Torten-Kreationen
Wo andere backen, zaubert Christina Reiplinger Kunstwerke

Münster -

Ihre brasilianische Konditorenausbildung wurde in Deutschland nicht anerkannt. Das hindert die Münsteranerin aber nicht daran, leckere und vor allem imposante Torten zu kreieren.

Montag, 25.12.2017, 14:00 Uhr
Tortenkünstlerin Christina Reiplinger mit einer kleinen Auswahl ihrer Torten
Tortenkünstlerin Christina Reiplinger mit einer kleinen Auswahl ihrer Torten Foto: gh

Ihre Leidenschaft sind Torten. Die kreativ verzierten Kunstwerke sehen nicht nur aus wie aus einem Guss, sie sind es tatsächlich: Christina Reiplingers Dekorationen auf den Torten schmecken auch ausgezeichnet.

„Kuchen-Träume“ werden unter den geschickten Händen der 54-Jährigen wahr. Angefangen hat ihr persönlicher Kuchentraum aber schon in ihrer Jugend in Brasilien.

In Rio de Janeiro wurde Christina Reiplinger geboren, dort absolvierte sie auch ihre Konditorenausbildung, „die aber leider in Deutschland nicht anerkannt wird“, bedauert die Münsteranerin, die sich heute nach so vielen Jahren geschmacklich auf das Tortenangebot in Deutschland eingestellt hat.

In ihrer Heimat, sagt die 54-Jährige, seien ihr manche Kuchen einfach viel zu süß. Dort arbeiteten die Konditoren intensiver mit Buttercreme, mit noch mehr Farben und viel Zucker. Im Gegensatz dazu werde in Deutschland mehr Sahne verarbeitet.

Seit mehr als 20 Jahren lebt Christina Reiplinger in Deutschland. Von ihrer Schwiegermutter lernte sie Klassiker wie eine echte Schwarzwälderkirschtorte oder einen Apfelkuchen und einen Käsekuchen kennen. In der Weihnachtsbäckerei legt sie jedes Jahr los und backt Plätzchen und Brote.

Vor sechs Jahren stieß die Münsteranerin dann auf die Tortendekorationen. Dieses Faible brachte sie aus ihrer Heimat Rio mit, dort werden Kuchen himmlisch verziert. Christina Reiplinger besuchte darum bei ihren Besuchen in der Heimat in Rio Fortbildungen und schloss sich in Deutschland der Interessengemeinschaft Tortendesign an.

Seitdem taucht Christina Reiplinger tief in ihre Tortendeko ein. Ob Kuchen zur Taufe, zur Kommunion, zur Hochzeit oder zum Geburtstag – ihre Werke glänzen durch raffinierte Zuckerblumen und Figuren, durch mehrstöckige Aufbauten und ab und zu sogar durch echtes Blattgold, das mit feinsten Pinselstrichen aufgetragen wird. Die Tortenkünstlerin hat alle Tricks drauf, wie aus einem einfachen Tortenboden ein Kunstwerk entsteht, und gibt diese Fertigkeiten in Kursen weiter. Airbrush und Royal Icing sind nur zwei der zahlreichen Techniken und Handgriffe. Die Konditorin schwört auf Zuckerblumen, die täuschend echt wie Christsterne aussehen, aber höchst zerbrechlich sein können.

Ob es ein geometrisches Muster ist oder riesige Blumendekore: „Diese Leidenschaft pflege ich seit langem“, sagt die Tortenkünstlerin, die ihr Atelier in Amelsbüren hat. Christina Reiplinger erntete für ihre süßen Werke schon zahlreiche Preise. Die Münsteranerin fährt zu Tortenmessen nach Berlin oder Dortmund und stellt sich dort einer Jury.

Der Ehrgeiz der 54-Jährigen ist schon lange geweckt. Außerdem verlangt eine echte Torte, die mehrstöckig ist, der Künstlerin Ausdauer und Kraft ab. Denn neben den stundenlangen Vorbereitungen – vom Design bis zum letzten Sahnetupfer – bringt ein süßes Werk zwischen zehn und 15 Kilogramm auf die Waage. Und ein Transport zu den Messen ist auch nicht ohne. Aber ihre größte Herausforderung seien in diesem Jahr die mehrstöckigen Hochzeitstorten für ihre Kinder gewesen, sagt sie.

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