Ärger mit Tischreservierungen
Wo bleiben die Gäste?

Münster -

Die Gastronomie bittet Gäste, die Tische reserviert haben, rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn sich etwas ändert. Oft würden Betriebe nicht informiert, wenn Gäste ausbleiben oder nicht in der bestellten Zahl kommen, kritisiert der Hotel- und Gaststättenverband.

Freitag, 08.12.2017, 08:00 Uhr
Markus Geßler 
Markus Geßler  Foto: gh

Weihnachtszeit, Ausgehzeit: Kurz vor Jahresende ist es in manchen Restaurants und Gaststätten rappelvoll. Viele Gäste reservieren einen Tisch. Manchmal auch mehrere in verschiedenen Gaststätten, um sich kurzfristig für ein Lokal entscheiden zu müssen, heißt es in einer Pressemitteilung des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Westfalen. Die Tischreservierungen seien für Betriebe ein Problem.

Manchmal entscheiden die Gäste, den Tisch kurzfristig abzusagen, oder die Gäste erscheinen überhaupt nicht. Manchmal erscheinen die angemeldeten Gäste aber auch in geringer Anzahl als angekündigt. „Dieses Verhalten ist zu einem zunehmenden Problem geworden“, beklagt Markus Geßler, Sprecher der Innenstadtbetriebe Münster. „Reservierte Tische bieten wir anderen Gästen in unseren Betrieben natürlich erst einmal nicht weiter an. Umso ärgerlicher ist es, wenn Anfragen abgelehnt werden und die Tische trotzdem leer bleiben, weil nicht abgesagt wurde.“

Da die Gäste durch die Reservierung – ob telefonisch, schriftlich oder mündlich – einen „rechtlich bindenden Vertrag“ eingegangen sind, was vielen Gästen jedoch nicht klar sei, appelliert der Dehoga, das Nichtkommen (No-Shows) den Betrieben frühestmöglich mitzuteilen. Gleiches gilt, wenn weniger Personen kommen als Plätze reserviert wurden.

Fairer Umgang gewünscht

„Je eher wir erfahren, dass wir einen reservierten Tisch anderweitig vergeben können oder weniger Gäste kommen, desto besser: für unsere Planung, aber auch für Nachrücker“, betont der Gastronom aus der münsterischen Innenstadt. Gerade im Jahresendgeschäft spielten Planung und Reservierung eine Rolle. Wenn der Gastronom nicht weiß, dass weniger Gäste kommen oder der Tisch gar nicht benötigt wird, habe das zur Folge, dass zu viel Ware eingekauft werde, mitunter auch mehr Personal eingeplant wird als normalerweise vorgesehen ist.

Der Dehoga wünscht sich zwischen den Gästen und den Gastronomen einen fairen Umgang. Immer häufiger werden demnach von den Gastronomen auch in Deutschland Überlegungen angestellt, den Reservierungsmissbrauch einzudämmen, wie es beispielsweise in den USA schon häufig Standard ist. Dort ist es an der Tagesordnung, bei Reservierungen Kreditkartendaten abzufragen oder Anzahlungen einzufordern, heißt es weiter. Diese Praxis ist nach Angaben des Verbandes in Deutschland noch relativ selten. „Auf solche Lösungen werden wir bei uns wahrscheinlich auch häufiger zurückgreifen müssen“, sagt Geßler.

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