„Bollock Brothers“ im Gleis 22
Traditioneller Jahresabschluss mit Punkrock, Bier und Fußball

Münster -

„Christmas Party like it‘s 1977“: Auch wenn sich die „Bollock Brothers“ erst zwei Jahre später gründeten, entfachten sie am Wochenende den Geist der Gründerzeit des Punkrock im Gleis 22 gleich doppelt. Das Publikum zeigte sich feierwütig und bierselig.

Montag, 11.12.2017, 18:04 Uhr aktualisiert: 12.12.2017, 19:48 Uhr
Jock McDonald und die Bollock Brothers waren am Wochenende im Gleis 22 zu Gast. Wegen der großen Nachfrage spielten sie gleich zwei Shows.
Jock McDonald und die Bollock Brothers waren am Wochenende im Gleis 22 zu Gast. Wegen der großen Nachfrage spielten sie gleich zwei Shows. Foto: krü

Diese Traditionsveranstaltung lässt jedes Jahr den Club an der Hafenstraße aus allen Nähten platzen, weshalb auch in diesem Jahr gleich zwei Termine angesetzt waren, um den Andrang in den Griff zu bekommen.

„Das ist heute voller als letztes Jahr oder?“, fragte sich ein Gast, noch während die Vorband spielte. Und in der Tat, am Samstagabend betrat man das Gleis 22 und traf auf eine feierwütige und bierselige Gesellschaft, die sich dankbar und ausgiebig dem ausnahmsweise Gezapftem widmete.

Während sich draußen langsam aber sicher der erste Schneesturm des Jahres andeutete, wurde es drinnen umso heimeliger. Punkrock, Bier und Fußball waren die Themen des Abend, und es dauerte nicht lange, bis man die vertrauten grün-weißen Celtic-Glasgow-Trikots erblickte. Traditionen wollen eben gepflegt werden.

Seit über einem Jahrzehnt spielen die Bollock Brothers um Sänger und Gründer Jock McDonald ihre Jahresabschluss-Shows in Münster, und auch in diesem Jahr kamen über 500 Zuschauer von überall. Angeheizt werden brauchte eigentlich gar nicht mehr, diesen Job übernahmen erfolgreich die Ochtruper „Memories of Fake“ und die „Soul Invaders“ aus Hagen.

Danach stimmten die Bollocks ein Weihnachtslied noch bei geschlossenem Vorhang an und los ging die Sause. Pünktlich war der Celtic-Fanclub vor der Bühne versammelt, und es wurde gepogt, gegrölt und skandiert wie zu seligen Punkzeiten Ende der 1970er-Jahre.

Enfant Terrible McDonald tat das, was er am besten kann, nämlich neben seinem unvergleichlichen Sprechgesang sich über Fußball, Politik und Zwischenmenschliches auslassen. Das alles mit erprobter britischer Rüpelhaftigkeit und augenzwinkerndem Hooligan-Gestus. Die Musik kam kraftvoll, als wäre sie gerade erst geschrieben worden. Songs wie „Four Horsemen of the Apocalypse“ oder „Harley David“ wurden abgefeiert, und am Ende baute sich „Faith Healer“ von 1985 langsam, aber stetig auf, bis schließlich „Can I put my Hands on you“ aus 300 Kehlen ertönte.

„Thank you, what a lovely bunch of pissed dudes“: Dieses Kompliment aus dem Munde Jock MacDonalds war ein Ritterschlag. Nach zwei Stunden Punkrock, Pubrock und New Wave im Doppelpack dürfen sich nun alle auf Weihnachten freuen. Man sieht sich im nächsten Jahr. Tradition ist Tradition.

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