Kultur- und Bildungsforum oder Musikcampus?
Kulturberater macht sich für Hörsterparkplatz stark

Münster -

Pläne für ein Kultur- und Bildungsforum auf dem Hörsterparkplatz finden einen fachkundigen Fürsprecher. Auch die Ratsmehrheit hat einen Antrag vorbereitet.

Mittwoch, 13.12.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 13.12.2017, 06:56 Uhr
Der Hörsterparkplatz könnte Standort eines Kultur- und Bildungsforums werden, so der Vorschlag einer privaten Initiative. Doch in der Politik werden die Pläne bislang eher zurückhaltend zur Kenntnis genommen.
Der Hörsterparkplatz könnte Standort eines Kultur- und Bildungsforums werden, so der Vorschlag einer privaten Initiative. Doch in der Politik werden die Pläne bislang eher zurückhaltend zur Kenntnis genommen. Foto: Oliver Werner

Die Initiatoren für ein Kultur- und Bildungsforum auf dem Hörsterparkplatz haben einen fachkundigen Fürsprecher gewonnen. Bernward Tuchmann von der gleichnamigen Kulturberatung macht sich für die Ideen von Projektplaner Christoph Deckwitz und Architekt Hanno Höyng stark, die unter anderem einen Konzertsaal auf der Parkplatzfläche vorsehen.

Kritik werde der Bedeutung des Themas nicht gerecht

„Die Stadt wäre gut beraten, sich diese Möglichkeit offenzuhalten“, sagt der Münsteraner nach Prüfung der beiden von der Verwaltung in Auftrag gegebenen Gutachten zu dem Projekt auf dem Hörsterparkplatz. Die darin vorgelegte Kritik werde der Bedeutung des Themas nicht gerecht, meint Tuchmann – zumal keine strategische Analyse der Grundidee und deren Potenzialen erfolgt sei. „Eine Ablehnung zum jetzigen Zeitpunkt würde auf lange Sicht erheblichen Schaden für den Kulturstandort Münster bringen.“

Das sagt Tuchmann zum Musikcampus:

Bekanntlich liebäugelt Oberbürgermeister Markus Lewe mit einem Musikcampus an der Hittorfstraße in Zusammenarbeit mit der Universität . Dort soll dann auch der Konzertbetrieb des Symphonieorchesters stattfinden. Tuchmann warnt dagegen ausdrücklich vor der „Variante eines Mischbetriebs“. „Die erfolgreiche Arbeit eines Konzerthauses als Gastspielbetrieb setzt voraus, dass das operative Management in städtischer Hand bleibt.“ Mit Blick auf das vorgeschlagene Kultur- und Bildungsforum am Hörsterparkplatz spricht Tuchmann von einer „hoch entwickelten Idee“; ungelöste Fragestellungen spiegelten nur den aktuellen Planungsstand wider. Auf der anderen Seite stehe jedoch nur eine grobe Idee. „Über den Musikcampus gibt es neben ersten Ideen keine grundlegenden Informationen und somit auch keine Basis für eine fachliche Beurteilung“, schreibt Tuchmann in seiner Stellungnahme.

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In einem aktuellen Rats­antrag, der am Mittwoch auf der Tagesordnung steht, fordern CDU und Grüne die Stadtverwaltung auf, die Projektüberlegungen für einen Musikcampus Münster darzulegen. Unter anderem sollen dabei die Musikhochschule und die Westfälische Schule für Musik unter einem Dach zusammenrücken. Die Chancen und Risiken für die beiden Standorte Hittorfstraße und Hörsterparkplatz sollen aufgezeigt werden – all das möglichst im ersten Quartal 2018.

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