Das Amano-Quartett stellte sich im Erbdrostenhof vor
Geburtsstunde eines Weltklasse-Ensembles

Münster -

Das Interesse am zweiten Chapeau-Classique-Konzert der Saison, zugleich das letzte GWK-Konzert in diesem Jahr, war riesig. Zur Fast-Weltpremiere des „Amano-Quartetts“ (nur am Vortag gab es ein privates und ein kleines öffentliches Konzert) war der Erbdrostenhof am Sonntagabend voll besetzt.

Montag, 04.12.2017, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.12.2017, 07:39 Uhr
Das Amano-Quartett lockte viele Zuhörer in Münsters Erbdrostenhof.
Das Amano-Quartett lockte viele Zuhörer in Münsters Erbdrostenhof. Foto: ukc

Kein Wunder: Denn zugleich bot das Konzert ein lang ersehntes Wiedersehen mit Violinistin Suyoen Kim, die viele Jahre lang eine sehr erfolgreiche Studentin von Prof. Helge Slaato an der hiesigen Musikhochschule war.

Sie sei „Münsters Wunderkind“, so nannte GWK-Geschäftsführerin Susanne Schulte die inzwischen frischgebackene Konzertmeisterin des Konzerthausorchesters in Berlin mit Wurzeln in Münster. Kim brachte mit Julien Szulman (zweite Violine), Guillaume Becker (Viola) und Bumjun Kim (Violoncello) weitere exquisite junge Kammermusiker in Münsters Erbdrostenhof.

Joseph Haydns Streichquartett B-Dur begann das Amano-Quartett beschwingt und mit jenem fein-tänzelnden Charme, den nur die besten Interpreten der Musik Mozarts oder Haydns einhauchen können. So perfekt, als spiele das Amano-Quartett schon seit Jahrzehnten zusammen. Und daran änderte sich bis zum Konzertende nach fast zweieinhalb Stunden auch nichts.

Im anschließenden „Adagio non lento“ dann durchwehte ein laues Sommerlüftchen den barocken Erbdrostenhof.

Robert Schumann wurde nur ein Jahr nach Haydns Tod geboren. Doch gar nichts erinnerte in seinem Streichquartett F-Dur daran. Das Amano-Quartett differenzierte fortan in größeren dynamischen Räumen. Wunderbar war das rasende Finale.

Kraftvoll und energisch, bis an die Grenzen ihrer Instrumente interpretierten die vier jungen Musiker Johannes Brahms Streichquartett Nr. 2 als einziges Stück in der zweiten Konzerthälfte. Im Finale riss Suyoen Kim eine Saite. Nach kurzer Unterbrechung begann das Quartett den Satz noch einmal von vorn.

War das die Geburtsstunde eines neuen Weltklasse-Quartetts? Das Publikum sah es offensichtlich genau so: Mit Riesenapplaus und stehende Ovationen dankte es den vier Musikern.

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