Kasernen-Grundstücke
Das Warten geht weiter

Münster -

Eigentlich sollten die Kaufverträge für die beiden großen Kasernenflächen in Münster vorliegen. Doch der Oberbürgermeister hat weiter nichts in der Hand.

Samstag, 16.12.2017, 17:00 Uhr
Bürgeranhörung im Jahr 2016 zur York-Kaserne: Doch beim Ankauf der beiden Kasernenareale in Gremmendorf und Gievenbeck kommt die Stadt Münster nur schleppend voran – optimistischer Töne im Wahlkampf zum Trotz.
Bürgeranhörung im Jahr 2016 zur York-Kaserne: Doch beim Ankauf der beiden Kasernenareale in Gremmendorf und Gievenbeck kommt die Stadt Münster nur schleppend voran – optimistischer Töne im Wahlkampf zum Trotz. Foto: Oliver Werner

Die Kaufverträge zwischen der Stadt Münster und dem Bund über die Kasernen-Flächen in Gremmendorf und Gievenbeck lassen entgegen anderer Ankündigung weiter auf sich warten. Nicht vor dem Frühjahr dürfte jetzt mit einem Abschluss der Verträge zu rechnen sein, wie aus der Verwaltung zu hören ist. Auf einen konkreten Termin will man sich in der Stadtspitze in dieser Sache aber nicht mehr festlegen. Ziel sei es, die Grundstücksgeschäfte abgeschlossen zu haben, wenn Baurecht geschaffen sei, betonte Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) auf Nachfrage unserer Zeitung. Er musste sich in der jüngsten Ratssitzung wegen des schleppenden Fortgangs arge Kritik aus Oppositionskreisen gefallen lassen.

Bei der York-Kaserne sei man dabei, die Vertragsunterlagen zu erstellen, so Lewe. Es handele sich um eine komplexe, juristisch aufwendige Angelegenheit, verteidigte sich Lewe. Aber die Preise seien festgelegt. Und bei der Oxford-Kaserne sollen verabredungsgemäß, so Lewe, die gleichen Parameter gelten.

Die Verärgerung im Rat war am Mittwoch unüberhörbar, weil die Kaufverträge für die York- und die Oxford-Kaserne – anders als avisiert zum Jahresende – eben nicht vorliegen. Eine Kanzlei sei mit der Vorbereitung eines Kaufvertrages für den Erwerb der beiden Kasernenareale beauftragt worden, heißt es in einem vierseitigen Sachstandsbericht von Kämmerer Alfons Reinkemeier und Stadtbaurat Robin Denstorff. Es liege ein Entwurf vor, der die Grundlage für die weiteren Erwerbsprozesse mit der Bundesimmobilienanstalt darstelle. Die Detailregelungen sollen „zeitnah“ finalisiert werden.

Unverständnis über den Zwischenbericht wurde von den Oppositionsbänken signalisiert. „In dieser Sitzung sollte der Kaufvertrag vorliegen“, ereiferte sich Linke-Fraktionschef Rüdiger Sagel über entsprechende Aussagen des Oberbürgermeister und des Finanz-Staatssekretärs des Bundes, „heute liegt gar nichts vor.“ Auch FDP-Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff zeigte sich unzufrieden mit dem Stand der Dinge, derweil die schwarz-grüne Ratsmehrheit die Ausführungen der Stadtverwaltung weitgehend wortlos zur Kenntnis nahm.

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