Gerhard Richter muss zu Fuß durch Münster
Kein Taxi für den Kunst-Superstar

Münster -

Er kam, um der Stadt ein teures Geschenk zu machen, doch als erstes erlebte Gerhard Richter in Münster eine bittere Abfuhr, weil seine potenzielle Taxirechnung nicht hoch genug gewesen wäre.

Freitag, 29.12.2017, 06:53 Uhr
Wer als Taxifahrer in einer langen Schlange wartet, möchte natürlich eine möglichst weite Fahrt übernehmen. Doch erlaubt ist Selektieren nach dem Personenbeförderungsgesetz nicht.
Wer als Taxifahrer in einer langen Schlange wartet, möchte natürlich eine möglichst weite Fahrt übernehmen. Doch erlaubt ist Selektieren nach dem Personenbeförderungsgesetz nicht. Foto: Meyer

Seine Werke sind mit die teuersten eines lebenden Künstlers weltweit. Die Stadt Münster jedoch muss keinen Cent für das Foucault‘sches Pendel bezahlen, das Gerhard Richter in den kommenden Monaten in der profanierten Dominikanerkirche realisieren möchte.

Als Richter am 30. November in Münster war, um über sein Geschenk zu sprechen, erlebte er jedoch statt eines herzlichen Hallos erst einmal eine böse Überraschung, wie er seinerzeit selbst im Beisein von Mitarbeitern der Stadtverwaltung erzählte.

Abfuhr vom Taxifahrer

Denn Richter, angereist mit seinem Assistenten per Bahn, habe sich am Hauptbahnhof ein Taxi zur Dominikanerkirche nehmen wollen – und sei dabei schroff abgewiesen worden, weil die Strecke zu kurz und damit für den Taxifahrer nicht lukrativ genug gewesen sei, erfuhr die Redaktion aus einer zuverlässigen Quelle in der Stadtverwaltung.

Richter und sein Assistent, die ein kostbares Geschenk nach Münster brachten, ließen sich von der Abfuhr entmutigen und absolvierten den Weg, trotz fehlender Ortskenntnis, zu Fuß.

Gerhard Richter in der Dominikanerkirche

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  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke
  • Gerhard Richter stellte seine Installation vor, die er bis zum Frühsommer 2018 in der Dominikanerkirche realisiert Foto: Matthias Ahlke

Dem Vernehmen nach soll der Kunststar nicht allzu amüsiert an der Dominikanerkirche eingetroffen sein, immerhin ist der Mann 85 Jahre alt. Im Vorfeld allerdings, das versichert Kulturdezernentin Cornelia Wilkens, habe es seitens der Stadt das Angebot an Richter gegeben, ihn abzuholen.

"Schwarze Schafe" am Bahnhof

„Ich kannte die Geschichte bislang nicht“, sagt Martin Schulze-Werner, Leiter des Ordnungsamtes auf Nachfrage unserer Zeitung. Allzu sehr verwundern vermag sie ihn allerdings auch nicht – vor allem ob des Standorts des Geschehens.

„Am Bahnhof stehen Einzelunternehmer, also die Taxen, die nicht an den Funk angeschlossen sind.“ Dort, so Schulze-Werner, stünden vermehrt die „Schwarzen Schafe“ – und auch „die schlechtesten Fahrzeuge“. Für ihn steht fest, dass es sich um einen „krassen Verstoß gegen die Beförderungspflicht“ handele.

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Ändern aber lasse sich die Situation am Bahnhof nur schwer. Bei einer Großkontrolle vor einigen Jahren seien kaum größere Vergehen aufgefallen. Schulze-Werner appelliert daher vor allem an die Kunden, sich genau anzusehen, bei wem man mitfahre.

„Es ist in Münster erlaubt, sich ein Taxi auszusuchen, es muss nicht das erste in der Schlange sein“, klärt der Ordnungsamtsleiter auf. Bei einem Verstoß gegen die Beförderungspflicht helfe zudem ein kurzer Anruf beim Ordnungsamt mit dem Hinweis auf das Kennzeichen des fraglichen Taxis.

