Fr., 08.12.2017

Polizei kontrolliert Weihnachtspunsch mit bösen Folgen

Mit der Rauschbrille wird eine Alkoholisierung simuliert. Joachim Burbank kann kaum noch die Hütchen treffen.

Mit der Rauschbrille wird eine Alkoholisierung simuliert. Joachim Burbank kann kaum noch die Hütchen treffen. Foto: hpe

Münster - 

Nach dem Umtrunk am Weihnachtsmarkt geht es abends mit dem Auto beispielsweise von den Pendlerparkplätzen heim. Die Polizei registriert gerade auf Autobahnen zunehmend Alkoholfahrten und kontrolliert deshalb strenger.

Von Helmut Etzkorn

Der Blick durch die sogenannte Rauschbrille kann durchaus ernüchternd sein: Joachim Burbank (32) ist am Freitag mit seiner Familie eigentlich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt, geparkt hat er sein Auto auf dem Pendlerparkplatz an der Weseler Straße. Mit dem Bus soll es zum Budenzauber in die Innenstadt gehen, und bei dem fiesen Wetter knapp über null Grad darf natürlich ein erwärmender Glühwein mit Schuss nicht fehlen.

Fotostrecke: Weihnachtsmarkt-Auftakt unter dem Regenschirm

Mehr als einen Becher wird Burbank aber nicht trinken, nachdem er den speziellen Service der Polizei auf dem Parkplatz getestet hat. Christoph Becker und sein Team von der Polizei-Verkehrssicherheitsberatung simulieren mit der Brille den Zustand, wenn man ein paar Glas Hochprozentiges zu viel getrunken hat. Burbank kann mit aufgesetzter Brille den kleinen Tennisball, der auf den Hütchen vor ihm abgelegt wurde, kaum packen. Und beim Gang über den kleinen Hindernisparcours kommt er schon ordentlich ins schaukeln.

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Führerschein in Gefahr

„Schon bei 0,3 Promille kann der Führerschein in Gefahr sein, wenn es zu einem Unfall kommt oder der Fahrer in Schlangenlinien unterwegs ist“, sagt Becker.

Auf dem Parkplatz sollen besonders Autofahrer sensibilisiert werden, die nach dem Besuch in der vorweihnachtlichen Altstadt noch einen längeren Heimweg auf der Autobahn vor sich haben.

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Verstärkte Kontrollen ab Montag

„Gerade bei hohen Geschwindigkeiten steigt das Gefahrenpotenzial, Konzentrationsschwächen beispielsweise durch Alkoholeinfluss führen schnell zum Blindflug über die Autobahn“, so Becker. Auf den Münsterland-Autobahnen wurden im Dezember 2017 drei Menschen schwer verletzt, weil Fahrer zu tief in den Glühweinbecher geschaut hatten. 

Unter dem Slogan „Kein Punsch auf der A 43“ wird die Polizei ab kommenden Montag verstärkt Zufahrten und Rastplätze kontrollieren und dabei Jagd auf Promillesünder machen.



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