Klaus Prpitsch stiftet dem Bistum 300 wertvolle Buch-Nachdrucke
Quer durch die Buchmalerei

Münster -

Rund 300 Faksimiles hat Klaus Prpitsch gesammelt, sakrale wie profane Handschriften aus der Zeit von der Spätantike bis zum 18. Jahrhundert. Nun stiftete er sie dem Bistum Münster.

Donnerstag, 21.12.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.12.2017, 06:02 Uhr
Klaus Prpitsch (r.) hat seine Sammlung an das Bistum Münster gestiftet. In Empfang genommen wurden die Bücher von (v.l.) Dr. Udo Grote, Elisabeth Maas, Dr. Heinz Mestrup und Dr. Peter Behrenberg.
Klaus Prpitsch (r.) hat seine Sammlung an das Bistum Münster gestiftet. In Empfang genommen wurden die Bücher von (v.l.) Dr. Udo Grote, Elisabeth Maas, Dr. Heinz Mestrup und Dr. Peter Behrenberg. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Christian Breuer

Wenn Klaus Prpitsch erzählt, zieht er seine Zuhörer sofort in den Bann. Mit wachen Augen wandert sein Blick hin und her, wie selbstverständlich lässt er sein über viele Jahre angelerntes Fachwissen in seine Erzählungen einfließen. Alte Bücher haben es ihm besonders angetan: Wenn der Dinslakener von den Buchmalereien erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums. „Da gibt es immer Großartiges zu entdecken“, sagt er und lächelt verträumt.

Jedoch bekommen kaum Wissenschaftler, erst recht aber keine Laien, die wertvollsten Werke der mittelalterlichen Buchkunst je im Original zu Gesicht. Zu empfindlich ist das Papier, sind die Farben. Kommen doch mal einige der seltenen Exemplare auf den Markt, werden sie manches Mal im zweistelligen Millionenbereich gehandelt.

Doch 1980 entdeckte der Lehrer Klaus Prpitsch seine Liebe zu Faksimiles. So werden Bücher genannt, die in der Moderne gedruckt werden, dabei den Originalen aber teils bis in kleinste Detail gleichen. Rund 300 dieser Faksimiles hat er gesammelt, sakrale wie profane Handschriften aus der Zeit von der Spätantike bis zum 18. Jahrhundert. Als er das erzählt, lacht Prpitsch: „Ich bin ein Büchermensch.“

Doch nun, sagt er, gehe er „auf die 70 zu“, seine Sammlung will er komplett erhalten wissen. Ein Verkauf einzelner Werke sei nicht infrage gekommen, er wollte sie einem Museum stiften. Daher nahm er Kontakt zum Bistum Münster auf. Nach Gesprächen mit den Historik-Experten des Bistums stand fest, dass die Faksimiles in den Bestand von Diözesanbibliothek Münster, Stiftsbibliothek Xanten und Bistumsarchiv übergehen sollen.

Bei der Übergabe der Sammlung im Xantener Stiftsmuseum lobte Leiter Dr. Udo Grote: „Es ist etwas Besonderes, die Sammlung von Klaus Prpitsch beinhaltet die bedeutendsten Werke der europäischen Buchkunst. Die Originale sind teils über die ganze Welt verstreut.“

Dr. Heinz Mestrup, Leiter des Bistumsarchivs, freut sich über „die hervorragende Gelegenheit, dank der Schenkung nun diese Schauobjekte zu haben.“ Auch mithilfe der Faksimiles könne geforscht werden, „und es ist ein anderer Eindruck, das Buch physisch zu sehen, als nur mit einzelnen Kopien zu arbeiten. Die Sammlung wird in dieser Form erhalten bleiben.“ Prpitsch ist froh, dass seine Sammlung nun auch anderen Menschen zugänglich gemacht wird: „Es ist sagenhaft, was ich durch die Sammlung an Hintergrundwissen erlangt habe.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5372502?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker