Das Stück „Hoch & Höher“ im U2 feiert Premiere
Die Wolken vom Theaterhimmel geholt

Münster -

Alle warteten gespannt, bis die Tänzerin mit einer Vogelflöte die Zuschauer zum U2 abholte. Nur einer kleinen Theaterbesucherin war es dort zu geheimnisvoll, sie wollte lieber zurückgehen. Die anderen zogen sich ihre Schuhe aus und machten es sich auf den ausgelegten Matten bequem. Intendant Ulrich Peters suchte sich auch eine weiche Matte zum Zuschauen. Die Premiere von „Hoch & Höher“ begann mit leisen Tönen. Es folgten Rhythmen, Vogelgezwitscher, Geschnarre, Celloklänge, Querflöte, Xylophon und Spielzeugklavier, Glockenklang und beruhigende Lichteffekte. Aus den Wattewolken wurden blaue Himmelstücher und Sternenlicht gezaubert. Bunte Bänder bildeten das Vogelkleid.

Sonntag, 10.12.2017, 16:09 Uhr aktualisiert: 11.12.2017, 18:06 Uhr
Anna Caviezel schwebt wie ein Vogel.
Anna Caviezel schwebt wie ein Vogel. Foto: OLIVER BERG

Die Kleinen rissen die Augen weit auf, saßen auf dem Schoß ihrer Eltern oder Großeltern und verfolgten mit offenen Mündern staunend das Bühnengeschehen. Die Tänzerin Anna Caviezel spielte mit rasselnden Kegeln, verwandelte sich in einen Vogel und holte Wolken vom Theaterhimmel. Sie lauschte Vögeln und jagte kleine Klang-Insekten. Als sie viele bunte Bälle regnen ließ, hielt es die jungen Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen. Strahlend ließen sie sich auf das Ballspiel ein und eroberten langsam und immer mutiger werdend den Bühnenraum. Zum Schluss vergaßen beinahe alle den Applaus und halfen beim Wegräumen der bunten Plastikbälle.

Es war Theater für die Jüngsten von einem bis zu drei Jahren. Und wer glaubte, das sei zu früh, um 35 Minuten konzentriert zuzuschauen und zu lauschen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Caviezel zog mit ihren ausdrucksstarken, oft auch pantomimischen Bewegungen Kleine und Große in ihren Bann. Unterstützt wurde sie von drei Musikern. Hier wechseln sich Tea Arnold, Svea Albrecht, Ekaterina Baranova, Jiwon Na, Dominik Hahn, Christos Kazaglis und Jonas Nondorf ab. Die Inszenierung und das Konzept von Julia Dina Heße gingen voll auf.

Leider sind die nächsten Vorstellungen schon ausverkauft, aber ab Februar sind noch Karten zu haben – für Musik von Bach, Beethoven, Chopin und Villoldo. Eine gelungene Inszenierung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5348254?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker