Protest zur Primarkeröffnung
Kleidertauschparty: Die etwas andere Shoppingtour

Tauschen statt kaufen: Mit einer Kleidertauschparty haben die BUND Jugend und andere Organisationen am Donnerstag in Münsters Innenstadt anlässlich der Filialeröffnung der Bekleidungskette Primark für einen bewussteren Umgang mit Kleidung demonstriert.

Donnerstag, 30.11.2017, 17:20 Uhr aktualisiert: 30.11.2017, 18:27 Uhr
Kleidertauschparty Münster. Foto: Julie Milch
Die Gegenveranstaltung zur Primark-Eröffnung: Kleidertausch statt Kaufrausch in Münsters Innenstadt. Foto: Julie Milch

Das Prinzip einer solchen Kleidertauschparty ist simpel: Interessierte geben einige Tage vorher oder direkt vor Ort ausgemusterte Kleidungsstücke ab, die nicht mehr getragen werden. Dafür kann dann nach Lust und Laune in den abgegebenen Hosen, Kleidern oder Pullovern der anderen gestöbert und neue Lieblingsstücke mit nach Hause genommen werden. Svenja Heuer hat zwei Tops dabei, die sie der Aktion spendet: „Ich finde sie immer noch schön, aber ich ziehe sie einfach nicht an.“

Trotz Kälte ist das Interesse groß

Unterstützt von den Organisatoren der BUND Jugend helfen die meisten Anwesenden mit, eine gewisse Ordnung in die Kleiderspenden zu bringen. Schilder zeigen an, wo Frauen fündig werden und wo sich die „Herrenabteilung“ befindet. Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt ist schon ab 10 Uhr viel Betrieb an dem einfachen Pavillon. Vor allem jüngere Menschen gucken sich die gespendeten Stücke an. Immer wieder nähern sich aber auch Menschen jenseits der Dreißig und gucken neugierig.

Unpassendes wird nächstes Mal getauscht

Auch die Studentinnen Svenja Heuer und Zoë Benecke stöbern bald durch die gesammelten Kleidungsstücke. Schnell hat jede von ihnen ein Kleidungsstück in der Hand, das sie nicht mehr hergeben wollen. Vor einem großen Spiegel können die Sachen angehalten werden, eine Umkleidekabine gibt es nicht. Und wenn das ausgesuchte Stück angezogen nicht den Erwartungen entspricht? „Das ist das Gute, wenn es nicht passt, gibt es bald die nächste Tauschparty“, meint Heuer lachend. An anderer Ecke wird über kleine Änderungen mit der Nähmaschine beraten - manche Teile werden einfach später passend gemacht - manchmal ist lediglich Kreativität gefragt.

Nachhaltige Idee: Bestehendes soll genutzt werden

Aber warum nicht einfach in den Laden gehen und neue Kleidung kaufen? „Es ist schön, dass der Kleiderschrank so nicht einfach nur voller wird, sondern man schöne Teile auch noch mal weitergibt“, erklärt Benecke ihr Interesse. Sie sind hier nicht die einzigen, die häufiger zu solchen Veranstaltungen gehen, manchmal organisieren sie einen privaten Kleidertausch mit ihren Freundinnen. Auf die Aktion heute sind sie über soziale Netzwerke und einen nachhaltigen Mailverteiler aufmerksam geworden.

Hintergrundinfos kommen an

Neben der Kleidung bietet die BUND Jugend Flyer und Hintergrundwissen über die Auswirkungen der Kleidungsproduktion. Kleine „Preisschilder“ an vielen Teilen klären über die Umstände der Produktion auf, beispielsweise wie viel Pestizid für den Anbau konventioneller Baumwolle eingesetzt wird. Das finden Heuer und Benecke gut, sie würden sich solche Transparenz auch im Laden wünschen. Bis es einmal so weit kommt, können Second-Hand-Läden und Tauschaktionen dieser Art helfen, Mode bewusster zu konsumieren.

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