Der andere Jahresrückblick
Überzeichnete Berichterstattung - Münster 2017 in Karikaturen

Münster -

Arndt Zinkant lässt für die Lokalausgabe Münster seit vielen Jahren den Zeichenstift sprechen. Wir haben uns mit ihm die bestimmenden Thema 2017 in Münster angeschaut.

Sonntag, 31.12.2017, 15:00 Uhr aktualisiert: 31.12.2017, 15:05 Uhr
Der andere Jahresrückblick: Überzeichnete Berichterstattung - Münster 2017 in Karikaturen
Prosit und Krawumm – auf spannende Zeiten! Foto: Arndt Zinkant

Für Arndt Zinkant war es ein gutes Jahr. Denn der Karikaturist, der unsere Redaktion Woche für Woche mit seinen Interpretationen des Stadtgeschehens versorgt, – die zwischen treffend und genial anzusiedeln sind – hat ein Faible für die Prominenz. „Angela Merkel und Martin Schulz wollte ich mir daher auf keinen Fall entgehen lassen“, erzählt Zinkant, während er über seine Zeichnungen des Jahres 2017 blickt.

Und doch müssen es nicht immer die großen Persönlichkeiten und Momente sein, die Zinkant zu seinen Karikaturen, die er zuerst per Hand auf Papier zeichnet und schließlich am PC koloriert, inspirieren.

Lokale Karikaturen 2017

1/12
  • Vorreiter in Sachen Cannabis wollte man in Münster sein. Mittlerweile gilt das Projekt nach Einspruch des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte als gescheitert.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Alle Jahre wieder wird in Münster die Stadionfrage diskutiert – so auch 2017. Übrigens mit dem gewohnten Ergebnis...

    Foto: Arndt Zinkant
  • Der in neuem Glanz erstrahlende Hauptbahnhof und damit einhergehende Vorteile dürfen natürlich nicht fehlen.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Auf verletzte Urheberrechte pochte der Bund Deutscher Architekten wegen eines Bildes an der Hafenkäserei und sorgte damit für großes Kopfschütteln in der Stadtgesellschaft.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Gleich zwei Themen in einem Bild: Die Skulptur-Projekte waren 2017 ein bestimmendes Thema, 2018 steht dann der Katholikentag an.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Die Pläne für die Zentrale Ausländerbehörde stellen vor allem die Politik – und ganz besonders die schwarz-grüne Ratsmehrheit – vor eine Zerreißprobe.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Vorwürfe gegen den Aufsichtsratschef der Stadtwerke, Gerhard Joksch, führen letztlich zum Rücktritt des grünen Politikers von diesem Amt.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Natürlich war auch in Münster die Bundestagswahl im September ein großes Thema. Für Aufsehen sorgten dabei die Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Domplatz und ihrem Herausforderer Marin Schulz in der Stubengasse. Während die beiden Protagonisten letztlich wenig Überraschendes verkündeten, machte sich Arndt Zinkant so seine eigenen Gedanken.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Natürlich war auch in Münster die Bundestagswahl im September ein großes Thema. Für Aufsehen sorgten dabei die Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Domplatz und ihrem Herausforderer Marin Schulz in der Stubengasse. Während die beiden Protagonisten letztlich wenig Überraschendes verkündeten, machte sich Arndt Zinkant so seine eigenen Gedanken.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Damals noch das Gesicht der AfD: Als Frauke Petry und ihre Partei im Februar einen Neujahrsempfang in Münster feiern, verdunkeln die Kaufleute am Prinzipalmarkt ihre Geschäfte und hissen EU-Flaggen. Einsam wird es für Petry aber nicht. Tausende demonstrieren an diesem Tag gegen die AfD.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Nach der Landtagswahl im Mai setzt der neue CDU-Ministerpräsident Armin Laschet, ein Rheinländer, ein Zeichen und hält die erste schwarz-gelbe Kabinettssitzung in Münster ab.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Die Entwicklungen neben und hinter dem Hauptbahnhof sind vielen nicht nur ein Dorn im Auge, sondern auch ein Pfropfen in der Nase.

    Foto: Arndt Zinkant

Bei der Diskussion um das Bild an der Hafenkäserei konnten sich wohl auch die Befürworter der Architektenseite durch Zinkants Deutung einem Schmunzeln kaum entziehen. Insgesamt zieht Zinkant allerdings ein eher verhaltenes Fazit zum Nachrichtenjahr 2017: „Ich habe das Gefühl, es war ein sehr ernstes Jahr.“

Politisch wird das kaum jemand bezweifeln wollen, ansonsten gab es aber in Münster auch viel zu bestaunen. Natürlich die Skulptur-Projekte, die nicht nur ausgewählten Kunstschaffenden aus aller Welt eine Möglichkeit boten, ihr Handwerk zu zeigen, sondern auch merklich viele Touristen in die Stadt lockten. Ein großer Erfolg also. Es gab aber auch vieles, das scheiterte. Das Cannabisprojekt zum Beispiel oder das Finden eines Stadionareals. Zwar gelang es, einen hochglanzpolierten Bahnhof zu eröffnen, aber es ist immer noch nicht geklärt, wie mit den Schattenseiten dieses Viertels umgegangen werden soll.

Mehr zum Thema

Häufig waren sich die Münsteraner dabei in vielen Fragen uneins, im Februar aber zogen Tausende am selben Strang. Als die Bundes-AfD in die Stadt kam, waren die, und das ist die beste Nachricht, friedlichen Proteste so gewaltig, dass die vermeintliche Prominenz ganz still und heimlich den Hintereingang benutzen musste.

Sieben Monate später war Münster der einzige Wahlkreis Deutschlands, in dem die rechtspopulistische Partei unter fünf Prozent blieb.

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