Dissertationspreise vergeben
Die Ehrung der Besten

Münster -

Die Universität Münster hat am Freitag die besten Doktorarbeiten ausgezeichnet. Sechs Absolventen erhielten den mit jeweils 7500 Euro dotierten Dissertationspreis.

Freitag, 01.12.2017, 20:30 Uhr
WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) und Prorektorin Prof. Dr. Monika Stoll (r.) mit den Preisträgern 2017: Dr. Maximilian Holtgrave, Anika Barbara Rupflin, Dr. Gerrit Budde und Dr. Jonas Franz (v.l.). Zwei Preisträger fehlen auf dem Foto.
WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels (l.) und Prorektorin Prof. Dr. Monika Stoll (r.) mit den Preisträgern 2017: Dr. Maximilian Holtgrave, Anika Barbara Rupflin, Dr. Gerrit Budde und Dr. Jonas Franz (v.l.). Zwei Preisträger fehlen auf dem Foto. Foto: WWU / Peter Leßmann

Sechs Absolventen erhielten am Freitag den Dissertationspreis der Universität Münster als Anerkennung für außergewöhnliche Doktorarbeiten. Ihnen zu Ehren lud das WWU-Rektorat zu einem Empfang im Schloss ein. Der Preis ist mit jeweils 7500 Euro dotiert und dient der Förderung von Forschungsarbeiten der Preisträger, berichtet die Uni.

Mit Dissertationspreisen wurden der Theologe Matthias Schleiff, die Rechtwissenschaftlerin Anne Gläßner, der Wirtschaftswissenschaftler Maximilian Holtgrave, der Mediziner Jonas Franz, die Historikerin Annika Barbara Rupflin sowie der Geowissenschaftler Gerrit Budde ausgezeichnet.

Die Preisträger und ihre Arbeiten im Einzelnen:

Matthias Schleiff (Evangelisch-Theologische Fakultät): Wenn die Naturkonstanten, die die Gestalt des Universums bestimmen, nur minimal andere Werte angenommen hätten, hätte sich nie bewusstes Leben darin entwickeln können. In seiner Arbeit entwickelt Matthias Schleiff daraus ein Argument für die Existenz eines Schöpfers.

Dr. Anne Gläßner (Rechtswissenschaftliche Fakultät): In der Arbeit geht es darum, wie psychologische Erkenntnisse zum menschlichen Entscheidungsverhalten bei der Gesetzgebung berücksichtigt werden. Anleger werden am Kapitalmarkt durch Informationspflichten geschützt: Der Anbieter muss umfassend und wahrheitsgemäß über sein Produkt informieren. Die meisten Menschen können diese Fülle an Informationen nicht richtig verarbeiten, sodass es zu Fehlentscheidungen kommt, die wiederum zu Fehlinvestitionen führen. Anne Gläßner untersuchte, wie der Gesetzgeber bessere Anlageentscheidungen fördern kann.

Dr. Maximilian Holtgrave (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät): Die Dissertation befasst sich mit den Motiven und dem Management der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Lieferanten. Das Ziel solcher Partnerschaften ist es, die eigene Lieferkette zu einem schlagkräftigen Instrument im globalen Wettbewerb zu machen. Die Arbeit zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit in der Lieferkette den Unternehmen nicht nur vertiefte Möglichkeiten zum Informationsaustausch bietet, sondern darüber hinaus Lernprozesse innerhalb eines Unternehmens anstoßen kann, die im globalen Wettbewerb einen gewichtigen Vorteil darstellen.

Dr. Jonas Franz (Medizinische Fakultät): Die Arbeit befasst sich mit der Frage: Wie erkennt man eine entzündete Zelle, wenn sie fast gesund aussieht, sprich die „normale“ Lichtmikroskopie keinen Unterschied erkennt? Dafür wurden Endothelzellen, die Blutgefäße von innen auskleiden, mit einem Rasterkraftmikroskop untersucht. Dieses Rasterkraftmikroskop tastet mit einer Art Schallplattennadel die Oberfläche der Zellen ab. Durch diese Mikroskopietechnik erhält man ein nanometergenaues Bild der Zelloberfläche.

Anika Barbara Rupflin (Fachbereich Geschichte/Philosophie): Die Studie befasst sich mit den vom Staat verübten Menschenrechtsverbrechen während der letzten argentinischen Diktatur in den 1976 bis 1983. Zentral ist dabei die Haltung der katholischen Kirche zu diesen Verbrechen.

Dr. Gerrit Budde (Fachbereich Geowissenschaften): Die Doktorarbeit beschäftigt sich mit der frühen Entwicklung des Sonnensystems und der Bildung von Planeten. Direkte Einblicke in diese Prozesse liefern Meteorite. So konnte er zeigen, dass sogenannte Chondren (millimetergroße Kügelchen) wahrscheinlich eine entscheidende Rolle zu Beginn der Planetenbildung spielten. Des Weiteren enthüllten diese Untersuchungen, dass unser Sonnensystem in den ersten Millionen Jahren zweigeteilt war, wobei die Trennung von innerem und äußerem Sonnensystem vermutlich auf die frühe Entstehung Jupiters zurückzuführen ist.

Das Rektorat zeichnete am Freitag zudem die besten Doktorinnen und Doktoren des Jahres 2017 aus. 123 Nachwuchswissenschaftler hatten für ihre Dissertation das Prädikat „summa cum laude“ erhalten.

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