Debatte über Ostseite des Hauptbahnhofs
Alles kreist um die Frage: Wem gehört der Bremer Platz?

Münster -

Die Bauarbeiten an der Ostseite des Bahnhofs nehmen Fahrt auf. Auf die Anwohner des Bremer Platzes kommen damit große Veränderungen zu.

Dienstag, 16.01.2018, 06:30 Uhr aktualisiert: 16.01.2018, 07:16 Uhr
So soll künftig die Bahnhofsostseite aussehen. Bei einer Bürgerversammlung wurde das Projekt vorgestellt.
So soll künftig die Bahnhofsostseite aussehen. Bei einer Bürgerversammlung wurde das Projekt vorgestellt. Foto: Landmarken

Vordergründig ging es um die geplante Bebauung der Bahnhofsostseite durch das Aachener Unternehmen Landmarken. Die eigentliche Frage bei der Bürgerversammlung am Montagabend war aber eine andere: „Wem gehört der Bremer Platz?“ So jedenfalls formulierte es ein Besucher in der zum Bersten gefüllten Aula der Montessori-Schule.

Gehört er „nur“ den Drogenabhängigen, die dort anzutreffen sind? Gehört er auch den Anwohnern? Soll er gar von der Allgemeinheit genutzt werden?

Hinweise und Befürchtungen

Allen im Raum war klar, dass man diese Frage nicht länger ignorieren kann, denn bereits Ende Januar wird der noch verbliebene Zugang an der Bahnhofsostseite geschlossen. Ferner werden die verbliebenen Fahrräder geräumt und die überdachten Häuschen, unter denen sich die Drogenabhängigen häufig versammeln, abgerissen.

 

 

Der städtische Dezernent Siegfried Thielen, der die Bürgerversammlung leitete, betonte ausdrücklich, dass der Infoabend nicht zuletzt dem Ziel diene, Hinweise und Befürchtungen mitzunehmen und diese in die weiteren Beratungen einfließen zu lassen.

Hier eine Auswahl, was von den Anwohnern angesprochen wurde:

► Die geplante Verkehrsberuhigung der Bremer Straße könnte dazu führen, dass sich der Verkehr auf die Soester Straße verlagere, so ein Einwand.

► Die Häuschen sollen durch überdachte Segel auf der Grünfläche ersetzt werden. Anwohner befürchten, dass die Drogenszene näher an die Wohnbebauung heranrückt.

► Mit dem wegfallenden Bahnhofstunnel bleibt nur der Hamburger Tunnel als Ost-West-Verbindung in dem Bereich. Es stinke dort, der Tunnel sei eine Angströhre und möglicherweise wegen der aufgebauten Radständer auch zu schmal, hieß es.

► Mit der Einrichtung der Baustelle am Bremer Platz verschwinde die letzte Möglichkeit, um mit dem Auto nah an den Bahnhof ran zu fahren, so eine Kritik. Der Haupteingang sei diesbezüglich eine Katastrophe.

► Die geplanten Fahrradabstellmöglichkeiten am Bremer Platz (2200 in einer Radstation, weitere 300 frei) würden niemals reichen, lautete eine Befürchtung. Die Bahnhofsostseite trage nicht der geplanten Steigerung des Radverkehrs in Münster Rechnung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5428793?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker