DHL-Zustellzentrum in Münster
Offenbar sind unzählige Elektrogeräte verschwunden

Münster -

In einem DHL-Zustellzentrum in Münster ist es in den vergangenen Monaten offenbar zu so vielen Diebstählen gekommen, dass in einzelnen Stadtvierteln im September wochenlang „so gut wie kein Handy“ angekommen sein soll. 

Montag, 04.12.2017, 17:00 Uhr
DHL-Zustellzentrum in Münster: Offenbar sind unzählige Elektrogeräte verschwunden
In der Weihnachtszeit werden besonders viele Pakete verschickt. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das berichtet ein Insider gegenüber unserer Zeitung. Die Polizei hält sich zu ihren Ermittlungen bedeckt, bestätigt aber, dass „Verdächtige zu Vernehmungen mit zur Wache“ genommen wurden. Ermittlungsergebnisse ständen noch aus.

Die Bedingungen für Diebe in den Zustellzentren sind offenbar paradiesisch. Auf den Paketen steht entweder groß der Name von Unternehmen, die für den Verkauf von Elektrogeräten bekannt sind, oder der Karton enthält den Hinweis: „Achtung, enthält Lithium-Batterien“. „Dann weiß auch jeder, dass Elektrogeräte drin sind. Das ist lächerlich einfach“, erklärt ein Insider. Beim Entladen der Lastwagen sind die Mitarbeiter in den Zustellzentrum offenbar mehr oder weniger unbeobachtet.

Ein Sprecher der Post wollte sich zu den Hinweisen nicht äußern. „Wir haben einen Sicherheitsdienst, und wir gucken, wenn etwas ist“, sagte Rainer Ernzer zwar auf Anfrage. Selbst langjährige Mitarbeiter können sich aber nicht erinnern, jemals Sicherheitsmitarbeiter gesehen zu haben. Über Kameras oder Diebstahlsicherungen sagte Ernzer nichts, um Tätern keine Tipps zu geben.

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Der Informant beschreibt die Arbeit in dem Zen­trum als „unschaffbar“. Krankmeldungen seien häufig, neue Mitarbeiter schwer zu finden. Gleichzeitig steige die Menge der Pakete unaufhörlich an. So hätten die Mitarbeiter schon im Oktober ähnlich viele Pakete sortieren müssen wie sonst vor Weihnachten, eine sonst übliche Sommerpause gebe es nicht mehr. Das führe dazu, dass Pakete, für die Kunden mehr bezahlen, damit sie am nächsten Tag ankommen, drei oder vier Tage brauchen. „Die anderen drei bis vier Wochen.“

Defekte Pakete dokumentieren

Bei defekten Paketen oder wenn aus dem Paket tropft, gilt Folgendes zu beachten: Der Adressat sollte das Paket sofort in Anwesenheit des Zustellers aufmachen, den beschädigten Inhalt durch den Boten dokumentieren lassen und beim Absender reklamieren. Auch wenn der – insbesondere zu Weihnachten – gestresste Fahrer eigentlich keine Zeit dafür „verschwenden“ will, sollte er beim Öffnen zugegen bleiben – für den Fall eines juristischen Streits. (wb)

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