Historische Ansichten
Münster im Weihnachtsglanz

Münster -

Münster erstrahlt in diesen Tagen in weihnachtlichem Glanz. Doch allzu lange gibt es die festliche Beleuchtung in der Innenstadt noch gar nicht – ihre Anfänge liegen in den 1930er-Jahren.

Sonntag, 24.12.2017, 10:00 Uhr
Aus dem Jahr 1905 stammt diese historische Postkarte. Sie zeigt einen tief verschneiten Prinzipalmarkt mit der Lambertikirche – und eine Person (l.), die offenbar den Weihnachtsmann darstellt.
Aus dem Jahr 1905 stammt diese historische Postkarte. Sie zeigt einen tief verschneiten Prinzipalmarkt mit der Lambertikirche – und eine Person (l.), die offenbar den Weihnachtsmann darstellt. Foto: Stadtmuseum Münster

An einem hellen Frostmorgen im Jahr 1838 brach Annette von Droste-Hülshoff von Haus Rüschhaus zu einem Weihnachtsausflug nach Münster auf – „am Morgen hin und am Abend zurück“, schrieb sie damals in einem Brief. Indes: In weihnachtlichem Glanz erstrahlte die Stadt damals noch nicht. Denn erst seit den 1930er-Jahren wird die Innenstadt von Münster weihnachtlich dekoriert und illuminiert.

Den Anstoß gab Theo Breider, ab 1935 Geschäftsführer des münsterischen Verkehrsvereins. Kaum im Amt, tauchte er die Altstadt in festliches Licht. Weihnachtsbäume wurden aufgestellt, Adventskränze aufgehängt. Münster wurde zur „Lichterstadt“. 1937 fiel die Dekoration dezenter aus – und einheitlicher. In allen Schaufenstern wurde das gleiche Plakat aufgehängt, „Weihnachten steht vor der Tür“ stand darauf. Und vor dem Bahnhof wurde ein zwölf Meter hoher Torbogen errichtet, an dem eine 3,20 Meter hohe Glocke hing.

1938 stellte die Stadt dann auf nicht weniger als 17 innerstädtischen Plätzen Christbäume auf – die Bahnhofstraße wurde gar mit 200 Tannen eingefasst. Adventskränze gab es nicht mehr – sie waren den Nazis zu christlich und wurden kurzerhand verboten. 1939 erloschen die Lichter, der Krieg war ausgebrochen. Erst 1950 gab es wieder Weihnachtsschmuck in der Innenstadt, und wieder war es Theo Breider, 1947 zum Verkehrsdirektor berufen, der seine Ideen durchsetzte. Im Jahr 1959 war die Beleuchtung bereits wieder so beeindruckend, dass sie von der französischen Tageszeitung „Le Monde“ als „vorbildlich für das Abendland“ gefeiert wurde.

Übrigens ist auch die münsterische Weihnachtsmarkt-Tradition noch nicht so alt, wie man vermuten könnte. Der erste Markt feierte 1970 Premiere, im Rathausinnenhof wurden ein paar Zelte aufgestellt. Die Initiative war vom Vorsitzenden des Schaustellerverbandes, Franz Heitmann, ausgegangen – „zur Linderung der Not der Schausteller in der Wintersaison“. Im Laufe der Jahre nahm das Interesse an den Weihnachtsmärkten immer mehr zu. Heute sind sie als Markenzeichen und Besuchermagnet nicht mehr aus Münster wegzudenken.

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