Gerhard Richter - einer der weltweit bedeutendsten Maler

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  • Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren, nach seiner Flucht in den Westen 1961 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo Richter später dann eine Professur bekam. Auf dem Foto steht der Künstler im Jahr 2013 vor seinem Gemälde Strip (930-2) in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

    Foto: Hendrik Schmidt
  • Als Richters größtes Verdienst gilt es, der Malerei in den 60er Jahren wieder neue Relevanz gegeben zu haben. Auf dem Foto ist sein Bild "Abstrakt" zu sehen.

    Foto: Oliver Berg
  • Zu Beginn von Richters Laufbahn in den 60er Jahren sprachen viele Kunst-Experten vom Ende der Malerei, denn wenn es um realistische Abbildungen ging, war die Fotografie überlegen. In Gerhard Richter sehen viele Kunsthistoriker denjenigen, der am stärksten dazu beigetragen hat, der Malerei eine neue Bedeutung gegeben zu haben.

    Foto: Federico Gambarini
  • Gerhard Richter ist ein Maler ohne Worte: Man hat ihn die Sphinx oder den großen Schweiger genannt, weil er seine Werke nicht erklärt. Diese Rätselhaftigkeit hat wohl zu seinem Ruf beigetragen. Zur Abbildung: 2016 wurde sein Werk "Tiger" im Museum Morsbroich in Leverkusen gezeigt.

    Foto: Monika Skolimowska
  • Als „Europas größten Maler“ bezeichnete ihn die „New York Times“, der „Guardian“ rühmte ihn als „Picasso des 21. Jahrhunderts“. Das Foto zeigt den Künstler im Jahr 2010 vor einer seiner Arbeiten im Dresdner Albertinum.

    Foto: Dietrich Flechtner
  • Richters Atelier befindet sich in einem bunkerähnlichen Riegelbau im Villenviertel Köln-Hahnwald. Er schirmt das dahinterliegende Wohnhaus ab. Der Künstler lebt dort mit seiner dritten Frau Sabine Moritz und dem jüngsten Sohn Theodor. Die Aufnahme zeigt ihn im Jahr 2016 in Köln in seinem Atelier vor einem seiner Bilder.

    Foto: Oliver Berg
  • Für Richters meistbewundertes Werk muss man keinen Eintritt zahlen. Es ist das 19 Meter hohe Fenster im südlichen Querhaus des Kölner Doms. Richter hat Sympathien für die Kirche, aber er glaubt nicht an Gott.

    Foto: dpa
  • Gerhard Richter wird in internationalen Rankings seit vielen Jahren als einer der weltweit einflussreichsten Künstler eingestuft. Auch im Ranking „Kunstkompass 2017“ wird er seit vielen Jahren als wichtigster Künstler geführt.

    Foto: Arno Burgi
  • Kunstwerke von Gerhard Richter gehören zu den teuersten der Welt. Es sei beängstigend, dass seine Kunst und sogar von ihm signierte Postkarten auf dem Markt Höchstsummen erzielten: „Eine erschreckende Entwicklung“, sagte Richter in einem Interview mit der „Die Zeit“. Hier steht Richter im Jahr 2009 in Duisburg vor seinem Werk "18 Farben".

    Foto: dpa
  • Die horrenden Preise für seine Bilder seien ein Beleg dafür, „wie irrsinnig sich der Kunstmarkt entwickelt hat“, sagte Gerhard Richter. Sie hätten mit dem Werk nichts zu tun. „Das ist doch reiner Personenkult“, meint der Künstler.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Beispiel: Das Werk „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter hat 2012 in London bei einer Auktion einen Rekordpreis von umgerechnet 41 Millionen Euro erzielt. Damit habe Richter Maßstäbe für lebende europäische Künstler gesetzt, teilte das Auktionshaus Sotheby‘s nach der Versteigerung mit.

    Foto: dpa
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