Diskussion über Vergleich
Fall Shahri: Knackpunkt bleibt Höhe der Abfindung

Münster -

Seit 14 Jahren schwelt der Rechtsstreit zwischen dem Bauingenieur Farhad Shahri und seinem Arbeitgeber, der Stadt Münster. Nun sieht es nach einem Vergleich aus.

Montag, 11.12.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2017, 12:09 Uhr
Vor der Verhandlung am Arbeitsgericht, bei der es um die Rechtmäßigkeit seiner elften Abmahnung ging: Farhad Shahri (r.) mit seinem Anwalt Tim Gaschler.
Vor der Verhandlung am Arbeitsgericht, bei der es um die Rechtmäßigkeit seiner elften Abmahnung ging: Farhad Shahri (r.) mit seinem Anwalt Tim Gaschler. Foto: hö

Ein Ausweg aus einem völlig verfahrenen Rechtsstreit kündigt sich an. Elf Abmahnungen hat Bauingenieur Farhad Shahri in den vergangenen 14 Jahren von seinem Arbeitgeber, der Stadt Münster, erhalten. Drei außerordentliche Kündigungen wurden von Gerichten für rechtswidrig erklärt. In zig Verfahren trafen sich die streitenden Parteien vor dem Arbeitsgericht. Bei der Verhandlung am Freitag machte Shahri nun deutlich, dass er unter Umständen auf die so lange geforderte Rückkehr auf seinen alten Arbeitsplatz im Tiefbauamt verzichten könne, wenn es eine akzeptable finanzielle Einigung gebe.

Seine Forderungen hat sein Anwalt bereits schriftlich mitgeteilt. „Doch seit Wochen warten wir auf eine Reaktion der Stadt.“ Im Vorfeld der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht hatte Shahri (60) von einem persönlichen finanziellen Schaden in Höhe von 500 000 Euro gesprochen. Wegen der Rechtsstreitigkeiten habe er jahrelang seinen Arbeitsplatz verlassen müssen.

Dass die Stadt bislang nicht reagiert habe, liege an den völlig übersteigerten Forderungen, entgegnete der Anwalt der Stadt. Eine Abfindung und Schmerzensgeld verlangt Shahri „für das, was mir und meiner Familie in den vergangenen Jahren angetan wurde“. Die Stadt habe mit ihrer Vorgehensweise sein Leben und seine Familie zerstört. „Das Ganze hat mich krank gemacht.“ Nach seiner Versetzung gegen seinen Willen ins Stadtplanungsamt fühle er sich kalt gestellt und mit den übertragenen Arbeiten unterfordert.

Ein Grund für die jahrelangen Probleme sei die mangelnde Teamfähigkeit Shahris, entgegnete der Anwalt der Stadt. Er will sich nun dafür einsetzen, dass in Sachen Abfindung bis Mitte Januar ein Gegenangebot gemacht wird. Für die Zwischenzeit soll das am Freitag verhandelte Verfahren ruhen. „Wir kommen jetzt sowieso nicht weiter“, so der Vorsitzende Richter. Angesichts der von der Stadt benannten Zeugin konnte zudem nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob sich der Personalrat mit der strittigen elften Abmahnung beschäftigt hatte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5349481?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker