Regierungsbezirk Münster
Jeder fünften Grundschule fehlt neue Leitung

Münster -

In Warendorf-Hoet­mar wird die Dechant-Wessing-Schule seit Jahren kommissarisch geleitet, der kleinen Dorfschule St. Bonifatius in Birgte geht es nicht anders, die katholische Grundschule in Anholt wird aus Bocholt geleitet, auch die Everwordschule in Freckenhorst sucht einen neuen Rektor oder eine neue Rektorin. Die Stichprobe zeigt: Das heikle Thema Schulleitermangel ist auch im Münsterland nicht unbekannt.

Freitag, 29.12.2017, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.12.2017, 15:53 Uhr
Regierungsbezirk Münster: Jeder fünften Grundschule fehlt neue Leitung
Im Regierungsbezirk Münster hat jede fünfte Grundschule keine neue Führung. Foto: colourbox.com

Von den 404 Grundschulen im Regierungsbezirk Münster suchen 76 eine neue Leitung – fast 20 Prozent. „Das heißt aber nicht in allen 76 Fällen: Hilfe, wir finden keinen“, betonte An­dreas Winnemöller von der Bezirksregierung gegenüber unserer Zeitung. Zum Teil handele es sich um gerade erst angelaufene Verfahren, manche liefen allerdings auch schon länger.

Bundesweit sind laut einer Umfrage der „Bild“-Zeitung bei den Kultusministerien rund tausend Leiter-Stellen an Grundschulen unbesetzt.

Die Lehrergewerkschaften prangern seit Jahren die Ursachen für die Schwierigkeiten, die Führungsposition an Grundschulen neu zu besetzten, an. „Es ist ein anspruchsvoller Job, davor schrecken viele zurück“, erläuterte Berthold Paschert von der Gewerkschaft GEW. Neben der umfangreichen Verwaltungsarbeit und der Personalverantwortung sei auch noch eine hohe Unterrichtsverpflichtung zu erfüllen – „das ist eine enorme Belastung“.

Die Besoldung sei erst 2017 auf A 14 angehoben worden. Das NRW-Schulministerium erklärte auf Anfrage, dass man die Auswirkung dieser Erhöhung genau beobachten werde. Die Landesregierung werde Maßnahmen zur besseren Besetzung von Schulleitungspositionen ergreifen, so Ministeriumssprecher Daniel Kölle. Dazu zählten Jobsharing, frühzeitiges Mentoring oder Fortbildungen.

„Es gibt keine Schule ohne Leitung“, unterstrich Winnemöller. „Entweder es macht ein Konrektor oder eine Konrektorin oder es gibt eine kommissarische Lösung. Ein Entscheider ist immer vor Ort.“

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