Einkaufen am Heiligen Abend
Die meisten Läden bleiben dicht

Münster -

Erlaubt wäre die Öffnung an Heiligabend für Lebensmittelgeschäfte. Doch die meisten in Münster bleiben dennoch geschlossen.

Donnerstag, 21.12.2017, 07:00 Uhr
Ein Supermarkt an der Danziger Freiheit wird Heiligabend öffnen. Damit bildet er allerdings eine Ausnahme.
Ein Supermarkt an der Danziger Freiheit wird Heiligabend öffnen. Damit bildet er allerdings eine Ausnahme. Foto: Oliver Werner

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag – dennoch dürfen Supermärkte und weitere Lebensmittelgeschäfte für wenige Stunden öffnen. Das sieht zumindest das NRW-Ladenöffnungsgesetz vor. Doch offenbar wollen die meisten Händler diese Möglichkeit gar nicht nutzen, wie Recherchen unserer Zeitung ergeben haben. Fast alle Supermärkte, Feinkostläden und Fleischereien werden demnach Heiligabend geschlossen bleiben. Eine Ausnahme bilden die Kaufpark-Märkte der Rewe-Gruppe, die von 10 bis 14 Uhr öffnen werden. Warum, dazu wollte sich das Unternehmen gegenüber unserer Zeitung nicht äußern.

Freie Zeit für Angestellte

Gesprächiger waren da Unternehmer, die nicht öffnen werden. „Wir wollen unseren Verkäuferinnen etwas Gutes tun. Sie arbeiten so viel die ganze Woche, da sollen sie mal einen freien Heiligabend haben“, sagt Annette Erpenbeck von der gleichnamigen Fleischerei an der Dortmunder Straße. Diese Meinung teilt Friedhelm Rotthowe, Geschäftsführer der Edeka Rotthowe GmbH. Nach der „harten Weihnachtszeit“ stünde den Angestellten diese freie Zeit zu. Seine Erfahrung aus ­früheren Jahren habe zudem gezeigt, dass sich das Öffnen nicht unbedingt lohne.

Neben Angestellten begrüßen auch Gewerkschafter und Kirchen die Entscheidung. Bernd Bajohr, Bezirksgeschäftsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, freut sich über die vielen Händler, die ihre Läden nicht öffnen wollen. „Es wird an drei Tagen geschlossen sein, aber ich denke, es ist problemlos möglich, sich bis Samstagabend mit Lebensmitteln einzudecken, die bis Mittwoch reichen. Da muss niemand verhungern.“ Er verweist darauf, dass Ladenschluss um 14 Uhr nicht unbedingt Feierabend bedeute. Danach müsse häufig noch aufgeräumt und abgerechnet werden, sodass Betroffene erst gegen 15 Uhr in die Weihnachtsfeiertage starten könnten.

Freier Sonntag ist Teil der heil­samen Ordnung

Ob Heiligabend oder nicht – das Bistum Münster und der Evangelische Kirchenkreis Münster verweisen auf die Bedeutung des freien Sonntags für die Menschen. Der Synodalbeauftragte für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Kirchenkreises, Dr. Jens Dechow, betont: „Der freie Sonntag ist Teil der heil­samen Ordnung und der Taktgeber der Woche, selbst wenn es uns mal nicht gut geht. Gerade zu Weihnachten ist es wichtig, sich daran zu erinnern. Deshalb passen Heiligabend und der freie Sonntag sehr gut zusammen.“

Eigene Zeiten für Bäckereien

Die nordrhein-westfälische Regelung erlaubt es Geschäften, die vor allem Lebens- und Genussmittel anbieten, von 10 bis 14 Uhr zu öffnen. Für Bäckereien gelten – wie im übrigen Jahr – am Sonntag eigene Zeiten. Die Ladenöffnungszeiten sind in Deutschland Ländersache und deshalb sehr unterschiedlich ausgestaltet. Während beispielsweise in Niedersachsen bestimmte Läden an einem sonntäglichen Heiligabend für drei Stunden öffnen dürfen, müssen Angestellte in Brandenburg von 7 bis 14 Uhr arbeiten – wenn ihr Chef dies möchte. In Hessen hingegen bleiben die Geschäfte generell geschlossen.

Auch Silvester ein Sonntag

Gültig ist die Ausnahmeregelung nur für Heiligabend: Silvester, in diesem Jahr ebenfalls ein Sonntag, bleiben die Läden geschlossen. Bäckereien und andere Geschäfte mit eigenen Regeln zur Sonntagsöffnung sind davon nicht betroffen.

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