen Grimassen.

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Schnell springen sie von Thema zu Thema, bringen Missstände treffsicher auf den Punkt, zeigen aber auch keine Scheu vor Kalauern. Auf diese Weise ziehen sie ein Jahr Weltgeschehen in zweieinhalb Stunden sauber durch.

Dieselfahrer - die Raucher unter den Autofahrern

Zur Welt gehört auch das heimatliche Münster, dem sie einen Widerspruch in sich attestieren, wenn es fahrradfreundlichste Stadt und gleichzeitig Stadt des Westfälischen Friedens sein will. Radfahren und Frieden schließt sich für die drei Herren nämlich grundsätzlich aus, weshalb sie das selbstfahrende Rad einfordern, später dann den selbstdenkenden Menschen.

In Dieselfahrern erkennen sie die Raucher unter den Autofahrern, die nur noch tief in der Nacht tanken, wenn es keiner sieht. Lobend erwähnt werden SUV, die zwar einiges an Benzin verbrauchen, dafür mit Energiesparlampen in den Scheinwerfern ausgestattet sind.

Hip-Hop tanzende Opas & Hardcore-Veganer

Weitere Themen sind Hardcore-Veganer, die sich aus ideologischen Gründen weigern, eine Pudelmütze zu tragen, Hip-Hop tanzende Opas, deren Herzschrittmacher von Jugendlichen gehackt wurde, und der Niedergang der Streitkultur, seit es beim Fußball den Videobeweis gibt.

Natürlich wird auch wieder gesungen, von Bach bis Udo Lindenberg reicht das Spektrum. Und zum Schluss gibt es noch eine Parodie auf „Herr der Ringe“, bei der ganz schaurige Perücken vorgeführt werden. 

Fotografischer Rückblick - Storno 2016:

Hinter den Kulissen von „Storno“

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Wir haben bei den Vorbereitungen für einen Auftritt in Münster einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
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    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

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  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Storno ist das wohl größte Kleinkunstprojekt, das das Münsterland je gesehen hat.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An mehr als 70 Abenden spielen Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther vor insgesamt 46.000 Zuschauern.

    Foto: Wilfried Gerharz
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