Stromausfall betraf mehr als 10 000 Haushalte
Die dunkle Stunde im Norden

Münster -

Ihre Weihnachtsbeleuchtung können die Münsteraner getrost einschalten, auch wenn der defekte Großtransformator erst nach den Feiertagen repariert wird.

Donnerstag, 21.12.2017, 17:14 Uhr aktualisiert: 21.12.2017, 17:42 Uhr
Am Germania Campus waren, das zeigen die Fotos (o. und r.), nicht alle Gebäude vom Stromausfall betroffen. Allerdings mussten einige Verkehrsteilnehmer hinter geschlossenen Schranken warten. Andere standen in Kinderhaus an dunklen Kreuzungen, denn auch die Ampeln hängen am gleichen Stromnetz, an dem auch die Haushalte angeschlossen sind.
Am Germania Campus waren, das zeigen die Fotos (o. und r.), nicht alle Gebäude vom Stromausfall betroffen. Allerdings mussten einige Verkehrsteilnehmer hinter geschlossenen Schranken warten. Andere standen in Kinderhaus an dunklen Kreuzungen, denn auch die Ampeln hängen am gleichen Stromnetz, an dem auch die Haushalte angeschlossen sind. Foto: Dirk Anger/Claus Röttig

Und plötzlich war es dunkel. Um 16.34 Uhr, eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang, war am Mittwoch in Münsters Norden der Strom ausgefallen. „Wir wissen es nicht genau, aber über 10 000 Haushalte werden wohl betroffen gewesen sein“, schätzte Lisa Schmees, Sprecherin der Stadtwerke, am Donnerstag.

Defekter Trafo

Grund des Ganzen war ein defekter Großtransformator. Wie genau dieser Defekt entstanden war, darüber konnten die Stadtwerke allerdings noch keine Angaben machen. Es werde noch geprüft, hieß es seitens des Unternehmens. Fest steht aber bereits, dass der Großtransformator, dessen Ausfall rund 250 der insgesamt 1100 Trafostationen in der Stadt betraf, zwischen Weihnachten und Neujahr repariert werden soll. „Wir müssen aber erst die notwendigen Ersatzteile beschaffen“, verriet Schmees.

Ihre weihnachtliche Beleuchtung dürfen die Münsteraner aber getrost einschalten, denn das Netz habe genügend Kapazität, um den Ausfall zu vertragen. „Wir haben immer Reserven, alleine schon, weil die Transformatoren ja zwischendurch auch gewartet werden müssen“, so Schmees.

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Und so war auch am Mittwoch der Spuk schnell vorbei – allerdings nicht überall genau zeitgleich. Nachdem der Fehler gefunden und die Techniker ausgerückt waren, wurden die einzelnen Trafostationen auf andere Großtransformatoren umgeleitet. „Zuerst die, an denen nicht so viele Haushalte hängen, um das Netz nicht zu überlasten“, erklärt Lisa Schmees. Eine bestimmte Prioritätensetzung, zuerst etwa alle Verkehrsampeln einzuschalten, ist den Stadtwerken nicht möglich. „Wir können das nicht anders als räumlich machen“, so Schmees. 49 Minuten nach dem Stromausfall waren die ersten Haushalte wieder am Netz, spätestens nach rund einer Stunde galt das dann schließlich auch für alle weiteren.

Problematisch für Geschäftsleute

Menschen warteten am Mittwoch im Berufsverkehr hinter geschlossenen Schranken oder an überfüllten Kreuzungen. Einer Frau wurde in einer Drogerie am Idenbrockplatz in Kinderhaus während eines Gedränges die Geldbörse gestohlen, meldet die Polizei. Problematisch war die Situation auch für die Geschäftsleute, vor allem für die mit verderblicher Ware. Insgesamt aber nahmen die Supermarktbetreiber den Stromausfall sportlich.

Exakte Notfallpläne gibt es dort übrigens nicht, die Angestellten wüssten auch so, was zu tun ist, war von einigen Betreibern am Donnerstag zu hören. Und dank Notstromaggregaten, vor allem für die Kühltruhen, sei ein Stromausfall zwar unangenehm, aber verkraftbar.

Dennoch mussten alle Kunden gebeten werden, die Geschäfte zu verlassen. Immerhin würden neben der Beleuchtung auch Kassen und Überwachungssysteme am Stromkreislauf hängen, fasste Thomas Kübbeler, betroffener Marktleiter des K+K in Nienberge, die Situation zusammen. Für die Mitarbeiter bedeutete das unter anderem, sich vor den Türen zu postieren und den Kunden freundlich den Zutritt zu verweigern. Denn aus Sicherheitsgründen bleiben die Türen in solchen Fällen wie am Mittwoch automatisch geöffnet.

Als der Strom wieder floss, wurde in den Kühltruhen die Kerntemperatur überprüft. Ein Stromausfall von bis zu einer Stunde stelle aber kein Problem dar, so Kübbeler. Erst nach rund anderthalb Stunden laufe die Ware in der Kühltheke Gefahr, zu warm zu werden.

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