Interessengemeinschaft Kiepenkerlviertel - Interview
Dr. Martin Stracke: „Das schönste Viertel“

Münster -

Dr. Martin Stracke ist neuer Vorsitzender der Interessengemeinschaft im Kiepenkerlviertel. Es gibt einiges zu tun, sagt der Jurist. Ihm schwebt beispielsweise eine Verschönerung der kleinen Bergstraße vor. Wie die Löwen will der Verein für die wenigen Parkplätze kämpfen.

Samstag, 09.12.2017, 10:00 Uhr
Das Weihnachtsdorf am Kiepenkerl wird jedes Jahr vom Verein Kiepenkerlviertel organisiert, dessen Vorsitzender jetzt Dr. Martin Stracke ist.
Das Weihnachtsdorf am Kiepenkerl wird jedes Jahr vom Verein Kiepenkerlviertel organisiert, dessen Vorsitzender jetzt Dr. Martin Stracke ist. Foto: Matthias Ahlke

Für Dr. Martin Stracke steht fest: „Das Kiepenkerlviertel ist das schönste Stadtviertel in Münster.“ Der 46-Jährige trat jetzt als Vorsitzender des Vereins „Kiepenkerl e. V.“ die Nachfolge von Klaus Friedrich Helmrich an. 17 Jahre stand der Kaufmann und Gastronom von der Bogenstraße an der Spitze der Werbegemeinschaft. Der Neue, der ihn ablöst, kommt wie Helmrich von der Bogen­straße. Dr. Martin Stracke hat dort sein Büro und ist als Rechtsanwalt und Notar tätig. Stracke ist ein Ur-Münsteraner. Redakteurin Gabriele Hillmoth sprach mit ihm über Ideen und mögliche Pläne für das Kiepenkerlviertel.

Ist die Aufgabe für Sie neu?

Stracke: Nein, ich bin seit dem Jahr 2015 als Schriftführer für den Verein tätig und kann mich auf den Austausch mit den erfahrenen Mitgliedern im Vorstand verlassen.

Gab es Mitbewerber für den Vorsitz?

Stracke: Es war kein harter Wahlkampf. Natürlich trete ich in große Fußstapfen. Klaus Friedrich Helmrich hat viel fürs Viertel gemacht. Wir haben ihn schon am Wahlabend geehrt und ihm einen Kneipenabend durchs Viertel versprochen.

Wodurch zeichnet sich das Kiepenkerlviertel verglichen mit den anderen Vierteln in der Stadt aus?

Stracke: Die Besonderheit im Viertel sind die vielen inhabergeführten Geschäfte, wobei viele Kaufleute auch gleichzeitig noch Hauseigentümer sind. Bei uns ist die Struktur im Viertel einfach anders als am Prinzipalmarkt oder auf der Ludgeristraße. Ich würde mir langfristig wünschen, dass das kleinteilige Viertel auch so erhalten bleibt, wobei aber die Höhe der Mieten und die Nachfolgeregelungen das Problem sein können.

Haben Sie sich als neuer Vorsitzender besondere Ziele gesetzt?

Stracke: Zunächst möchte ich die Arbeit meines Vorgängers fortsetzen. Aber ich möchte mit dem Vorstand auch Schwerpunkte setzen. Die kleine Bergstraße beispielsweise könnte wesentlich schöner aussehen, dabei kommen sehr viele Menschen vom Theater-Parkhaus durch die Straße in die Stadt. Wenn ich das Pflaster betrachte, dann muss hier dringend etwas getan werden. Das neue Lindt-Café in der kleinen Bergstraße passt ins Viertel und wird demnächst an dieser Stelle in der Stadt bestimmt eine Be­reicherung sein. Besser als ein mexikanisches Restaurant, das auch schon mal im Gespräch war. Über eine schönere Gestaltung des Brunnens an der Ecke ­Bogenstraße / Neubrückenstraße könnte man sich Gedanken machen.

Kümmert sich die Werbegemeinschaft auch weiter um die Aa-Brücke?

Stracke: Ein Förderverein, der Spenden für die Umwandlung der Aa-Brücke gesammelt hat, hat sich in­zwischen aufgelöst. Doch das Thema wollen wir an­gehen. Es gibt hier viel Platz und große Chancen für das Kiepenkerlviertel, die wir nutzen müssen. Damals wurden wir vertröstet von der Stadt, dass man sich erst auf den Picassoplatz konzentrieren möchte, dann ­wären wir an der Reihe. Nur leider hat sich bis heute nichts getan. Dabei muss der Platz, wo die Wiege der Stadt steht, mit Leben gefüllt ­werden.

Gibt es weitere Themen, mit denen sich die Werbegemeinschaft beschäftigen möchte?

Stracke: Es gilt, eine neue Willkommenskultur für Besucher der Stadt über die Weihnachtsmärkte hinaus ganzjährig zu schaffen. In unserem Viertel sind sehr viele Spezialgeschäfte angesiedelt, die sich auf Qualitätseinkäufe fokussieren, das sind unsere Pluspunkte. Aber auch die Aufenthaltsqualität und die Erreich­barkeit innerhalb der gesamten Stadt Münster muss ­verbessert werden. Wir sind auf Gäste angewiesen. Die kleine Bergstraße ist dabei ein wichtiges Tor in die Stadt.

Was wird aus der Trafo­s

Stracke: Die Trafostation war ein toller Erfolg. Sie kann immer wieder eine Bühne sein, um sich dort als Viertel zu präsentieren.

Gibt es weitere Themen, die Sie beschäftigen?

Stracke: Fahrradabstellplätze sind wichtig. Aber auch für die wenigen Pkw-Stellplätze kämpfen wir wie die Löwen. Das Viertel muss für alle erreichbar bleiben.

Es gab Zeiten, als beispielsweise die Arkaden und die Stubengasse eröffnet wurden, da bekam man das Gefühl, dass Ihr Viertel verliert. Stimmt das?

Stracke: Die Sorge gab es, aber die hat sich nicht bewahrheitet. Wir fühlen uns nicht abgehängt, das liegt sehr viel an unserer Mischung im Viertel.

Wie stehen Sie zum verkaufsoffenen Sonntag?

Stracke: Einem verkaufsoffenen Sonntag stehe ich sehr ambivalent gegenüber. Ob er insgesamt zu einem höheren Umsatz für die Geschäfte in unserem Viertel führt, kann ich nicht beurteilen.

Früher gab es viele Events im Viertel. Haben Sie Pläne für 2018?

Stracke: Wir haben uns stark bei den Skulptur-Projekten engagiert. Wir müssen sparen, es wird aber etwas kommen.

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