Vorbereitungen für Holiday on Ice
Die Eismacher

Münster -

Für insgesamt elf Aufführungen der Show „Holiday on Ice“ in Münster bedarf es enormer Vorbereitungen. Wir waren mal ein paar Stunden dabei.

Mittwoch, 27.12.2017, 06:58 Uhr aktualisiert: 27.12.2017, 11:35 Uhr
Bereits Tage vor der Premiere starteten die Vorbereitungen für Holiday on Ice. Die Show wird ab Donnerstag für fünf Tage in Münster gastieren.
Bereits Tage vor der Premiere starteten die Vorbereitungen für Holiday on Ice. Die Show wird ab Donnerstag für fünf Tage in Münster gastieren. Foto: Andreas Hasenkamp

Einen Tag vor Heiligabend liegt auf dem Boden der Halle Münsterland eine doppelte Schicht aus Plastikplanen, dann Aluplatten, hohl und mit je zwei Anschlüssen für Gummischläuche. Ein Teamleiter ist mit elf anderen bei der Arbeit, auch der Eismeister Pawel Krasa packt an. Die Vorbereitung der Eisfläche für die Glanz- und Glitzer-Show Holiday on Ice ist eine technische Meisterarbeit.

Per Gabelstapler werden je etwa zwanzig der Platten an den Rand der Fläche gefahren, gedreht, vorn und hinten auf kleinen Wagen mit Rädern abgesetzt. Die mittlere von drei Bahnen liegt schon, penibel ist sie ausgerichtet, die Seitenbahnen werden Platte um Platte verlegt, der Teamleiter schlägt sie mit einer Art Riesen-Gummihammer, bis sie nah an den anderen liegen. Schnell wird klar: Schief darf hier nichts sein.

Neben den Bahnen liegen 42 Meter lange Rohre, die angeschlossen werden müssen. Was als Erstes fließt, ist nicht Wasser, sondern Luft. Wo sie aus einer von Dutzenden von Dichtungen entweicht, muss nachgearbeitet werden, erklärt der Eismeister. Dann kommt Glykol zum Einsatz – falls doch noch irgendwo ein Loch ist, sieht man es so. Die entweichende Luft dagegen, so Krasa, höre man nicht immer.

Immer noch ist kein Tropfen Wasser geflossen. 60 Meter entfernt, draußen im Kalten steht die Eismaschine: ein LKW, darauf zwei Kompressoren und ein flacher Tank mit Glykol, gut zwei Meter breit, einen halben hoch und über fünf Meter lang: Darin ist das Glykol, 4000 Liter, die die Maschine kühlen muss. Ein Schacht im Hallenboden nimmt einen Schlauch auf, bald wird er mit einer Eisschicht bedeckt sein, wenn durch ihn das Glykol zu den Platten fließt, mit einer Temperatur von minus zwölf Grad.

Auf der Eisbahn wird sich eine erste dünne Eisschicht bilden, aus der Feuchtigkeit der Umgebungsluft. Dann wird das Eis-Team Wasser aufsprühen: Um Mitternacht soll die einen Zentimeter dicke Grundschicht fertig sein. Die nächsten drei Zentimeter bestehen nicht einfach aus Wasser: Marmor-Staub ist darin, er sorgt für das Weiß im Eis. Gleichmäßig hart muss das Eis werden – daher lässt der Eismeister das eiskalte Glykol nicht immer in eine Richtung fließen. Wie es geht, weiß er: Er macht das schon 31 Jahre. Sogar in Hongkong, bei Außentemperaturen von 40 Grad.

Drinnen muss Martin Kupka, seit 1998 der technische Leiter der Halle Münsterland, zwei Ziele vereinbaren. Denn während das Eis kalt bleiben muss, sollen es die Zuschauer warm haben. Ist die Eisoberfläche zu warm, brechen beim Landen der Läufer Brocken aus der Schicht. Die von oben herabströmende warme Luft steuert Kupkas erfahrenes Team so, dass sie nur die Sitzbereiche wärmt. Rund um die Uhr müsse dabei jemand auf die Eismaschine aufpassen, in den Pausen der elf Vorstellungen werde ein Eiswagen für Glätte sorgen.

Und dann muss das Eis ganz schnell wieder raus: Denn Holiday on Ice eilt von Münster nach Brighton.

Elf Mal Holiday on Ice

Am Donnerstag (28. Dezember) startet Holiday on Ice mit zwei Vorstellungen um 15.30 Uhr sowie um 19 Uhr. Am Freitag und Samstag folgen je drei Vorstellungen um 13 Uhr, 16.30 Uhr und 20 Uhr. An Silvester gibt es Shows um 15.30 Uhr sowie um 19 Uhr. Am Neujahrstag wird es dann die letzte Show in Münster geben (15 Uhr). Sie ist mit einem Ticketpreis ab 25,90 Euro auch gleichzeitig die günstigste der insgesamt elf Aufführungen.

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