Vergewaltigungsprozess
Staatsanwalt fordert mehr als fünf Jahre Haft

Münster -

Weitgehend unter Tränen verfolgte der angeklagte Münsteraner am Montag das Geschehen im Gerichtssaal. Im Mittelpunkt des dritten Verhandlungstags stand ein Facebook-Chat.

Montag, 15.01.2018, 20:00 Uhr
Vergewaltigungsprozess: Staatsanwalt fordert mehr als fünf Jahre Haft
Foto: dpa (Symbolfoto)

Im Prozess gegen einen 25-jährigen Münsteraner, der sich dem Vorwurf der Vergewaltigung von zwei Frauen gegenübersieht, ist am Montag im Landgericht die Beweisaufnahme abgeschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft forderte im Plädoyer fünf Jahre und zwei Monate Haft für den Angeklagten.

Urteil fällt in Kürze

Ein Urteil in dem Fall wird erst am Mittwoch erwartet. Schon am Montag wurde aber deutlich, dass es sich wohl nicht um einen konspirativen Vorgang der beiden Frauen handelt, die gegen den Angeklagten Anzeige erstattet hatten. Derartige Vermutungen hatte die Verteidigung am ersten Verhandlungstermin genährt, doch räumte der Verteidiger nun öffentlich ein, dass er mittlerweile kaum Zweifel habe, das dies nicht der Fall sei.

Verabredung über Facebook

Im Mittelpunkt der Verhandlung standen daher am Montag mögliche Widersprüche, die die Verteidigung bei den Aussagen der potenziellen Opfer ausgemacht haben will. Verlesen wurde dafür auch der Facebook-Chat des Angeklagten mit der Frau, die er als erstes vergewaltigt haben soll. Genau wie die zweite Frau hatte er sie beim Feiern im Hawerkamp kennengelernt. Nach einiger Zeit und einer längeren Konversation über Facebook war sie seiner Einladung in seine Wohnung gefolgt. Die Frau hatte aber ausgesagt, dass es sich bei ihrem Besuch um kein Date gehandelt habe.

Unterschiedliche Wahrnehmung?

Die Verteidigung glaubt jedoch aufgrund des Chatverlaufs, zu dem auch ein Foto des Angeklagten in Unterhose auf seinem Bett gehört, dass die Frau sehr wohl die Absichten ihres Gastgebers hätte erkennen müssen. Der Verteidiger warf daher in seinem Plädoyer die Frage auf, ob nicht eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung der beiden Seiten bestanden habe. Zumal der Angeklagte nach dem Vorfall offenbar zunächst damit gerechnet hatte, die Frau weiter treffen zu können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5428257?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker